Soziale Netzwerke ab etwa 12 Jahren. BeReal ist ein klassisches soziales Netzwerk mit Fremdkontakt-Möglichkeit (Zielgruppe Freunde von Freunden) und präziser Standortfreigabe, darum vor 12 nicht geeignet und ab 12/13 nur mit sicheren Grundeinstellungen und Begleitung.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)BeReal kindersicher einstellen
Foto-App: einmal am Tag teilen alle gleichzeitig ein ungestelltes Foto.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Eltern sollen die AGB und Altersgrenzen der Plattform kennen und einhalten, die Sichtbarkeits- und Schutzeinstellungen gemeinsam einrichten und im Gespräch bleiben. Schutzeinstellungen helfen, ersetzen aber das Gespräch über Risiken nicht.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Rund ein Drittel der Schweizer Jugendlichen nutzt BeReal regelmässig, Mädchen häufiger als Jungen. BeReal bedient laut JAMESfocus als einzige Plattform die Motive Unterhaltung, Information und Selbstdarstellung gleichermassen. Die App gehört damit fest zum Alltag Schweizer Jugendlicher und sollte Eltern bekannt sein.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Sichtbarkeit auf 'Nur meine Freunde' stellen (nicht Freunde von Freunden) Wichtig
Bestimmt, wer die Posts des Kindes sieht. Auf 'Freunde von Freunden' sehen auch fremde Personen die Fotos, samt Standort, falls dieser aktiviert ist. 'Nur meine Freunde' ist die wichtigste Schutzeinstellung der ganzen App.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto
- Tippe beim Posten eines BeReal unter dem Foto auf die Zielgruppen-Auswahl (Audience)
- Wähle «My friends only» (Nur meine Freunde) statt «My friends + their friends» (Freunde und deren Freunde)
- Tippe bei einem bereits veröffentlichten Post auf den eigenen BeReal
- Öffne das Drei-Punkte-Menü oben rechts (⋯ drei Punkte)
- Ändere dort die Zielgruppe oder lösche den Post
- Tippe beim Posten eines BeReal unter dem Foto auf die Zielgruppen-Auswahl (Audience)
- Wähle «My friends only» (Nur meine Freunde) statt «My friends + their friends» (Freunde und deren Freunde)
- Tippe bei einem bereits veröffentlichten Post auf den eigenen BeReal
- Öffne das Drei-Punkte-Menü oben rechts (⋯ drei Punkte)
- Ändere dort die Zielgruppe oder lösche den Post
So prüfst du es: Beim nächsten Posten ist in der Zielgruppen-Auswahl «My friends only» vorausgewählt.
Die gewählte Zielgruppe bleibt für künftige Posts gespeichert, bis sie geändert wird, und lässt sich auch nach dem Posten noch anpassen. Mit dem Kind vereinbaren, dass es die Zielgruppe nicht wechselt. Laut offizieller Hilfeseite gibt es aktuell nur diese zwei Optionen; der Feed 'Freunde von Freunden' ist nicht in allen Regionen verfügbar, und der frühere öffentliche Discovery-Feed wird vom Anbieter nicht mehr angeboten.
2 Standortfreigabe beim Posten ausschalten Wichtig
Verhindert, dass der präzise Aufnahmeort (zum Beispiel Zuhause oder Schulhaus) am Foto hängt. Ein einmal mit Standort veröffentlichter Post kann nachträglich nicht anonymisiert, sondern nur ganz gelöscht werden.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto
- Tippe nach der Aufnahme, vor dem Posten, auf das Standort-Symbol unter dem Foto
- Wähle im Auswahlmenü «Location off» (Standort aus)
- Stelle zum zusätzlichen Absichern in den iOS-Einstellungen unter «Datenschutz & Sicherheit»›«Ortungsdienste»›«BeReal» auf «Nie»
- Tippe nach der Aufnahme, vor dem Posten, auf das Standort-Symbol unter dem Foto
- Wähle im Auswahlmenü «Location off» (Standort aus)
- Verweigere zum zusätzlichen Absichern in den Android-Einstellungen unter «Apps»›«BeReal»›«Berechtigungen» den Standortzugriff
So prüfst du es: Der nächste Post wird ohne Ortsangabe veröffentlicht.
