BeReal kindersicher einstellen

Foto-App: einmal am Tag teilen alle gleichzeitig ein ungestelltes Foto.

BeReal (seit 2024 Teil der Voodoo-Gruppe, Frankreich) · iOS, Android
Auf einen Blick: ab welchem Alter?
AGB-Mindestalter: 13 Unsere Empfehlung: Ab 12 mit Begleitung, ohne Begleitung ab 16 Zuletzt geprüft 14.07.2026

Worauf sich unsere Empfehlung stützt

BAG und Jugend und Medien (3-6-9-12-Regel)

Soziale Netzwerke ab etwa 12 Jahren. BeReal ist ein klassisches soziales Netzwerk mit Fremdkontakt-Möglichkeit (Zielgruppe Freunde von Freunden) und präziser Standortfreigabe, darum vor 12 nicht geeignet und ab 12/13 nur mit sicheren Grundeinstellungen und Begleitung.

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Jugend und Medien (Soziale Netzwerke)

Eltern sollen die AGB und Altersgrenzen der Plattform kennen und einhalten, die Sichtbarkeits- und Schutzeinstellungen gemeinsam einrichten und im Gespräch bleiben. Schutzeinstellungen helfen, ersetzen aber das Gespräch über Risiken nicht.

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ZHAW JAMES-Studie 2024 / JAMESfocus Soziale Netzwerke 2025

Rund ein Drittel der Schweizer Jugendlichen nutzt BeReal regelmässig, Mädchen häufiger als Jungen. BeReal bedient laut JAMESfocus als einzige Plattform die Motive Unterhaltung, Information und Selbstdarstellung gleichermassen. Die App gehört damit fest zum Alltag Schweizer Jugendlicher und sollte Eltern bekannt sein.

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Einstellungen Schritt für Schritt

Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.

Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.

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1 Sichtbarkeit auf 'Nur meine Freunde' stellen (nicht Freunde von Freunden) Wichtig

Bestimmt, wer die Posts des Kindes sieht. Auf 'Freunde von Freunden' sehen auch fremde Personen die Fotos, samt Standort, falls dieser aktiviert ist. 'Nur meine Freunde' ist die wichtigste Schutzeinstellung der ganzen App.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto

  1. Tippe beim Posten eines BeReal unter dem Foto auf die Zielgruppen-Auswahl (Audience)
  2. Wähle «My friends only» (Nur meine Freunde) statt «My friends + their friends» (Freunde und deren Freunde)
  3. Tippe bei einem bereits veröffentlichten Post auf den eigenen BeReal
  4. Öffne das Drei-Punkte-Menü oben rechts (⋯ drei Punkte)
  5. Ändere dort die Zielgruppe oder lösche den Post

So prüfst du es: Beim nächsten Posten ist in der Zielgruppen-Auswahl «My friends only» vorausgewählt.

Die gewählte Zielgruppe bleibt für künftige Posts gespeichert, bis sie geändert wird, und lässt sich auch nach dem Posten noch anpassen. Mit dem Kind vereinbaren, dass es die Zielgruppe nicht wechselt. Laut offizieller Hilfeseite gibt es aktuell nur diese zwei Optionen; der Feed 'Freunde von Freunden' ist nicht in allen Regionen verfügbar, und der frühere öffentliche Discovery-Feed wird vom Anbieter nicht mehr angeboten.

Quelle: help.bereal.com geprüft 14.07.2026
2 Standortfreigabe beim Posten ausschalten Wichtig

Verhindert, dass der präzise Aufnahmeort (zum Beispiel Zuhause oder Schulhaus) am Foto hängt. Ein einmal mit Standort veröffentlichter Post kann nachträglich nicht anonymisiert, sondern nur ganz gelöscht werden.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto

  1. Tippe nach der Aufnahme, vor dem Posten, auf das Standort-Symbol unter dem Foto
  2. Wähle im Auswahlmenü «Location off» (Standort aus)
  3. Stelle zum zusätzlichen Absichern in den iOS-Einstellungen unter «Datenschutz & Sicherheit»«Ortungsdienste»«BeReal» auf «Nie»

So prüfst du es: Der nächste Post wird ohne Ortsangabe veröffentlicht.

