Eigene Spielkonsole nicht vor 6, Internet ab etwa 9 nur begleitet, soziale Netzwerke ab etwa 12. Brawl Stars ist ein Online-Spiel mit Team- und Club-Chat, also mit Kontaktmöglichkeiten zu Fremden, und mit starken Kaufanreizen. Darum unter 9 nicht empfohlen, ab 9 nur mit Geräte-Kindersicherung und Begleitung.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Brawl Stars kindersicher einstellen
Kostenloser Mehrspieler-Shooter im Comic-Stil fürs Smartphone.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
In-App-Käufe in Spiele-Apps sind eine der häufigsten Kostenfallen für Kinder. Spiele wie Brawl Stars setzen gezielt Kaufanreize (Gems, Lootbox-ähnliche Mechaniken, limitierte Angebote), ohne Käufe geht der Fortschritt nur langsam. Pro Juventute empfiehlt klare Abmachungen, technische Kaufsperren und das Thema Geld im Spiel aktiv anzusprechen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Brawl Stars ist 2024 das mit Abstand beliebteste Game der Schweizer Jugendlichen (12 bis 19 Jahre). Die beliebtesten Spiele sind Free-to-play-Titel, die sich über In-Game-Käufe finanzieren. Der hohe Verbreitungsgrad erzeugt sozialen Druck, mitzuspielen und mitzukaufen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Beim ersten Start das echte Geburtsdatum des Kindes angeben Wichtig
Grundlage für den einzigen eingebauten Schutz von Brawl Stars. Bei einem Alter unter 16 schränkt das Spiel die Sozialfunktionen automatisch ein: Chat nur mit vorgefertigten Nachrichten, Beitritt nur zu familienfreundlichen Clubs, keine personalisierte Werbung und Angebote. Ein falsch angegebenes (zu hohes) Alter hebelt all das aus.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind spielt · Das echte Geburtsdatum des Kindes
- Starte Brawl Stars am besten gemeinsam mit dem Kind zum ersten Mal
- Gib bei der Abfrage das echte Geburtsdatum des Kindes ein, nicht ein Fantasiedatum
- Starte Brawl Stars am besten gemeinsam mit dem Kind zum ersten Mal
- Gib bei der Abfrage das echte Geburtsdatum des Kindes ein, nicht ein Fantasiedatum
So prüfst du es: Bei einem angegebenen Alter unter 16 sind Chat und Club-Funktionen in den Spieleinstellungen als eingeschränkt erkennbar (Hinweis auf Young-Player-Konto). Das gilt auch als Kontrolle bei einem bestehenden Konto.
Das Geburtsdatum ist eine Selbstauskunft und wird am Konto gespeichert. Nachträglich lässt es sich kaum ändern, ein zu junges Datum lässt sich nicht einfach hochsetzen (Schutz vor Umgehung). Wurde ein falsches, zu hohes Alter angegeben, hilft nur der Supercell-Support oder ein neues Konto. Details zum Umfang der Einschränkungen vor Veröffentlichung auf der Supercell-Hilfeseite gegenprüfen.
2 In-App-Käufe auf iPhone und iPad sperren (Bildschirmzeit) Wichtig
Verhindert Käufe von Gems, Brawl Pass und Angeboten mit echtem Geld. Brawl Stars selbst hat kein Ausgabenlimit und keine Kaufsperre, der Schutz muss darum zwingend auf Geräteebene passieren. Einzelne Käufe kosten bis rund 110 Franken.
Das brauchst du: Das iPhone oder iPad des Kindes · Ein Bildschirmzeit-Code, den das Kind nicht kennt
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf «Bildschirmzeit»
- Aktiviere die Beschränkungen («Inhalts- und Datenschutzbeschränkungen»)
- Tippe auf «Käufe im iTunes und App Store»
- Stelle «In-App-Käufe» auf «Nicht erlauben»
- Wähle zusätzlich beim Passwort für Käufe «Immer erforderlich»
- Setze einen Bildschirmzeit-Code, den das Kind nicht kennt
So prüfst du es: Unter «Käufe im iTunes und App Store» steht «In-App-Käufe» auf «Nicht erlauben».
Wer die Familienfreigabe nutzt, kann statt der harten Sperre auch Kauf anfordern (Ask to Buy) aktivieren: Das Kind darf dann anfragen, die Eltern genehmigen jeden Kauf einzeln auf dem eigenen Gerät.
