Character.AI kindersicher einstellen

Plattform für Rollenspiel-Chats mit KI-Figuren.

Character Technologies · iOS, Android, Web
Auf einen Blick: ab welchem Alter?
AGB-Mindestalter: 13 Unsere Empfehlung: Ab 13 mit Begleitung, ohne Begleitung ab 18 Zuletzt geprüft 14.07.2026

Worauf sich unsere Empfehlung stützt

Jugend und Medien (nationale Plattform des Bundes)

KI-Tools verlangen oft keine wirksame Altersprüfung, dadurch haben auch jüngere Kinder Zugang zu Systemen, die nicht für sie gedacht sind. Für Kinder ist nicht immer klar, dass am anderen Ende kein Mensch sitzt. Companion-Chatbots, die Freundschaft oder Beziehung simulieren, bergen zusätzlich das Risiko parasozialer Bindung und emotionaler Abhängigkeit. Eltern sollen sich informieren und altersgerecht mit dem Kind über KI sprechen.

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BAG und Jugend und Medien (3-6-9-12-Regel)

Internet ab etwa 9 nur begleitet, eigenständigere Online-Nutzung ab etwa 12. Character.AI ist anders als ein Suchhelfer wie ChatGPT primär auf emotionale Bindung an Figuren angelegt und damit näher bei den Risiken sozialer Netzwerke (Bindung, Nutzungsdauer, nicht altersgerechte Inhalte). Darum strenger einordnen: vor dem AGB-Alter 13 gar nicht, danach nur mit aktivierten Schutzfunktionen und enger Begleitung.

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Pro Juventute (Jugendstudie 2026) und Schweizer Jugendpsychiatrie

Jeder zehnte Schweizer Jugendliche wendet sich bei persönlichen Problemen an KI-Tools. Pro Juventute warnt vor der digitalen Echokammer, die echte Hilfe verhindern kann. Schweizer Jugendpsychiater bezeichnen Companion-Chatbots als potenzielles Suchtmittel und fordern Beschränkungen für unter 16-Jährige; bei Character.AI kommt hinzu, dass die Figuren gezielt Beziehungsgefühle erzeugen.

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Einstellungen Schritt für Schritt

Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.

Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.

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1 Parental Insights einrichten (Bildschirmzeit über Family Connect teilen) Wichtig

Eine Vertrauensperson, das muss nicht zwingend ein Elternteil sein, sieht über das Dashboard Family Connect die Bildschirmzeit des Jugendlichen: wie viel Zeit er in der App verbringt und wann. Chat-Inhalte, einzelne Figuren oder sonstige Aktivität werden ausdrücklich nicht angezeigt. Der einzige eingebaute Einblick, den Character.AI Vertrauenspersonen anbietet.

Das brauchst du: Das Gerät des Kindes mit angemeldetem Character.AI-Konto · Deine eigene E-Mail-Adresse · Bereitschaft, dich als Vertrauensperson mit einer Altersverifikation als erwachsen auszuweisen

  1. Öffne auf dem Handy des Kindes in der Character.AI-App das Profil
  2. Öffne die Einstellungen («Preferences»)
  3. Wähle den Bereich «Parental Insights»
  4. Gib deine E-Mail-Adresse ein und sende die Einladung (mehrere Vertrauenspersonen sind möglich); im Konto des Jugendlichen erscheint dazu der Status «Invite pending»
  5. Öffne als eingeladene Vertrauensperson die Einladungs-E-Mail (auch den Spam-Ordner prüfen)
  6. Bestätige die Einladung mit «Agree» und weise dich im Verifizierungsschritt als erwachsen aus
  7. Sobald die Verifikation abgeschlossen ist, wechselt der Status im Konto des Jugendlichen automatisch auf «Linked parent»

So prüfst du es: Im Konto des Jugendlichen wechselt der Status von «Invite pending» auf «Linked parent», sobald die eingeladene Vertrauensperson die Altersverifikation abgeschlossen hat. Die Vertrauensperson sieht danach im Family-Connect-Dashboard ausschliesslich die Bildschirmzeit, keine Chat-Inhalte, Figuren oder sonstige Aktivität.