Laut BeReal ist die Standortfreigabe standardmässig aus, bleibt aber nach einmaligem Einschalten für alle künftigen Posts aktiv, bis man sie wieder ausschaltet. Am sichersten ist der Entzug der Standort-Berechtigung auf Geräteebene.
3 Auffindbarkeit einschränken und Kontakte-Synchronisierung ausschalten Wichtig
Verhindert, dass fremde oder unerwünschte Personen das Kind über die Telefonnummer finden und dass BeReal das ganze Adressbuch ausliest, um Freundes-Vorschläge zu machen.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto
- Tippe unten rechts auf das Profilbild
- Öffne oben rechts das Drei-Punkte-Menü (Einstellungen) (⋯ drei Punkte)
- Öffne den Bereich «Datenschutz» (Privacy)
- Deaktiviere den Schalter «Find me by my phone number» (Über Telefonnummer finden)
- Schalte den Schalter «Contact sync» (Kontakte synchronisieren) aus
- Entziehe zusätzlich in den iOS-Einstellungen unter «Datenschutz & Sicherheit»›«Kontakte» den Zugriff für BeReal
- Tippe unten rechts auf das Profilbild
- Öffne oben rechts das Drei-Punkte-Menü (Einstellungen) (⋯ drei Punkte)
- Öffne den Bereich «Datenschutz» (Privacy)
- Deaktiviere den Schalter «Find me by my phone number» (Über Telefonnummer finden)
- Schalte den Schalter «Contact sync» (Kontakte synchronisieren) aus
- Verweigere zusätzlich in den Android-Einstellungen unter «Apps»›«BeReal»›«Berechtigungen» den Kontakte-Zugriff
So prüfst du es: Die Schalter «Find me by my phone number» und «Contact sync» stehen beide auf Aus.
Ist die Auffindbarkeit deaktiviert, erhält das Kind keine Freundes-Vorschläge auf Basis der Telefonnummer mehr und kann selbst nicht über die Nummer gefunden werden. Gefunden werden kann es weiterhin über gemeinsame Freunde oder die Suche nach dem Benutzernamen. Die Schalter heissen laut offizieller Hilfe 'Find me by my phone number' und 'Contact sync'.
4 Unerwünschte Personen blockieren Wichtig
Beendet den Kontakt zu einer Person vollständig: Sie sieht die Posts des Kindes nicht mehr und kann es nicht mehr kontaktieren. Wichtig bei Belästigung oder unangenehmen Kontaktversuchen, gerade von Personen, die das Kind nur über Freunde von Freunden kennt.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto
- Öffne das Profil der betreffenden Person
- Tippe oben rechts auf das Drei-Punkte-Menü (⋯ drei Punkte)
- Wähle «Block» (Blockieren)
- Bestätige die Blockierung
- Öffne das Profil der betreffenden Person
- Tippe oben rechts auf das Drei-Punkte-Menü (⋯ drei Punkte)
- Wähle «Block» (Blockieren)
- Bestätige die Blockierung
So prüfst du es: Die Person erscheint in den Einstellungen in der Liste der blockierten Nutzer und kann das Kind nicht mehr kontaktieren.
Die blockierte Person wird nicht benachrichtigt. Blockierte Konten lassen sich in den Einstellungen unter den blockierten Nutzern wieder freigeben. Dem Kind zeigen, wie das geht, damit es im Ernstfall selbst handeln kann.
5 Unangemessene Inhalte oder Verhalten melden Wichtig
Meldet Posts, Kommentare oder Profile an die Moderation von BeReal, zum Beispiel bei Mobbing, sexualisierten Inhalten oder Belästigung. Alle Meldungen sind anonym.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto
- Tippe beim betreffenden BeReal auf das Drei-Punkte-Menü (⋯ drei Punkte)
- Wähle «Report» (Melden)
- Wähle den Grund der Meldung aus
- Sende die Meldung ab
- Tippe beim betreffenden BeReal auf das Drei-Punkte-Menü (⋯ drei Punkte)
- Wähle «Report» (Melden)
- Wähle den Grund der Meldung aus
- Sende die Meldung ab
So prüfst du es: Die Meldung ist abgeschickt und geht anonym an die Moderation von BeReal.
