Grafari (ehemals Dybuster Orthograph) kindersicher einstellen

Rechtschreib-Lernprogramm aus einem ETH-Spin-off.

Constructor Technology / Constructor for Schools (ehemals Dybuster AG, ETH-Spinoff Zürich; seit 2021 Teil der Constructor Group, Schaffhausen) · Web
Auf einen Blick: ab welchem Alter?
AGB-Mindestalter: 0 Unsere Empfehlung: Ab 6 altersgerecht Zuletzt geprüft 13.09.2026

Worauf sich unsere Empfehlung stützt

BAG und Jugend und Medien (3-6-9-12-Regel)

Kein Bildschirm unter 3, Internet ab etwa 9 begleitet. Grafari wird ab Kindergarten/1. Klasse (Phonics) bzw. ab der 2. Klasse (Orthografie) eingesetzt, also früher als die Internet-ab-9-Marke; das ist bei einem eng geführten, werbefreien Lernwerkzeug ohne Kontaktrisiken vertretbar, sofern Schule oder Eltern die Nutzung begleiten und die Trainingszeit begrenzt bleibt.

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Pro Juventute (Bildschirmzeit)

Pro Juventute empfiehlt altersabhängige Bildschirmzeit-Richtwerte (etwa 6 bis 9 Jahre rund 30 bis 45 Minuten pro Tag) und Begleitung statt reiner Zeitkontrolle. Auch Lern-App-Zeit ist Bildschirmzeit; die kurzen Grafari-Einheiten (rund 10 bis 20 Minuten, 2 bis 3 Mal pro Woche gemäss Anbieter) passen gut in diese Richtwerte.

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Educa Navigator (Fachagentur des Bundes und der Kantone für den digitalen Bildungsraum)

Constructor for Schools (ehemals Dybuster) ist im Educa Navigator als Anwendung für Schweizer Schulen erfasst und Edulog-Partner: Die Lernprogramme arbeiten multisensorisch, passen sich individuell an und wurden mit Lehrpersonen, Neuropsychologinnen und Informatikern der Universität und ETH Zürich entwickelt; die Wirksamkeit bei Legasthenie und Dyskalkulie ist belegt.

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Einstellungen Schritt für Schritt

Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.

Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.

0 von 6 erledigt
1 Zugang klären: Schullizenz nutzen oder privates Eltern-Abo einrichten Wichtig

Grundlage für alles Weitere. Nutzt die Schule Grafari, hat das Kind bereits ein Login der Schule, und die Schullizenz erlaubt in der Regel auch das Üben zuhause; ein zusätzliches privates Abo ist dann unnötig. Nur wenn die Schule Grafari nicht einsetzt, richten Eltern ein eigenes Familien-Abo mit Eltern-Login und Kind-Login ein.

Das brauchst du: Ein Computer oder Tablet mit Browser · Kontakt zur Lehrperson für die Frage nach der Schullizenz

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  1. Frage zuerst bei der Lehrperson nach, ob die Schule eine Grafari-Lizenz hat und ob das Kind das Schul-Login auch zuhause nutzen darf (Institutionslizenzen erlauben laut Anbieter die Nutzung in der Schule und zuhause)
  2. Wähle, falls die Schule keine Lizenz hat, auf constructor.tech das Familien-Angebot (es gibt eine dreitägige kostenlose Testphase und Abos für 3, 6 oder 12 Monate; die frühere Anbieter-Website dybuster.ch ist offline)
  3. Richte das Abo ein. Dabei entstehen zwei Zugänge: ein Eltern-Login für das Constructor Cockpit (Verwaltung und Coach) und ein Kind-Login für das Training
  4. Lass das Kind sich für das Training unter schools.constructor.app mit seinem eigenen Benutzernamen und Passwort anmelden (der frühere Zugang go.dybuster.com ist offline)

So prüfst du es: Das Kind kann sich unter schools.constructor.app mit seinem Benutzernamen und Passwort anmelden und das Training starten.