Wichtige Grenzen: Die Einrichtung geht nur vom Konto des Jugendlichen aus, er kann die Freigabe jederzeit selbst wieder entziehen. Eine bereits versandte, aber noch nicht angenommene Einladung lässt sich auf demselben Bildschirm zurückziehen. Ein Zweitkonto mit falschem Geburtsdatum taucht im Dashboard nicht auf; Medienberichte kritisieren die Funktion darum als leicht zu umgehen. Sichtbar ist ausdrücklich nur die Bildschirmzeit, nichts zu Nachrichten, Figuren oder sonstiger Aktivität. Menüwege stammen aus den wörtlichen Angaben der Anbieter-FAQ; ein Direktabruf der Artikel war am 07.08.2026 mit 403 gesperrt, darum in der App gegenzuprüfen.

Quelle: support.character.ai geprüft 07.08.2026
2 Korrektes Geburtsdatum und unter-18-Erlebnis sicherstellen Wichtig

Der ganze Jugendschutz von Character.AI hängt daran, dass das Konto als minderjährig eingestuft ist: Nur dann sind der offene Chat abgeschaltet und die geführten Formate (Stories, Feed, AvatarFX) mit strengeren Filtern aktiv. Ein falsches Geburtsdatum hebelt alles aus.

Das brauchst du: Das echte Geburtsdatum des Kindes · Das Gerät, auf dem das Kind Character.AI nutzt

  1. Erstelle das Konto gemeinsam mit dem Kind und mit dem echten Geburtsdatum
  2. Prüfe gemeinsam, was das Konto anzeigt: Bei korrekt eingestuften unter-18-Konten gibt es keinen offenen Chat mit Figuren, sondern geführte Formate wie Stories
  3. Prüfe das Geburtsdatum, falls auf dem Konto des Kindes der offene Chat verfügbar ist. Das Konto ist dann als erwachsen eingestuft
  4. Lösche das Konto notfalls und lege es korrekt neu an
  5. Führe eine von der App geforderte Altersverifikation über den Drittanbieter Persona (Selfie oder Ausweis) nur für tatsächlich Erwachsene durch, nie für das Kind

So prüfst du es: Auf dem Konto des Kindes ist kein offener Chat mit Figuren verfügbar, sondern nur geführte Formate wie Stories.

Character.AI kombiniert eine eigene Altersschätzung (Verhaltenssignale) mit dem Verifikationsdienst Persona. Die Schätzung kann ein falsches Geburtsdatum erkennen, ist aber keine Garantie; umgekehrt werden auch Erwachsene manchmal fälschlich als minderjährig eingestuft. Ein exakter Menüweg zum nachträglichen Ändern des Geburtsdatums liess sich aus offiziellen Quellen nicht belegen, darum die Empfehlung Konto neu anlegen.

Quelle: support.character.ai geprüft 04.07.2026
3 Nutzungszeit begrenzen: App-Hinweis plus Bildschirmzeit am Gerät Wichtig

Character.AI selbst bietet Eltern kein einstellbares Zeitlimit, nur eine Benachrichtigung nach etwa 60 Minuten am Stück, die Minderjährige kaum anpassen können. Wer die Nutzungszeit wirklich begrenzen will (besonders nachts), muss das auf Geräteebene tun. Lange nächtliche Sitzungen waren ein wiederkehrendes Muster in den dokumentierten Problemfällen.

Das brauchst du: Für iOS: das Gerät des Kindes · Für Android: Google Family Link auf deinem Gerät

  1. Öffne auf dem Gerät des Kindes die iOS-Einstellungen
  2. Wähle «Bildschirmzeit»
  3. Lege unter «App-Limits» ein Tageslimit für die Character.AI-App fest
  4. Lege unter «Auszeit» eine Nachtruhe fest, zum Beispiel 21:00 bis 07:00 Uhr

So prüfst du es: Das Limit wird unter «Bildschirmzeit» beziehungsweise in Google Family Link angezeigt; im Family-Connect-Dashboard von Parental Insights kannst du gegenprüfen, ob die tatsächliche Nutzungszeit zum Limit passt (Web-Nutzung im Browser zählt dort mit).

Die Web-Version auf character.ai umgeht App-Limits; darum im Browser des Kindergeräts zusätzlich Inhaltsbeschränkungen oder Website-Limits setzen. Die 60-Minuten-Benachrichtigung der App ist ein Hinweis, keine Sperre.

