KI-Tools verlangen oft keine Altersprüfung, dadurch haben auch jüngere Kinder leicht Zugang zu Systemen, die sie nicht verstehen und die nicht für sie gedacht sind. Für Kinder ist zudem nicht immer klar, dass am anderen Ende kein Mensch sitzt. Eltern sollen sich informieren und altersgerecht mit dem Kind über KI sprechen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Microsoft Copilot kindersicher einstellen
KI-Assistent von Microsoft für Fragen, Texte und Bilder.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Internet ab etwa 9 nur begleitet, eigenständigere Online-Nutzung ab etwa 12. Copilot hat keine Kontakt- oder Kaufrisiken wie soziale Netzwerke, dafür Risiken bei Inhalten, Falschinformationen und Bildgenerierung. Darum: gemeinsame, begleitete Nutzung ab dem Primarschulalter möglich, ein eigenes Konto erst ab dem für die Schweiz geltenden AGB-Alter 16 mit Begleitung. Weil Copilot in Windows, Edge und Bing allgegenwärtig ist, gehört zum Familiengerät auch das bewusste Deaktivieren.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)KI ist bei Schweizer Jugendlichen Alltag: Rund 71 Prozent haben Erfahrung mit ChatGPT und ähnlichen Tools wie Copilot, ein Drittel nutzt sie mindestens wöchentlich. Jeder zehnte Jugendliche wendet sich bei persönlichen Problemen an KI-Tools. Pro Juventute wertet das als niederschwelligen ersten Schritt, warnt aber vor der digitalen Echokammer, die echte Hilfe verhindern kann.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Kind als Kinderkonto in Microsoft Family Safety führen Wichtig
Grundlage für alle weiteren Steuerungen und zugleich die zentrale Schutzwirkung: Ist das Kind mit einem Microsoft-Kinderkonto (Teil einer Familiengruppe in Family Safety) angemeldet, ist Copilot derzeit gesperrt. Beim Anmelden erscheint die Meldung, dass Kinderkonten nicht zugelassen sind. Zusätzlich lassen sich damit Bildschirmzeit, Apps und Web-/Suchfilter zentral steuern. Voraussetzung ist ein korrektes Geburtsdatum im Konto des Kindes.
Das brauchst du: Ein eigenes Microsoft-Konto als Familienorganisator · Das Microsoft-Konto des Kindes oder dessen E-Mail-Adresse · Das korrekte Geburtsdatum des Kindes
- Installiere die App Microsoft Family Safety
- Melde dich als Familienorganisator an
- Ergänze über «Familie hinzufügen» ein Mitglied und lade das Konto des Kindes ein oder erstelle es
- Vergib die Rolle Mitglied (Kind)
- Prüfe, dass das Geburtsdatum korrekt ist
- Installiere die App Microsoft Family Safety
- Melde dich als Familienorganisator an
- Ergänze über «Familie hinzufügen» ein Mitglied und lade das Konto des Kindes ein oder erstelle es
- Vergib die Rolle Mitglied (Kind)
- Prüfe, dass das Geburtsdatum korrekt ist
- Melde dich als Familienorganisator auf family.microsoft.com an
- Füge ein Familienmitglied hinzu: Gib die E-Mail-Adresse des Kindes ein, oder erstelle für das Kind ein neues Microsoft-Konto mit korrektem Geburtsdatum
- Ordne das Kind der Familiengruppe als Mitglied (Kind) zu
- Lass das Kind die Einladung annehmen
- Prüfe, dass das Geburtsdatum des Kindes korrekt ist. Davon hängen die Alterseinstufung und die Copilot-Sperre ab
- Melde das Kind auf seinen Geräten mit genau diesem Microsoft-Konto an
So prüfst du es: Meldet sich das Kind mit dem Kinderkonto bei Copilot an, erscheint die Meldung «Child accounts are not allowed at this time» (Kinderkonten sind derzeit nicht zugelassen).
Wichtig: Die Sperre greift nur, solange das Kind wirklich mit dem Kinderkonto angemeldet ist. Meldet es sich ab oder nutzt Copilot mit einem anderen (Erwachsenen-)Konto oder ganz ohne Anmeldung im Browser, greift die Sperre nicht. Menübezeichnungen von family.microsoft.com und der App können abweichen, vor Veröffentlichung gegenprüfen. Ob und wann Microsoft die generelle Kinderkonto-Sperre ändert, ist offen.