Preisangaben auf der Constructor-Elternseite lauten auf US-Dollar (240 pro Jahr, 150 pro 6 Monate, 99 pro 3 Monate, Stand 07.08.2026, direkt auf constructor.tech/products/learning/grafari-o/parents geprüft); ein separater Schweizer-Franken-Preis wird nicht ausgewiesen. Das Abo verlängert sich je nach Angebot automatisch, darum Kündigungsbedingungen vor Abschluss prüfen.

Quelle: constructor.tech geprüft 13.09.2026
2 Lernfortschritt im Coach anschauen (Eltern und Lehrpersonen) Eltern oder Lehrperson, je nach Konto Wichtig

Bei einem Schulkonto stellt das oft die Lehrperson ein. Bei einem privaten Konto machst du es selbst.

Der Coach ist das Begleit-Werkzeug zu Grafari: Die Lernübersicht zeigt Übungszeit und Lernfortschritt jedes Kindes, die Lernanalyse zeigt Lernverhalten, Schwierigkeiten und die erreichten Kompetenzen. Eltern und Lehrpersonen sehen so, ob das Üben trägt, ohne daneben sitzen zu müssen.

Das brauchst du: Ein Eltern- bzw. Lehrpersonen-Login für das Constructor Cockpit

Web
  1. Melde dich im Constructor Cockpit mit deinem eigenen Eltern- bzw. Lehrpersonen-Konto an (nicht mit dem Kinder-Login)
  2. Öffne den Coach
  3. Wähle das Profil des Kindes. Alle Angaben zum Kind stehen jetzt in der «Lernübersicht»
  4. Sieh dir Übungszeit und Fortschritt an; die «Verbesserte Lernanalyse» zeigt Lernverhalten und Schwierigkeiten samt einer Darstellung der Kompetenzen
  5. Besprich den Fortschritt regelmässig gemeinsam mit dem Kind, nicht als heimliche Kontrolle

So prüfst du es: Im Coach siehst du Übungszeit und Lernfortschritt des Kindes.

Wichtig, weil viele Anleitungen im Netz noch den alten Coach beschreiben: Constructor hat den Coach überarbeitet und dabei Funktionen entfernt. Die hier zitierte Quelle nennt ausdrücklich «Lernende vergleichen» und die «Detailansicht der Lernenden» mit Kalender und Diagrammen zu Lernzeit und Übungen als nicht mehr verfügbar. Seit der Überarbeitung führt ein einziger Coach alle Produkte zusammen, Grafari, Orthograph und Calcularis. Bei reinen Schulkonten sehen Eltern den Coach nur, wenn die Schule ihnen einen Zugang einrichtet; sonst die Lehrperson um den Lernbericht bitten. Die englischen Namen der Lernanalyse sind Produktnamen: Constructor übersetzt sie auch in der deutschen Dokumentation nicht. Eine französische und eine italienische Fassung dieser Seite gibt es nicht (geprüft am 11.09.2026, beide antworten mit 404).

3 Module zuweisen und Lerneinstellungen personalisieren Eltern oder Lehrperson, je nach Konto Wichtig

Bei einem Schulkonto stellt das oft die Lehrperson ein. Bei einem privaten Konto machst du es selbst.

Grafari passt sich automatisch an, lässt sich aber zusätzlich steuern: Im Coach können einzelnen Kindern oder Gruppen bestimmte Grafari-Module zugewiesen und die Lerneinstellungen personalisiert werden (z. B. passend zum Stand beim Erstlesen oder bei der Rechtschreibung). So übt das Kind am richtigen Ort und wird weder über- noch unterfordert.

Das brauchst du: Ein Eltern- bzw. Lehrpersonen-Login für das Constructor Cockpit

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  1. Melde dich im Constructor Cockpit mit dem Eltern- bzw. Lehrpersonen-Login an
  2. Öffne den Grafari Coach
  3. Wähle das Kind (bzw. die Gruppe) aus
  4. Aktiviere unter der Modul-Zuweisung die passenden Grafari-Module (Anbieter-Anleitung mit Video in der Wissensdatenbank)
  5. Passe in den Lerneinstellungen das Programm bei Bedarf für das einzelne Kind weiter an

So prüfst du es: Die zugewiesenen Module sind im Coach beim Kind hinterlegt; nach einigen Trainings zeigt der Coach, ob der Schwierigkeitsgrad passt.