Quelle: blog.character.ai geprüft 04.07.2026
4 Problematische Figuren melden und blockieren Wichtig

Auf Character.AI erstellen Nutzerinnen und Nutzer die Figuren selbst. Trotz Moderation tauchen immer wieder problematische Figuren auf, etwa solche, die reale Personen imitieren, sich als Therapeuten ausgeben oder auf romantische Rollenspiele angelegt sind. Melden hilft dem eigenen Kind und anderen.

Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind Character.AI nutzt

  1. Öffne auf der Seite der Figur oder im Chat das Menü mit den drei Punkten (⋮ drei Punkte)
  2. Wähle «Report» (Melden) und gib den Grund an
  3. Nutze bei akuten Sicherheitsfällen zusätzlich das Safety Center von Character.AI (support.character.ai)

So prüfst du es: Die Meldung ist mit Grund abgeschickt; ob eine Figur entfernt wird, entscheidet die Moderation von Character.AI.

Der genaue Menüweg liess sich aus den offiziellen Hilfeseiten nur teilweise belegen (403-Sperre beim Abruf) und ist vor Veröffentlichung in der App zu verifizieren. Figuren mit Namen wie Psychologist oder Therapist tragen laut Anbieter einen zusätzlichen Warnhinweis, dass sie keinen fachlichen Rat ersetzen.

Quelle: support.character.ai geprüft 04.07.2026
5 Konto löschen (Ausstieg oder Neustart) Wichtig

Wenn die Familie entscheidet, dass Character.AI nicht (mehr) passt, oder wenn ein Konto mit falschem Geburtsdatum korrekt neu angelegt werden soll. Die Löschung ist endgültig und entfernt Profil und Chats.

Das brauchst du: Zugangsdaten des Kontos (Anmeldung über Google, Apple, Discord oder E-Mail) · Das Gespräch mit dem Kind über den Ausstieg ist geführt

  1. Kündige zuerst ein allfälliges c.ai+-Abo im App Store («Einstellungen», Name, «Abos»). Die Kontolöschung stoppt die Abrechnung nicht
  2. Öffne in der App das Profil
  3. Tippe auf das Einstellungs-Symbol
  4. Wähle «Remove Account» (Konto entfernen)
  5. Bestätige die Löschung
  6. Melde dich zur Bestätigung mit derselben Methode an, mit der das Konto erstellt wurde (Google, Apple, Discord oder E-Mail)

So prüfst du es: Eine Anmeldung mit den bisherigen Zugangsdaten ist nicht mehr möglich; Profil und Chats sind entfernt.

Die Löschung ist laut Anbieter unwiderruflich. Vorher mit dem Kind besprechen statt heimlich löschen: Bei starker emotionaler Bindung an eine Figur kann ein abrupter, nicht begleiteter Abbruch belastend sein. Den Ausstieg gemeinsam planen und Alternativen anbieten.

Quelle: support.character.ai geprüft 04.07.2026

Was ihr besprechen solltet

Die Figur ist kein Freund, sie ist darauf programmiert, einer zu wirken
Character.AI-Figuren merken sich Vorlieben, machen Komplimente, stellen Rückfragen und sind rund um die Uhr verfügbar. Genau das macht sie bindend: Nähe ohne Konflikt, nie Kritik, nie Enttäuschung. Mit dem Kind besprechen, dass echte Freundschaft auch Reibung braucht, und gemeinsam überlegen, was die Figur so angenehm macht. Das öffnet das Gespräch besser als ein Verbot.
Warum der offene Chat für unter 18 abgeschaltet wurde
Jugendliche wissen oft aus sozialen Medien von den Änderungen. Altersgerecht ehrlich sein: In den USA haben Eltern geklagt, nachdem sich Teenager nach intensiven Chatbot-Beziehungen das Leben genommen hatten, und der Anbieter hat daraufhin den offenen Chat für Minderjährige beendet. Das zeigt, dass die Grenze kein Eltern-Schikane ist, sondern eine Reaktion auf reale Fälle.
Falsches Alter angeben heisst: alle Schutzmassnahmen weg
Mit einem falschen Geburtsdatum oder einem Zweitkonto landet das Kind in der Erwachsenen-Version mit offenem Chat und schwächeren Filtern, und Parental Insights sieht davon nichts. Die Regel gemeinsam vereinbaren und erklären, warum sie dem Kind dient. Damit rechnen, dass Ausweichdienste ohne jeden Jugendschutz existieren, auch darüber offen sprechen.
Was du der Figur erzählst, bleibt nicht unter euch
Rollenspiel-Chats fühlen sich privat an, liegen aber auf Servern des Anbieters und werden zum Training der Modelle verwendet. Klare Regel: keine echten Namen, Adressen, Fotos, keine Angaben zu Gesundheit, Familie oder Gefühlen, die das Kind nicht auch einer fremden Firma erzählen würde.
Bei Kummer zu Menschen, nicht zur Figur
Jeder zehnte Schweizer Jugendliche wendet sich laut Pro Juventute bei Problemen an KI-Tools, und Companion-Bots wirken besonders verständnisvoll. Dem Kind sagen: Mit Sorgen darfst du immer zu uns kommen, und es gibt Pro Juventute 147, rund um die Uhr, vertraulich und gratis. Bei Anzeichen von Rückzug, nächtlichen Marathonsitzungen oder Trauer um eine Figur fachliche Hilfe beiziehen.