2 Copilot-App und -Website zusätzlich blockieren Wichtig
Ergänzt die Kinderkonto-Sperre für den Fall, dass Copilot über eine App oder die Website erreichbar bleibt. Über Family Safety lassen sich die Copilot-App auf Windows, Xbox und Android blockieren sowie die Website copilot.microsoft.com auf die Liste blockierter Seiten setzen. Sinnvoll ist, gleich weitere KI-Seiten zu blockieren.
Das brauchst du: Rolle als Familienorganisator in Microsoft Family Safety · Das Kind ist als Kinderkonto in der Familiengruppe eingerichtet
- Wähle in der App Microsoft Family Safety das Kind aus
- Suche unter «Apps und Spiele» die Copilot-App
- Wähle «App blockieren»
- Wähle in der App Microsoft Family Safety das Kind aus
- Suche unter «Apps und Spiele» die Copilot-App
- Wähle «App blockieren»
- Melde dich auf family.microsoft.com an
- Wähle das Kind aus
- Suche unter «Apps und Spiele» die Copilot-App
- Wähle «App blockieren»
- Ergänze unter «Web- und Suchfilter» beziehungsweise «Blockierte Websites» die Adresse copilot.microsoft.com
- Blockiere optional weitere KI-Seiten, zum Beispiel chatgpt.com, gemini.google.com, claude.ai
So prüfst du es: Die Copilot-App wird unter «Apps und Spiele» als blockiert angezeigt, und copilot.microsoft.com steht auf der Liste der blockierten Websites.
Nur Familienorganisatoren können Apps blockieren. Das App-Blockieren wirkt auf Windows-, Xbox- und Android-Geräten, die mit dem Kinderkonto verbunden sind. Die Website-Filter von Family Safety wirken nur im Browser Microsoft Edge und nur, wenn das Kind dort mit seinem Konto angemeldet ist; ein anderer Browser umgeht sie. Deutsche Menübezeichnungen in der App gegenprüfen.
3 Copilot in Windows deaktivieren und Copilot-Taste umbelegen Wichtig
Auf einem gemeinsam genutzten Windows-11-PC ist Copilot allgegenwärtig, teils über eine eigene Copilot-Taste auf der Tastatur. Das Deaktivieren verhindert, dass das Kind Copilot mit einem Klick oder Tastendruck startet. Zusätzlich lässt sich die Copilot-Taste umbelegen oder deaktivieren.
Das brauchst du: Ein Windows-11-PC mit Administratorrechten · Für die Gruppenrichtlinien-Variante: Windows 11 Pro, Education oder Enterprise
- Öffne für das Umbelegen der Copilot-Taste die Windows-Einstellungen unter «Personalisierung»›«Texteingabe» beziehungsweise «Copilot-Taste anpassen»
- Wähle dort «Copilot», «Suche» oder «Benutzerdefiniert» (alternativ die Copilot-Taste mit Microsoft PowerToys im Tastatur-Manager auf «Deaktiviert» setzen)
- Öffne für das Entfernen der Copilot-App die Windows-Einstellungen unter «Apps»›«Installierte Apps»
- Suche die Copilot-App und wähle «Deinstallieren»
- Öffne auf Windows 11 Pro/Education/Enterprise für die Gruppenrichtlinien-Variante gpedit.msc
- Setze unter «Benutzerkonfiguration»›«Administrative Vorlagen»›«Windows-Komponenten»›«Windows Copilot» die Richtlinie «Turn off Windows Copilot» auf «Aktiviert» (von Microsoft inzwischen als veraltet gekennzeichnet, wirkt nicht zuverlässig auf die neue Copilot-App)
- Lege für die Registry-Variante (alle Windows-Editionen) zuerst einen Systemwiederherstellungspunkt an
- Erstelle unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Policies\Microsoft\Windows den Schlüssel WindowsCopilot und darin den DWORD-Wert TurnOffWindowsCopilot mit dem Wert 1
- Starte den Computer danach neu (gleiche Einschränkung: gilt als veraltet und erfasst die neue Copilot-App nicht zuverlässig)
So prüfst du es: Copilot erscheint nicht mehr unter «Installierte Apps», und die Copilot-Taste startet Copilot nicht mehr.