Im Zweifel die Standard-Einstellungen belassen: Das adaptive System ist der Kern des Programms und wählt Wörter und Übungen selbst nach dem Lernverhalten aus. Manuelle Eingriffe nur, wenn Lehrperson oder Fachperson (z. B. Logopädie) es empfehlen.

4 Trainingszeit dosieren: kurze Einheiten, 2 bis 3 Mal pro Woche Wichtig

Grafari wirkt über Regelmässigkeit, nicht über Dauer. Der Anbieter empfiehlt 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Woche; eine Einheit dauert je nach Modul etwa 10 bis 12 Minuten, danach stoppt das geführte Training automatisch und fragt, ob das Kind aufhören oder weitermachen will. Feste, kurze Übungsfenster verhindern, dass aus dem Fördertraining ein ermüdender Drill wird.

Das brauchst du: Ein eingerichtetes Kind-Login für das Training · Ein Eltern- bzw. Coach-Zugang für den Blick auf die Übungszeiten

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  1. Vereinbare mit dem Kind 2 bis 3 feste Zeitfenster pro Woche (z. B. Dienstag und Donnerstag nach dem Zvieri), wie es der Anbieter-Leitfaden empfiehlt
  2. Lass das Kind im geführten Training üben. Nach Ablauf der Modul-Trainingszeit stoppt das Programm von selbst
  3. Mache das Aufhören beim automatischen Stopp zur Regel und lass das Kind nicht regelmässig weiterklicken
  4. Brich die Einheit bei sichtbarer Ermüdung oder Frust ab und fahre am nächsten geplanten Termin weiter

So prüfst du es: Im Coach zeigen die Übungszeiten regelmässige, kurze Einheiten über die Wochen; wichtig ist die Regelmässigkeit, nicht möglichst viele Minuten pro Tag.

Ältere Dybuster-Materialien nennen 15 bis 20 Minuten pro Einheit; die aktuellen Anbieter-Angaben (10 Minuten für Modul 3, 12 Minuten für Module 4 und 5, 2 bis 3 Einheiten pro Woche) stammen aus der Constructor-Wissensdatenbank. Eine harte technische Zeitsperre für Eltern ist nicht belegt; die Begrenzung läuft über das geführte Training und die Absprache.

5 Logins datensparsam anlegen (Pseudonym oder Edulog) Eltern oder Lehrperson, je nach Konto Wichtig

Bei einem Schulkonto stellt das oft die Lehrperson ein. Bei einem privaten Konto machst du es selbst.

Für das Training braucht Grafari keinen vollen Klarnamen. Wer die Konten anlegt (Lehrperson oder Eltern), kann Pseudonyme oder Vorname plus Initiale verwenden. An vielen Schweizer Schulen läuft die Anmeldung zudem über Edulog: Dann meldet sich das Kind mit seinem Edulog-Pseudonym an, und der Anbieter erhält von vornherein weniger Personendaten.

Das brauchst du: Zugang zum Constructor Cockpit, in dem die Kind-Konten angelegt werden

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  1. Verwende beim Anlegen des Kind-Kontos im Cockpit ein Pseudonym oder den Vornamen mit Initiale statt des vollen Namens
  2. Hinterlege keine private E-Mail-Adresse des Kindes
  3. Setze für jedes Kind ein eigenes, sicheres Passwort und bewahre die Zugangsdaten sicher auf
  4. Frage an der Schule nach, ob die Anmeldung über Edulog läuft. Falls ja, nutzt das Kind sein Edulog-Pseudonym für den Zugang
  5. Frage bei Schulkonten mit vollem Klarnamen die Lehrperson, ob ein Pseudonym oder der Vorname reicht

So prüfst du es: Im Konto des Kindes erscheint nur ein Pseudonym bzw. der Vorname mit Initiale, und es ist keine private E-Mail-Adresse des Kindes hinterlegt.

Constructor for Schools war einer der ersten Edulog-Dienstleister; die Anmeldung mit dem Edulog-Pseudonym ist im Educa Navigator dokumentiert. Ob die Oberfläche beim privaten Familien-Abo bestimmte Pflichtfelder verlangt, war aus Such-Snippets nicht abschliessend ersichtlich und ist beim Einrichten zu prüfen.