Gut zu wissen

Offener Chat für Minderjährige seit Ende 2025 abgeschaltet
Nach Klagen und Druck von US-Regulierern hat Character.AI den offenen Chat für unter 18-Jährige per 25. November 2025 beendet, zuerst in den USA, danach weltweit ausgerollt (Anfang 2026 bestätigt). Minderjährige bekommen stattdessen geführte Formate: Stories (interaktive Geschichten mit gewählten Figuren), Feed, Imagine, AvatarFX-Videos, Streams und Erstell-Werkzeuge.
Was tun: Am Konto des Kindes prüfen, ob wirklich das eingeschränkte Erlebnis aktiv ist. Ist offener Chat verfügbar, stimmt die Alterseinstufung nicht.
Mehrere Klagen nach Suiziden, Vergleich im Januar 2026
In den USA klagten mehrere Familien, unter anderem die Mutter des 14-jährigen Sewell Setzer, der im Februar 2024 nach einer intensiven Beziehung zu einer Chatbot-Figur starb. Im Januar 2026 einigten sich Character.AI und Google mit den Familien aus Florida, Texas, Colorado und New York aussergerichtlich; die Bedingungen sind nicht öffentlich, eine Haftung wurde nicht anerkannt.
Was tun: Die Fälle nicht als Panikmache abtun, aber auch nicht als Normalfall: Sie zeigen das reale Risiko intensiver emotionaler Bindung, gerade bei verletzlichen Jugendlichen. Bei Sorgen ums eigene Kind fachliche Hilfe holen, für das Kind selbst Pro Juventute 147.
Altersprüfung ist eine Schätzung mit Verifikations-Option
Character.AI schätzt das Alter im Hintergrund aus Verhaltens- und Kontosignalen (eigenes Modell plus Drittanbieter wie Persona). Wer als minderjährig eingestuft wird, aber erwachsen ist, kann per Selfie oder Ausweis über Persona verifizieren. Umgekehrt können Jugendliche mit falschem Geburtsdatum trotzdem als minderjährig erkannt werden, sicher ist das aber nicht.
Was tun: Nicht auf die Technik verlassen: Konto von Anfang an mit echtem Geburtsdatum anlegen und mit dem Kind vereinbaren, keine Verifikation zu umgehen.
Parental Insights zeigt keine Inhalte und hängt am Kind
Das Dashboard Family Connect zeigt ausschliesslich die Bildschirmzeit, nie Chat-Inhalte, einzelne Figuren oder sonstige Aktivität. Die Freigabe muss vom Konto des Jugendlichen ausgehen, die eingeladene Vertrauensperson muss sich zudem als erwachsen verifizieren, und der Jugendliche kann die Freigabe jederzeit widerrufen. Medienberichte kritisieren, dass ein Zweitkonto die Funktion komplett aushebelt. Family Connect ist ein reines Einsichts-Dashboard, ohne Sperren oder Filter-Regler wie bei ChatGPT.
Was tun: Parental Insights als Gesprächsgrundlage nutzen, nicht als Überwachung. Auffällige Nutzungsmuster, etwa sehr viel Zeit insgesamt oder Nutzung tief in der Nacht, direkt ansprechen.
Chats werden fürs Training verwendet, ohne Abschalt-Option
Die Unterhaltungen fliessen in die Verbesserung der Modelle ein; eine Opt-out-Einstellung wie bei ChatGPT ist nach unserer Recherche nicht vorgesehen. Die Datenschutzerklärung erlaubt zudem die Weitergabe an Dienstleister und nennt mögliche Werbe- und Analysepartner. Rollenspiel-Chats enthalten oft besonders intime Angaben.
Was tun: Mit dem Kind die Grundregel vereinbaren: nichts eingeben, was eine fremde Firma nicht wissen darf. In der Schweiz gilt für solche Daten das revidierte Datenschutzgesetz.
Filter sind besser geworden, aber kein Verlass
Vor den Umbauten kamen sexuelle und selbstverletzungsbezogene Inhalte trotz Filter vor, und nutzergenerierte Figuren imitierten reale Personen, auch verstorbene. Seit den Umbauten gelten für Minderjährige strengere Modelle und Warnhinweise (jede Figur ist als nicht real gekennzeichnet, Therapeuten-Figuren tragen Zusatzwarnungen). Tests zeigten aber wiederholt, dass sich Schutzmassnahmen umgehen lassen.
Was tun: Filter als Unterstützung sehen, nicht als Garantie. Das Kind ermutigen, Verstörendes zu zeigen statt zu verbergen, und problematische Figuren gemeinsam melden.