Menüwege und verfügbare Richtlinien ändern sich mit Windows-Updates. Wichtig: Die Richtlinie Turn off Windows Copilot und der Registry-Wert TurnOffWindowsCopilot betreffen die alte Copilot-Seitenleiste; Microsoft kennzeichnet sie als veraltet (Deprecation angekündigt) und empfiehlt für das Blockieren der neuen Copilot-App stattdessen AppLocker. Im April 2026 hat Microsoft zudem die Richtlinie Remove Microsoft Copilot App ergänzt, mit der sich die Copilot-App per Gruppenrichtlinie oder Intune entfernen lässt. Der einfachste Weg auf Familiengeräten bleibt das Deinstallieren der App und die Family-Safety-Sperre über das Kinderkonto. Registry-Eingriffe nur mit Vorsicht und Sicherung. Änderungen in der laufenden Windows-Version gegenprüfen.
4 Web- und Suchfilter (SafeSearch) in Family Safety aktivieren Wichtig
Aktiviert für das Kinderkonto den Filter für nicht jugendfreie Websites und erzwingt in der Bing-Suche den strengen SafeSearch-Modus. Das reduziert den Zugang zu nicht altersgerechten Inhalten, auch bei KI-gestützter Suche in Bing und Edge.
Das brauchst du: Rolle als Familienorganisator in Microsoft Family Safety · Das Kind ist als Kinderkonto in der Familiengruppe eingerichtet
- Wähle in der App Microsoft Family Safety das Kind aus
- Öffne «Inhaltsfilter»›«Web und Suche»
- Schalte den «Filter für nicht jugendfreie Websites» ein
- Wähle in der App Microsoft Family Safety das Kind aus
- Öffne «Inhaltsfilter»›«Web und Suche»
- Schalte den «Filter für nicht jugendfreie Websites» ein
- Wähle auf family.microsoft.com das Kind aus
- Öffne «Web- und Suchfilter»
- Schalte «Nur zugelassene oder gefilterte Websites» beziehungsweise den «Filter für nicht jugendfreie Websites» ein
So prüfst du es: Der Filter für nicht jugendfreie Websites ist eingeschaltet; die Bing-Suche in Edge steht dadurch automatisch auf strengem SafeSearch.
Die Web- und Suchfilter von Family Safety wirken nur im Browser Microsoft Edge und nur bei angemeldetem Kinderkonto. In anderen Browsern greifen sie nicht; dort zusätzlich auf Geräte- oder Router-Ebene filtern. SafeSearch ist ein Filter, keine Garantie.
5 Modelltraining-Opt-out und Personalisierung/Memory ausschalten Wichtig
Falls ein Jugendlicher ab 16 ein eigenes (reguläres) Microsoft-Konto nutzt: verhindert, dass die Unterhaltungen fürs Training der KI-Modelle verwendet werden, und schaltet die Personalisierung samt Memory ab. Das reduziert die Datenspur und die Gefahr, dass sich Copilot wie ein vertrauter Begleiter anfühlt. Bei unter 18-Jährigen ist das Training laut Microsoft ohnehin ausgeschlossen, das Opt-out ist die zusätzliche Absicherung.
Das brauchst du: Zugangsdaten zum Microsoft-Konto des Jugendlichen
- Melde dich auf copilot.com mit dem Konto des Jugendlichen an
- Tippe auf das Profilsymbol und dann auf den Profilnamen
- Öffne «Memory»›«Personalisierung und Memory»
- Schalte die Funktion aus («Delete all Memory» löscht gespeicherte Erinnerungen)
- Schalte in den Datenschutz-Einstellungen die Verwendung der Unterhaltungen fürs Modelltraining aus
- Tippe in Copilot für Windows auf das Profilsymbol und dann auf den Profilnamen
- Öffne «Memory»›«Personalisierung und Memory»
- Schalte die Funktion aus
- Setze in den Datenschutz-Einstellungen das Training-Opt-out
So prüfst du es: «Personalisierung und Memory» steht auf Aus, und in den Datenschutz-Einstellungen ist die Verwendung der Unterhaltungen fürs Modelltraining ausgeschaltet.
Die genauen Menübezeichnungen unterscheiden sich zwischen Copilot im Web, unter Windows und in der App und sind teils nur auf Englisch verfügbar; in der laufenden Version gegenprüfen. Grundregel fürs Gespräch mit dem Kind: unabhängig von dieser Einstellung keine echten Namen, Adressen, Fotos oder Gesundheitsangaben eingeben.