6 Konto und Daten löschen (Abo-Ende oder Schuljahresende) Wichtig

Nach dem Ende des Trainings müssen die Lernverlaufsdaten des Kindes nicht beim Anbieter bleiben. Die Datenschutz- und Sicherheitsseite im Constructor Cockpit hält ausdrücklich fest, dass jede Nutzerin und jeder Nutzer das Recht hat, alle gespeicherten Personendaten einzusehen, korrigieren und vollständig löschen zu lassen.

Das brauchst du: Die Zugangsdaten zum Abo bzw. der Kontakt zum Support oder zur Lehrperson

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  1. Verlange beim privaten Abo nach der Kündigung beim Anbieter (Support von Constructor for Schools bzw. Dybuster) die vollständige Löschung des Kind-Kontos und der Lernverlaufsdaten
  2. Bitte beim Schulkonto die Lehrperson oder die schulische ICT-Verantwortliche, nicht mehr benötigte Konten am Schuljahresende zu löschen
  3. Sichere vorher bei Bedarf den Lernstandsbericht aus dem Coach (z. B. für Logopädie oder schulpsychologischen Dienst)
  4. Bewahre die Löschbestätigung des Anbieters auf

So prüfst du es: Du hast eine Löschbestätigung des Anbieters erhalten.

Das Löschrecht ist in der Cockpit-Datenschutzseite dokumentiert, der genaue Weg (Selbstbedienung im Cockpit oder Anfrage an den Support) und allfällige Aufbewahrungsfristen waren aus Such-Snippets nicht ersichtlich und sind zu verifizieren.

Was ihr besprechen solltet

Üben ohne Druck
Grafari wird oft eingesetzt, wenn Rechtschreibung ohnehin ein wunder Punkt ist (LRS/Legasthenie). Dem Kind erklären, dass das Programm kein Test ist, sondern ein Trainer, der sich an sein Tempo anpasst. Kurze, regelmässige Einheiten vereinbaren und aufhören, wenn die Zeit um ist, auch wenn es gerade gut läuft.
Fehler sind Teil des Programms
Grafari lernt aus den Fehlern des Kindes und wählt danach die nächsten Wörter aus. Das lässt sich positiv rahmen: Jeder Fehler zeigt dem Programm, was es als Nächstes üben soll. So verliert das Falschschreiben seinen Schrecken, gerade für Kinder, die in der Schule oft rote Striche sehen.
Fortschritte gemeinsam anschauen
Den Coach nicht als heimliches Kontrollinstrument nutzen, sondern die Lernübersicht regelmässig zusammen mit dem Kind anschauen: Was ist besser geworden, wo hakt es noch? Dem Kind offen sagen, dass Eltern und Lehrperson den Lernverlauf sehen können und wozu.
Schule und Elternhaus absprechen
Wenn die Schule Grafari einsetzt, mit der Lehrperson klären: Übt das Kind zuhause mit dem Schul-Login weiter, wie oft ist gewünscht, und wer schaut in den Coach? Doppelte Trainingspläne (Schule und Elternhaus unabgesprochen) überladen das Kind schnell.