Laut BeReal ist die Standortfreigabe standardmässig aus, bleibt aber nach einmaligem Einschalten für alle künftigen Posts aktiv, bis man sie wieder ausschaltet. Am sichersten ist der Entzug der Standort-Berechtigung auf Geräteebene.

Quelle: help.bereal.com geprüft 04.07.2026
3 Auffindbarkeit einschränken und Kontakte-Synchronisierung ausschalten Wichtig

Verhindert, dass fremde oder unerwünschte Personen das Kind über die Telefonnummer finden und dass BeReal das ganze Adressbuch ausliest, um Freundes-Vorschläge zu machen.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto

  1. Tippe unten rechts auf das Profilbild
  2. Öffne oben rechts das Drei-Punkte-Menü (Einstellungen) (⋯ drei Punkte)
  3. Öffne den Bereich «Datenschutz» (Privacy)
  4. Deaktiviere den Schalter «Find me by my phone number» (Über Telefonnummer finden)
  5. Schalte den Schalter «Contact sync» (Kontakte synchronisieren) aus
  6. Entziehe zusätzlich in den iOS-Einstellungen unter «Datenschutz & Sicherheit»«Kontakte» den Zugriff für BeReal

So prüfst du es: Die Schalter «Find me by my phone number» und «Contact sync» stehen beide auf Aus.

Ist die Auffindbarkeit deaktiviert, erhält das Kind keine Freundes-Vorschläge auf Basis der Telefonnummer mehr und kann selbst nicht über die Nummer gefunden werden. Gefunden werden kann es weiterhin über gemeinsame Freunde oder die Suche nach dem Benutzernamen. Die Schalter heissen laut offizieller Hilfe 'Find me by my phone number' und 'Contact sync'.

Quelle: help.bereal.com geprüft 14.07.2026
4 Unerwünschte Personen blockieren Wichtig

Beendet den Kontakt zu einer Person vollständig: Sie sieht die Posts des Kindes nicht mehr und kann es nicht mehr kontaktieren. Wichtig bei Belästigung oder unangenehmen Kontaktversuchen, gerade von Personen, die das Kind nur über Freunde von Freunden kennt.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto

  1. Öffne das Profil der betreffenden Person
  2. Tippe oben rechts auf das Drei-Punkte-Menü (⋯ drei Punkte)
  3. Wähle «Block» (Blockieren)
  4. Bestätige die Blockierung

So prüfst du es: Die Person erscheint in den Einstellungen in der Liste der blockierten Nutzer und kann das Kind nicht mehr kontaktieren.

Die blockierte Person wird nicht benachrichtigt. Blockierte Konten lassen sich in den Einstellungen unter den blockierten Nutzern wieder freigeben. Dem Kind zeigen, wie das geht, damit es im Ernstfall selbst handeln kann.

Quelle: help.bereal.com geprüft 04.07.2026
5 Unangemessene Inhalte oder Verhalten melden Wichtig

Meldet Posts, Kommentare oder Profile an die Moderation von BeReal, zum Beispiel bei Mobbing, sexualisierten Inhalten oder Belästigung. Alle Meldungen sind anonym.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto

  1. Tippe beim betreffenden BeReal auf das Drei-Punkte-Menü (⋯ drei Punkte)
  2. Wähle «Report» (Melden)
  3. Wähle den Grund der Meldung aus
  4. Sende die Meldung ab

So prüfst du es: Die Meldung ist abgeschickt und geht anonym an die Moderation von BeReal.

Melden und Blockieren zusammen nutzen: Melden informiert BeReal, Blockieren schützt das Kind sofort. Bei strafbaren Inhalten (Drohungen, sexualisierte Gewalt) zusätzlich Beweise sichern (Screenshots) und die Polizei einbeziehen.

Quelle: help.bereal.com geprüft 04.07.2026
6 Konto löschen Wichtig

Entfernt das Konto und alle Daten dauerhaft, zum Beispiel wenn die Familie entscheidet, dass BeReal (noch) nicht passt, oder wenn das Kind die App nicht mehr nutzt.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem BeReal-Konto

  1. Sichere vorher gewünschte Erinnerungen (Memories). Sie werden mitgelöscht
  2. Tippe unten rechts auf das Profilbild
  3. Öffne das Drei-Punkte-Menü (Einstellungen) (⋯ drei Punkte)
  4. Wähle «Other» (Sonstiges)
  5. Wähle «Delete account» (Konto löschen)
  6. Gib optional einen Grund an
  7. Bestätige mit «Yes, I'm sure»

So prüfst du es: Das Konto ist zur Löschung vorgemerkt und wird nach 15 Tagen ohne Login endgültig entfernt.