3 Käufe im Google Play Store absichern (Android) Wichtig
Verhindert, dass das Kind ohne Passwort Gems und andere In-App-Käufe tätigt. Ohne diese Einstellung reicht auf vielen Geräten ein Fingertipp für einen Kauf, wenn eine Zahlungsmethode hinterlegt ist.
Das brauchst du: Das Android-Gerät des Kindes · Das Kind kennt das Google-Konto-Passwort nicht
- Öffne den Google Play Store
- Tippe rechts oben auf das Profilbild
- Wähle «Einstellungen»›«Authentifizierung»
- Tippe auf «Authentifizierung für Käufe erforderlich»
- Wähle «Für alle Käufe über Google Play auf diesem Gerät»
So prüfst du es: Unter «Authentifizierung» ist «Für alle Käufe über Google Play auf diesem Gerät» ausgewählt; jeder Kauf verlangt jetzt das Passwort.
Noch sicherer: keine Zahlungsmethode im Konto des Kindes hinterlegen oder das Kind mit Google Family Link verwalten. Bei Family Link müssen Eltern Käufe standardmässig genehmigen. Die Passwort-Abfrage allein schützt nicht, wenn das Kind das Passwort kennt oder mit dem Eltern-Konto spielt.
4 Supercell ID mit Eltern-E-Mail einrichten und Account Protection aktivieren Wichtig
Sichert den Spielstand und schützt das Konto vor Diebstahl durch Phishing (etwa gefälschte Gratis-Gems-Angebote). Läuft die Supercell ID über eine E-Mail-Adresse der Eltern, behalten die Eltern die Kontrolle über das Konto und sehen Anmeldeversuche.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind spielt · Eine E-Mail-Adresse der Eltern, auf deren Postfach du Zugriff hast
- Öffne im Spiel die Einstellungen (Zahnrad rechts oben) (Zahnrad)
- Tippe auf «Supercell ID»
- Registriere dich mit einer E-Mail-Adresse der Eltern oder melde dich an
- Aktiviere in den Supercell-ID-Einstellungen «Account Protection» (Kontoschutz)
- Folge den Anweisungen und hinterlege eine Telefonnummer oder Wiederherstellungscodes
- Bewahre die Codes sicher auf
- Öffne im Spiel die Einstellungen (Zahnrad rechts oben) (Zahnrad)
- Tippe auf «Supercell ID»
- Registriere dich mit einer E-Mail-Adresse der Eltern oder melde dich an
- Aktiviere in den Supercell-ID-Einstellungen «Account Protection» (Kontoschutz)
- Folge den Anweisungen und hinterlege eine Telefonnummer oder Wiederherstellungscodes
- Bewahre die Codes sicher auf
So prüfst du es: In den Supercell-ID-Einstellungen ist «Account Protection» aktiv; die Aktivierung lässt sich nicht mehr rückgängig machen.
Account Protection lässt sich nach der Aktivierung nicht mehr deaktivieren. Mit dem Kind vereinbaren, dass die Zugangsdaten nie weitergegeben werden, auch nicht an Kolleginnen und Kollegen oder für angebliche Gratis-Gems. Genaue Menübezeichnungen vor Veröffentlichung im Spiel gegenprüfen.
5 Melden und Blockieren im Spiel zeigen und einüben Wichtig
Gibt dem Kind ein Werkzeug gegen Beleidigungen, unangenehme Kontaktversuche und unpassende Club- oder Profilnamen. In Team- und Club-Chats kann das Kind auf fremde Spielende treffen, Moderation ersetzt das Melden nicht.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind spielt
- Halte im Chat die betreffende Nachricht gedrückt oder tippe sie an
- Wähle «Melden» (Report)
- Gib den Grund der Meldung an
- Öffne alternativ das Profil der Person und wähle dort «Melden» oder «Blockieren»
- Vereinbare mit dem Kind, dass es sich nach dem Melden bei den Eltern meldet
- Halte im Chat die betreffende Nachricht gedrückt oder tippe sie an
- Wähle «Melden» (Report)
- Gib den Grund der Meldung an
- Öffne alternativ das Profil der Person und wähle dort «Melden» oder «Blockieren»
- Vereinbare mit dem Kind, dass es sich nach dem Melden bei den Eltern meldet
So prüfst du es: Das Kind kann den Weg zum Melden und Blockieren selbst zeigen.