Gut zu wissen

Wer hinter Grafari steht
Grafari stammt von der Dybuster AG, einem Spinoff der ETH Zürich, dessen Lernsysteme mit Neurowissenschaftlerinnen und Informatikern der ETH und der Universität Zürich entwickelt wurden. Im Oktober 2021 wurde Dybuster von SIT Alemira übernommen (Schaffhausen Institute of Technology), heute Constructor Group bzw. Constructor Technology (Schaffhausen); das Schulangebot heisst Constructor for Schools. Rund 200'000 Kinder haben die Dybuster-Programme bereits genutzt. Die Dybuster AG ist inzwischen vollständig in der Constructor Technology AG aufgegangen: Alle dybuster.ch-Seiten und der frühere Zugang go.dybuster.com sind offline (eigene Prüfung am 07.08.2026: DNS löst auf, aber kein Server antwortet).
Was tun: Nicht irritieren lassen, wenn Unterlagen der Schule noch Dybuster sagen und Rechnungen oder Logins Constructor: Es ist dieselbe Firma. Massgebend sind die Angaben im Constructor Cockpit unter schools.constructor.app. Wer noch ein bestehendes Abo hat oder die alte Website sucht: Das Abo läuft über Constructor weiter, bei Fragen hilft der Support unter support.constructor.tech.
Namenswechsel: Orthograph heisst jetzt Grafari
Das Rechtschreibprogramm hiess viele Jahre Dybuster Orthograph und wurde unter Constructor in Grafari umbenannt (auf den offiziellen Seiten oft als Grafari (Orthograph) bezeichnet). Ältere Elternbriefe, Testberichte und Schulwikis beziehen sich auf Orthograph, meinen aber dasselbe Produkt. Zusätzlich gibt es vom selben Anbieter Calcularis (Mathematik) und das Schreiblabor (Geschichten schreiben), die über dasselbe Cockpit laufen.
Was tun: Bei der Suche nach Anleitungen und Erfahrungsberichten beide Namen (Grafari und Orthograph) verwenden und prüfen, ob wirklich das Rechtschreibprogramm von Dybuster/Constructor gemeint ist.
Zwei Varianten: Grafari Phonics und Grafari Orthografie
Grafari Phonics führt ans Lesen und Schreiben heran (Laute, Buchstaben; ab Kindergarten/1. Klasse, entwickelt mit Dr. Katharina Leemann, Worlddidac Award 2023). Grafari (Orthograph) trainiert die Rechtschreibung vom deutschen Grundwortschatz bis zu Englisch und Französisch und wird ab etwa der 2. Klasse bis ins Erwachsenenalter eingesetzt, besonders bei LRS/Legasthenie.
Was tun: Mit der Lehrperson oder Fachperson klären, welche Variante zum Stand des Kindes passt, und im Coach die passenden Module zuweisen lassen.
Wissenschaftlich geprüft, aber kein Wundermittel
Die Wirksamkeit von Orthograph/Grafari ist ungewöhnlich gut belegt: Studien mit der Universität Zürich zeigten u. a. in einer 2007 publizierten Studie bei 80 Kindern (9 bis 11 Jahre) eine Verbesserung der Rechtschreibleistung von Legasthenikern um rund 20 bis 35 Prozent in drei Monaten und eine signifikante Fehlerreduktion (mittlere bis grosse Effektstärken) nach 12 Wochen Training, sowohl bei Kindern mit als auch ohne LRS. Voraussetzung ist aber genau das, was die Studien machten: regelmässiges Training über Wochen.
Was tun: Realistische Erwartungen setzen: 2 bis 3 kurze Einheiten pro Woche über mindestens ein Quartal einplanen. Bei diagnostizierter LRS ersetzt Grafari keine Logopädie oder Lerntherapie, sondern ergänzt sie.
Kinderdaten: Lernverlauf im Cockpit, Edulog möglich
Grafari speichert neben dem Login den detaillierten Lernverlauf (Übungszeiten, Fehler, Fortschritt), den Lehrpersonen und Eltern im Coach einsehen. Laut Cockpit-Datenschutzseite gelten Schweizer DSG und DSGVO, Daten werden verschlüsselt übertragen, es gibt keine Werbung, und alle Daten können auf Verlangen vollständig gelöscht werden. Als Edulog-Partner erlaubt der Anbieter die Anmeldung mit dem Edulog-Pseudonym der Schule. Der genaue Serverstandort ist öffentlich nicht klar dokumentiert.
Was tun: Logins datensparsam anlegen (Pseudonym oder Edulog), am Ende des Abos oder Schuljahres die Löschung verlangen und bei Fragen zum Serverstandort den Anbieter oder die schulische Datenschutzstelle fragen.
Kostenfalle nur beim Privat-Abo, nicht in der App
Im Programm selbst gibt es keine In-App-Käufe, keine Werbung und nichts, was Kinder kaufen könnten. Kosten entstehen nur über die Lizenz: Schulen zahlen Institutionslizenzen (Nutzung auch zuhause inbegriffen), Familien ein Abo direkt bei Constructor (240 US-Dollar pro Jahr, 150 US-Dollar pro Halbjahr oder 99 US-Dollar pro Quartal, Stand 07.08.2026; ein separater Schweizer-Franken-Preis wird nicht ausgewiesen). Zum Testen gibt es eine dreitägige kostenlose Testphase; die frühere Anbieter-Website dybuster.ch ist offline.
Was tun: Vor einem privaten Abo immer zuerst die Schule fragen, ob eine Schullizenz besteht, die das Üben zuhause abdeckt. Beim Abo die automatische Verlängerung und die Kündigungsfrist prüfen und mit der kostenlosen Testphase ausprobieren, ob das Kind mit dem Programm zurechtkommt.