Das Konto wird erst nach 15 Tagen endgültig gelöscht. Ein Login in dieser Frist bricht die Löschung ab. Wer die App nur vom Gerät löscht, löscht das Konto nicht. Alternativ gibt es ein Löschformular auf der BeReal-Webseite.

Quelle: help.bereal.com geprüft 04.07.2026

Was ihr besprechen solltet

Über den täglichen Post-Druck sprechen
Die Benachrichtigung kommt zu einem zufälligen Zeitpunkt, danach bleiben zwei Minuten. Verspätete Posts werden markiert, und wer nichts postet, sieht die Freunde nicht. Das erzeugt sozialen Druck, sofort zu reagieren, auch in der Schule oder beim Essen. Gemeinsam vereinbaren: Es ist okay, später oder gar nicht zu posten, und in der Schule bleibt das Handy weg.
Über den Standort sprechen
Ein Post mit präzisem Standort verrät, wo das Kind gerade ist, im schlimmsten Fall die Wohnadresse oder das Schulhaus. Erklären, warum der Standort ausbleibt, und gemeinsam kontrollieren, dass er ausgeschaltet ist.
Über Fotos aus dem Privatbereich und andere Personen im Bild sprechen
BeReal fotografiert spontan mit beiden Kameras. So landen schnell das eigene Zimmer, Geschwister, Mitschüler oder Lehrpersonen ungefragt im Bild. Besprechen: kurz prüfen, was im Hintergrund ist, und niemanden ohne Einverständnis posten, das verletzt sonst dessen Rechte.
Über Freunde von Freunden und Fremde sprechen
Über die Zielgruppe 'Freunde von Freunden' sehen auch Unbekannte die Bilder, denn wen die Freunde des Kindes hinzufügen, kann niemand kontrollieren. Vereinbaren, dass Posts nur an 'Meine Freunde' gehen und die Freundesliste nur Personen enthält, die das Kind wirklich kennt.
Über Werbung, Promis und Marken sprechen
Seit der Voodoo-Übernahme gibt es in BeReal Werbung und offizielle Konten von Prominenten und Marken (RealPeople, RealBrands), die bewusst nahbar und 'echt' wirken. Mit dem Kind besprechen, dass auch 'authentische' Marken-Posts Werbung sind.