Der genaue Menüweg ist aus Elternratgebern abgeleitet und kann je nach Spielversion abweichen, vor Veröffentlichung im Spiel gegenprüfen. Alternativ hilft der Support im Spiel (Einstellungen, dann Hilfe und Support).
6 Spielzeit über die Geräte-Kindersicherung begrenzen Wichtig
Brawl Stars hat kein eigenes Zeitlimit, setzt aber mit kurzen Runden, täglichen Belohnungen und zeitlich begrenzten Events starke Anreize zum Weiterspielen. Ein Limit auf Geräteebene hält die Spielzeit in einem gesunden Rahmen.
Das brauchst du: iOS: das iPhone oder iPad des Kindes und ein Bildschirmzeit-Code · Android: dein eigenes Handy mit Google Family Link
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf «Bildschirmzeit»
- Tippe auf «App-Limits»
- Wähle «Limit hinzufügen»
- Wähle Brawl Stars (oder die Kategorie «Spiele») aus
- Lege das Tageslimit fest
- Setze den Bildschirmzeit-Code
- Öffne Google Family Link auf dem Elterngerät
- Wähle das Kind aus
- Gehe zu den App-Limits
- Lege bei Brawl Stars ein tägliches Zeitlimit fest
- Stelle optional zusätzlich eine allgemeine Gerätenutzungszeit und eine Schlafenszeit ein
So prüfst du es: Unter «App-Limits» (iOS) beziehungsweise in Google Family Link (Android) wird das gesetzte Tageslimit für Brawl Stars angezeigt.
Zeitlimits funktionieren am besten, wenn sie vorher gemeinsam vereinbart wurden. Wegen der Event- und Belohnungsmechanik lieber feste Spielfenster abmachen als das Limit ständig nachverhandeln.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzBrawl Stars ist ein kostenloser Mehrspieler-Shooter im Comic-Stil für Smartphone und Tablet. Kurze Runden von rund drei Minuten, Teams aus drei Spielenden, dazu Clubs mit Chat-Funktion. Finanziert wird das Spiel über In-App-Käufe: Mit echtem Geld kauft man Gems, Skins, den Battle Pass (Brawl Pass) und Spezialangebote, einzelne Käufe kosten bis rund 110 Franken. Die Nutzungsbedingungen von Supercell setzen 13 Jahre voraus, Minderjährige brauchen die Zustimmung der Eltern. Wer beim ersten Start ein Alter unter 16 angibt, bekommt ein eingeschränktes Konto: Chat nur mit vorgefertigten Nachrichten, Beitritt nur zu familienfreundlichen Clubs, keine personalisierte Werbung. Eigene Elternkontrollen (PIN, Ausgabenlimit, Zeitlimit) bietet das Spiel nicht, Supercell verweist dafür auf die Kindersicherungen von iOS und Android.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Kein allgemeines gesetzliches Mindestalter für das Spielen. Die 13 Jahre sind das AGB-Mindestalter von Supercell, keine Schweizer Rechtsvorschrift. Massgebend für den Jugendschutz ist in der Schweiz die Alterskennzeichnung des Spiels: Brawl Stars ist mit PEGI 7 gekennzeichnet (leichte, comichafte Gewalt), mit dem Zusatzhinweis auf In-Game-Käufe.
- JSFVG (Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele, in Kraft seit 1.1.2025): verpflichtet zu Alterskennzeichnung und Alterskontrolle bei Videospielen, auch bei Online-Vertrieb. Für Brawl Stars als Videospiel relevant, die konkrete Umsetzung durch Supercell und die App-Stores ist im Einzelfall zu prüfen.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz) für die Bearbeitung von Personendaten, hier vor allem Geburtsdatum, Nutzungsdaten und Werbeprofile.
Zwei Dinge sauber trennen: Erstens die Alterskennzeichnung des Spiels, in der Schweiz PEGI 7. Sie bewertet nur die Inhalte (leichte Comic-Gewalt), nicht die Risiken durch Chat mit Fremden und Kaufanreize. Zweitens das AGB-Alter von 13 Jahren, das nur sagt, an wen Supercell sein Angebot richtet. Beides ist keine Reifeempfehlung. Unsere Altersempfehlung unten ist eine begründete Einschätzung auf Basis der 3-6-9-12-Regel und Schweizer Fachstellen.