AGB und Rechtslage

Was der Anbieter vorgibt (AGB)

Regel des Anbieters, kein Gesetz

Grafari (früher Dybuster Orthograph) ist ein wissenschaftlich entwickeltes Rechtschreib-Lernprogramm der früheren Dybuster AG, einem ETH-Spinoff aus Zürich, das seit der Übernahme 2021 zur Constructor Group (Schaffhausen) gehört und als Constructor for Schools auftritt. Das Programm trainiert die Rechtschreibung multisensorisch: Buchstaben werden mit Farben, Formen und Tönen verknüpft, das Training läuft in kurzen Spielen (Farbspiel, Silben-/Graphspiel, Schreib-Lernspiel) und passt sich automatisch dem Lernstand des Kindes an. Es eignet sich besonders bei Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS/Legasthenie). Die Nutzung ist browserbasiert (Computer und Tablet), der Zugang läuft über das Constructor Cockpit unter schools.constructor.app, an vielen Schweizer Schulen auch über den Edulog-Schul-Login. Für die Nutzungsrechte gilt die Software-Lizenz (EULA) der Dybuster AG im Constructor Cockpit: Schulen erwerben Institutionslizenzen (Nutzung in der Schule und zuhause), Familien können ein privates Abo abschliessen. Laut der Datenschutz- und Sicherheitsseite im Cockpit gelten das Schweizer Datenschutzgesetz und die DSGVO, es wird keine Werbung angezeigt, und Nutzende haben das Recht auf Einsicht, Berichtigung und vollständige Löschung ihrer Daten. Wichtig für Eltern mit älteren Unterlagen: Die frühere Dybuster AG ist vollständig in der Constructor Technology AG aufgegangen, alle dybuster.ch-Seiten und der alte Zugang go.dybuster.com sind offline; massgebend sind ausschliesslich constructor.tech und schools.constructor.app.

Was das Schweizer Recht sagt

Rechtslage Schweiz

Gesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter in der Schweiz für die Nutzung eines Rechtschreib-Lernprogramms. Auch der Anbieter nennt kein bekanntes AGB-Mindestalter; die Konten werden von Schule oder Eltern angelegt. Ein AGB-Alter wäre ohnehin eine Vertragsregel des Anbieters, keine Schweizer Rechtsvorschrift.

Relevante Gesetze
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): relevant, weil Logins und detaillierte Lernverlaufsdaten von Kindern bearbeitet werden. Der Anbieter erklärt in der Cockpit-Datenschutzseite die Anwendung des Schweizer Datenschutzgesetzes und der DSGVO.
  • Kantonale Datenschutzgesetze bei Nutzung durch die Volksschule: Für Schulen gilt kantonales Schuldatenschutzrecht; die Schule bleibt für die Bearbeitung der Schülerdaten verantwortlich. Constructor for Schools ist im Educa Navigator erfasst und Edulog-Partner, was die datensparsame Anmeldung mit Edulog-Pseudonym ermöglicht.

Das JSFVG (Jugendschutz bei Filmen und Videospielen) ist hier nicht anwendbar: Grafari ist ein Lernprogramm, die spielerischen Elemente (Farbspiel, Silbenspiel) sind Teil der Lernmethode und kein eigenständiges Videospiel-Angebot mit Alterskennzeichnungspflicht. Rechtlich relevant sind bei Grafari vor allem die Kinderdaten (Logins, Lernverlauf), nicht die Alterskontrolle. Es gibt keinen Chat, keinen Kontakt zu Fremden, keine In-App-Käufe durch Kinder und keinen offenen Feed.