Melden und Blockieren zusammen nutzen: Melden informiert BeReal, Blockieren schützt das Kind sofort. Bei strafbaren Inhalten (Drohungen, sexualisierte Gewalt) zusätzlich Beweise sichern (Screenshots) und die Polizei einbeziehen.
6 Konto löschen Wichtig
Entfernt das Konto und alle Daten dauerhaft, zum Beispiel wenn die Familie entscheidet, dass BeReal (noch) nicht passt, oder wenn das Kind die App nicht mehr nutzt.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto
- Sichere vorher gewünschte Erinnerungen (Memories). Sie werden mitgelöscht
- Tippe unten rechts auf das Profilbild
- Öffne das Drei-Punkte-Menü (Einstellungen) (⋯ drei Punkte)
- Wähle «Other» (Sonstiges)
- Wähle «Delete account» (Konto löschen)
- Gib optional einen Grund an
- Bestätige mit «Yes, I'm sure»
- Sichere vorher gewünschte Erinnerungen (Memories). Sie werden mitgelöscht
- Tippe unten rechts auf das Profilbild
- Öffne das Drei-Punkte-Menü (Einstellungen) (⋯ drei Punkte)
- Wähle «Other» (Sonstiges)
- Wähle «Delete account» (Konto löschen)
- Gib optional einen Grund an
- Bestätige mit «Yes, I'm sure»
So prüfst du es: Das Konto ist zur Löschung vorgemerkt und wird nach 15 Tagen ohne Login endgültig entfernt.
Das Konto wird erst nach 15 Tagen endgültig gelöscht. Ein Login in dieser Frist bricht die Löschung ab. Wer die App nur vom Gerät löscht, löscht das Konto nicht. Alternativ gibt es ein Löschformular auf der BeReal-Webseite.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzBeReal ist eine Foto-App: Einmal am Tag schickt sie zu einem zufälligen Zeitpunkt eine Benachrichtigung, danach haben alle zwei Minuten Zeit, gleichzeitig ein Foto mit Front- und Rückkamera zu posten, ohne Filter. Wer selbst nichts postet, sieht die Beiträge der Freunde nicht. Das Mindestalter liegt laut Nutzungsbedingungen bei 13 Jahren, zwischen 13 und 16 kann je nach Land die Zustimmung der Eltern nötig sein. Seit der Übernahme durch den französischen Spielekonzern Voodoo im Jahr 2024 enthält die App Werbung sowie offizielle Konten von Prominenten und Marken (RealPeople und RealBrands). Elternkontrollen bietet BeReal keine.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter in der Schweiz. Die 13 Jahre sind das AGB-Mindestalter von BeReal, keine Schweizer Rechtsvorschrift. Für soziale Netzwerke gibt es in der Schweiz derzeit keine gesetzliche Altersgrenze.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): relevant, weil BeReal präzise Standortdaten, Fotos aus dem privaten Umfeld und bei aktivierter Synchronisierung das Adressbuch verarbeitet.
- Recht am eigenen Bild (Persönlichkeitsschutz, Art. 28 ZGB): Spontanfotos zeigen oft ungefragt andere Personen. Wer erkennbare Personen ohne Einverständnis postet, kann deren Persönlichkeitsrechte verletzen.
Das JSFVG (Jugendschutz bei Film und Videospielen) ist auf BeReal nicht anwendbar, da es weder ein Videospiel noch ein Film-Streamingdienst ist. Massgebend sind das AGB-Mindestalter des Anbieters (13, keine Rechtsvorschrift) und die allgemeinen Empfehlungen der Schweizer Fachstellen zu sozialen Netzwerken.