6 Copilot-Verlauf und Aktivität löschen Wichtig
Löscht einzelne Unterhaltungen oder den gesamten Copilot-Verlauf und begrenzt so die auf Microsoft-Servern gespeicherte Datenspur. Standardmässig speichert Microsoft die Aktivität rund 18 Monate.
Das brauchst du: Zugangsdaten zum Microsoft-Konto des Jugendlichen
- Melde dich mit dem Microsoft-Konto an
- Öffne im Microsoft-Datenschutz-Dashboard den Aktivitätsverlauf (account.microsoft.com, Bereich «Datenschutz»)
- Wähle unter «Copilot-App-Aktivitätsverlauf» die Option «Alle Aktivitäten löschen»
- Exportiere oder lösche alternativ den Aktivitätsverlauf in der Copilot-App unter «Datenschutz»
- Tippe in Copilot für Windows auf eine Unterhaltung und lösche sie
- Lösche alternativ über das Microsoft-Datenschutz-Dashboard mit «Alle Aktivitäten löschen» den gesamten Verlauf
So prüfst du es: Im Datenschutz-Dashboard werden unter «Copilot-App-Aktivitätsverlauf» keine Einträge mehr angezeigt.
Gelöschte Unterhaltungen verschwinden nicht zwingend sofort vollständig von den Servern. Das Löschen des Verlaufs entfernt nicht automatisch gespeicherte Memory-Einträge, diese separat unter Memory löschen. Menüwege im Datenschutz-Dashboard gegenprüfen.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzMicrosoft Copilot ist der KI-Assistent von Microsoft. Er beantwortet Fragen, schreibt und fasst Texte zusammen, erzeugt Bilder und führt Gespräche. Copilot ist tief in Microsoft-Produkte eingebaut: in Windows 11 (eigene App und teils eine dedizierte Copilot-Taste auf der Tastatur), im Browser Edge, in der Suche Bing, als eigene App für iOS und Android sowie in Microsoft 365 (Word, Excel, Outlook), auch in der Schulversion Microsoft 365 Education. Laut Microsoft ist Copilot für Personen ab 18 gedacht, der Zugang wurde aber regional auf 13- bis 18-Jährige ausgeweitet, je nach lokalem Recht und Elterneinwilligung. Für die Schweiz nennt Microsofts Länderliste der gesetzlichen Altersgrenzen ausdrücklich 16 Jahre als eigenen Eintrag; unter 16 muss das Microsoft-Konto von den Eltern verwaltet werden. Für Personen unter 18, die angemeldet sind, gelten zusätzliche Schutzmassnahmen: Die Chats werden nicht fürs Training der KI-Modelle verwendet, es gibt keine personalisierte Werbung und keine Personalisierung der Ergebnisse. Steuerung durch die Eltern läuft nicht in Copilot selbst, sondern über die Alterseinstufung des Microsoft-Kontos und über Microsoft Family Safety (Apps und Websites blockieren, Bildschirmzeit, Web- und Suchfilter) sowie unter Windows über System- und Gruppenrichtlinien-Einstellungen.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von KI-Chatbots in der Schweiz. Die 16 Jahre sind das AGB-Mindestalter von Microsoft für die Schweiz (eigener Eintrag in Microsofts Länderliste, nicht über die EU-Sammelregel), keine Schweizer Rechtsvorschrift. Auch die für unter 16-Jährige verlangte elterliche Kontoverwaltung stammt aus den Bedingungen des Anbieters.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): regelt die Bearbeitung von Personendaten. Relevant, weil Copilot-Unterhaltungen sehr persönliche Angaben enthalten können und weil Microsoft Eingaben standardmässig speichert und (ausser bei unter 18-Jährigen und bei Opt-out) fürs Modelltraining verwenden kann.
- JSFVG ist nicht anwendbar: Das Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele erfasst KI-Chatbots nicht, Copilot ist weder Game noch Film-Streaming.
Drei Ebenen sauber trennen. Erstens gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Altersvorschrift für KI-Chatbots. Zweitens ist das Mindestalter 16 eine Vertragsbedingung von Microsoft für die Schweiz. Drittens gilt für den Umgang mit den eingegebenen Daten das revidierte Datenschutzgesetz. Der EU AI Act gilt in der Schweiz nicht direkt.