Gut zu wissen

BeReal hat keine Elternkontrollen
Anders als TikTok (begleiteter Modus) oder Roblox (Family Pairing) bietet BeReal keine Verknüpfung mit einem Elternkonto, keine Inhaltsfilter und keine Zeitlimits in der App. Der Schutz hängt vollständig von den Privatsphäre-Einstellungen und der Begleitung ab.
Was tun: Grundeinstellungen gemeinsam setzen (nur Freunde, Standort aus, Auffindbarkeit aus) und Zeitregeln auf Geräteebene lösen: iOS-Bildschirmzeit oder Google Family Link.
Der Echtzeit-Mechanismus erzeugt Druck
Die tägliche Benachrichtigung kommt zu einem zufälligen Zeitpunkt, danach bleiben zwei Minuten für ein ungestelltes Foto mit beiden Kameras. Verspätete Posts werden markiert, die Anzahl Neuaufnahmen ist für Freunde sichtbar, und wer nicht postet, sieht die Posts der anderen nicht. Genau dieser Mechanismus macht den Reiz und den Druck der App aus.
Was tun: Mit dem Kind vereinbaren, dass Posten freiwillig ist und in Schule, Nacht und Familienzeiten das Handy stumm bleibt. Benachrichtigungen von BeReal nötigenfalls auf Geräteebene einschränken.
Standort ist präzise und nachträglich nicht entfernbar
Ist die Standortfreigabe aktiv, hängt der genaue Aufnahmeort am Post und bleibt für alle künftigen Posts aktiv, bis sie ausgeschaltet wird. Einen bereits veröffentlichten Standort kann man nicht entfernen, nur den ganzen Post löschen.
Was tun: Standort in der App ausschalten und zusätzlich die Standort-Berechtigung für BeReal in den Geräteeinstellungen entziehen. Posts mit versehentlichem Standort löschen.
Freunde von Freunden macht Posts für Unbekannte sichtbar
Wer die Zielgruppe auf 'Freunde von Freunden' stellt, teilt die Fotos auch mit Fremden, inklusive Standort, falls aktiviert. Der frühere öffentliche Discovery-Feed wurde vom Anbieter eingestellt; laut offizieller Hilfe gibt es heute nur noch die zwei Zielgruppen 'Nur meine Freunde' und 'Freunde und deren Freunde' (Letztere nicht in allen Regionen).
Was tun: Zielgruppe konsequent auf 'Nur meine Freunde' lassen und dem Kind zeigen, wie es die Sichtbarkeit eines Posts nachträglich prüfen, ändern oder den Post löschen kann.
Seit der Voodoo-Übernahme: Werbung, RealPeople und RealBrands
2024 hat der französische Spielekonzern Voodoo BeReal übernommen. Seither gibt es Werbung in der App sowie offizielle Konten von Prominenten und Marken (RealPeople, RealBrands), die im gleichen 'authentischen' Stil posten wie Freunde. Die Grenze zwischen privaten Inhalten und Marketing verschwimmt.
Was tun: Mit dem Kind darüber sprechen, dass Marken- und Promi-Posts Werbung sind, auch wenn sie spontan wirken. Solche Konten muss man nicht abonnieren.
Konto löschen dauert 15 Tage
Nach dem Löschauftrag bleibt das Konto 15 Tage bestehen, ein Login in dieser Zeit bricht die Löschung ab. Nur die App vom Gerät zu löschen, löscht das Konto nicht, die Daten bleiben bei BeReal.
Was tun: Beim Ausstieg das Konto in den Einstellungen löschen (nicht nur die App), vorher Memories sichern und sich in den 15 Tagen nicht mehr einloggen.

AGB und Rechtslage

Was der Anbieter vorgibt (AGB)

Regel des Anbieters, kein Gesetz

BeReal ist eine Foto-App: Einmal am Tag schickt sie zu einem zufälligen Zeitpunkt eine Benachrichtigung, danach haben alle zwei Minuten Zeit, gleichzeitig ein Foto mit Front- und Rückkamera zu posten, ohne Filter. Wer selbst nichts postet, sieht die Beiträge der Freunde nicht. Das Mindestalter liegt laut Nutzungsbedingungen bei 13 Jahren, zwischen 13 und 16 kann je nach Land die Zustimmung der Eltern nötig sein. Seit der Übernahme durch den französischen Spielekonzern Voodoo im Jahr 2024 enthält die App Werbung sowie offizielle Konten von Prominenten und Marken (RealPeople und RealBrands). Elternkontrollen bietet BeReal keine.

Was das Schweizer Recht sagt

Rechtslage Schweiz

Gesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter in der Schweiz. Die 13 Jahre sind das AGB-Mindestalter von BeReal, keine Schweizer Rechtsvorschrift. Für soziale Netzwerke gibt es in der Schweiz derzeit keine gesetzliche Altersgrenze.

Relevante Gesetze
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): relevant, weil BeReal präzise Standortdaten, Fotos aus dem privaten Umfeld und bei aktivierter Synchronisierung das Adressbuch verarbeitet.
  • Recht am eigenen Bild (Persönlichkeitsschutz, Art. 28 ZGB): Spontanfotos zeigen oft ungefragt andere Personen. Wer erkennbare Personen ohne Einverständnis postet, kann deren Persönlichkeitsrechte verletzen.

Das JSFVG (Jugendschutz bei Film und Videospielen) ist auf BeReal nicht anwendbar, da es weder ein Videospiel noch ein Film-Streamingdienst ist. Massgebend sind das AGB-Mindestalter des Anbieters (13, keine Rechtsvorschrift) und die allgemeinen Empfehlungen der Schweizer Fachstellen zu sozialen Netzwerken.