AGB und Rechtslage

Was der Anbieter vorgibt (AGB)

Regel des Anbieters, kein Gesetz

Character.AI ist eine Plattform für Rollenspiel-Chats mit KI-Figuren (Companion-Chatbots): Nutzerinnen und Nutzer erstellen Figuren oder chatten mit Millionen von Figuren anderer, von Anime-Helden über Promis bis zu erfundenen Freundinnen und Therapeuten. Die Basisversion ist gratis, das Abo c.ai+ schaltet Zusatzfunktionen frei. Laut Nutzungsbedingungen muss man mindestens 13 sein (EWR und Grossbritannien: 16). Nach mehreren Klagen von Eltern in den USA, unter anderem nach Suiziden von Teenagern, hat Character.AI den offenen Chat für unter 18-Jährige per 25. November 2025 abgeschaltet, zuerst in den USA, seither weltweit ausgerollt. Minderjährige bekommen stattdessen geführte Formate wie Stories (interaktive Geschichten), Feed, AvatarFX (Videos) und Erstell-Werkzeuge. Eine Altersschätzung stuft Konten automatisch ein; wer fälschlich als minderjährig eingestuft wird, kann sein Alter über den Drittanbieter Persona per Selfie oder Ausweis nachweisen. Für Vertrauenspersonen gibt es Parental Insights: Über das Dashboard Family Connect sehen sie, nach einer eigenen Altersverifikation, ausschliesslich die Bildschirmzeit des Jugendlichen, keine Chat-Inhalte und keine einzelnen Figuren.

Was das Schweizer Recht sagt

Rechtslage Schweiz

Gesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von KI-Chatbots in der Schweiz. Die 13 Jahre (EWR und Grossbritannien: 16) sind das AGB-Mindestalter von Character Technologies, keine Schweizer Rechtsvorschrift. Auch die 18-Jahre-Grenze für den offenen Chat ist eine Anbieter-Regel, die der Konzern nach Klagen und Druck von Regulierungsbehörden in den USA eingeführt hat.

Relevante Gesetze
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): regelt die Bearbeitung von Personendaten. Relevant, weil Rollenspiel-Chats sehr intime Angaben enthalten können, die Chats fürs Modelltraining verwendet werden und bei der Altersverifikation Ausweis- oder Gesichtsdaten an den Drittanbieter Persona gehen.
  • JSFVG ist nicht anwendbar: Das Bundesgesetz über den Jugendschutz bei Film und Videospielen erfasst KI-Chatbots nicht. Character.AI ist trotz spielerischer Elemente weder Game noch Film-Streaming im Sinne des Gesetzes.

Sauber trennen: Erstens gibt es in der Schweiz kein Gesetz, das Kindern die Nutzung von Companion-Chatbots verbietet; die von Schweizer Jugendpsychiatern geforderte Beschränkung für unter 16-Jährige ist eine fachliche Forderung, kein geltendes Recht. Zweitens stammen sowohl das Mindestalter 13 als auch die 18er-Grenze für den offenen Chat aus den Regeln des Anbieters. Drittens gilt für die Daten das revidierte Datenschutzgesetz. Die US-Klagen und der Vergleich vom Januar 2026 schaffen kein Schweizer Recht, zeigen aber, wie ernst die Risiken einzustufen sind.