Internet ab etwa 9 Jahren und nur begleitet. Das Schreiblabor wird ab der 1. Klasse eingesetzt, also früher; das ist als eng geführtes Lernwerkzeug in Schule oder Elternhaus vertretbar, sofern die offene Bildsuche eingeschränkt oder deaktiviert ist und ein Erwachsener die Nutzung begleitet.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Schreiblabor kindersicher einstellen
Online-Tool zum Schreiben- und Lesenlernen ab der 1. Klasse.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Kinder im Primarschulalter sollen digitale Medien begleitet nutzen; Eltern und Schule sollen technische Schutzmassnahmen einrichten, sich aber nicht allein darauf verlassen, sondern mit dem Kind im Gespräch bleiben, auch darüber, was es tun soll, wenn es auf verstörende Inhalte stösst.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Kinder können im Netz ungewollt auf nicht altersgerechte Bilder stossen. Wichtig ist, dass sie sich in solchen Momenten an eine erwachsene Person wenden können, ohne Vorwürfe zu fürchten, und dass Filter und Einstellungen altersgerecht gesetzt sind.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Pixabay-Bildsuche in der Klassenverwaltung einschränken oder deaktivieren (Lehrperson) Wichtig
Das ist die wichtigste Einstellung im ganzen Schreiblabor. Die integrierte Bildsuche greift auf das offene Pixabay-Archiv zu, ein Bildportal für Erwachsene, das auch Gewaltdarstellungen und freizügige Bilder enthält. Sind die Einstellungen nicht korrekt gesetzt, können Kinder über die Bildsuche an nicht kindgerechte Pixabay-Bilder gelangen. Der Technologiepartner WriteReader dokumentiert offiziell: Die Bildsuche und die Kamerafunktion lassen sich in den Klasseneinstellungen deaktivieren, sodass Kinder nur noch Bilder aus der Bildbank oder eigene Uploads verwenden.
Das brauchst du: Ein Lehrpersonen-Konto im Cockpit (schools.constructor.app) · Ein Schülerlogin zum Gegentesten
- Melde dich als Lehrperson im Cockpit an (schools.constructor.app; der frühere Zugang go.dybuster.com ist offline)
- Öffne das Schreiblabor
- Öffne deine Klasse
- Wähle den Bereich «Einstellungen» (Settings) der Klasse
- Deaktiviere die Option für die Bildsuche (Image Search)
- Deaktiviere bei Bedarf auch die Kamerafunktion
- Melde dich zum Gegentesten mit einem Schülerlogin an
- Füge in einer Testgeschichte ein Bild ein
So prüfst du es: Beim Einfügen eines Bildes stehen im Schülerlogin nur noch die Bildbank und der eigene Upload zur Verfügung; die freie Pixabay-Suche erscheint nicht mehr.
Dass die Bildsuche pro Klasse deaktivierbar ist, ist in der offiziellen WriteReader-FAQ dokumentiert. Die deutschen Bezeichnungen in der Schreiblabor-Oberfläche können leicht abweichen und sind mit einem Lehrpersonen-Konto gegenzuprüfen. WriteReader bezeichnet die eingebaute Pixabay-Suche zwar als gefiltert (safe search), die Praxis zeigt aber, dass unpassende Bilder durchrutschen können. Darum gilt: Bildsuche deaktivieren oder nur eng begleitet zulassen, und nach jeder Änderung mit einem Schülerlogin gegentesten.
2 Nutzung zuhause: Bildsuche nur gemeinsam, sonst nur eigene Bilder (Eltern) Wichtig
Wird das Schreiblabor zuhause genutzt, weil das Kind mit dem Schul-Login weiterarbeitet (ein eigenständiges Familien-Abo bietet Constructor für das Schreiblabor nicht an), greifen die Klasseneinstellungen der Lehrperson unter Umständen nicht oder Eltern wissen nicht, wie sie gesetzt sind. Eltern sollten selbst prüfen, was die Bildsuche im Konto ihres Kindes liefert, und klare Regeln setzen.
Das brauchst du: Die Cockpit-Zugangsdaten des Kindes (schools.constructor.app, teils via Edulog)
- Melde dich mit dem Login des Kindes im Cockpit an (schools.constructor.app, teils via Edulog)
- Öffne das Schreiblabor
- Öffne eine Testgeschichte
- Wähle die Funktion Bild einfügen
- Prüfe, ob eine freie Bildsuche (Pixabay) angeboten wird oder nur der eigene Upload
- Verlange bei offener Bildsuche bei der Lehrperson die Einschränkung für die Klasse
- Vereinbare alternativ zuhause, dass das Kind die Bildsuche nur gemeinsam mit einem Elternteil benutzt
- Wähle sonst mit dem Kind Bilder vorab gemeinsam aus und speichere sie auf dem Gerät, sodass es nur eigene Bilder hochlädt
So prüfst du es: Beim Einfügen eines Bildes erscheint im Konto des Kindes keine freie Pixabay-Suche mehr, oder es gilt die vereinbarte Regel, die Bildsuche nur gemeinsam zu nutzen.
Suchbegriffe können harmlos gemeint sein und trotzdem heikle Treffer liefern; Pixabay lässt laut eigener FAQ auch Aktfotografie zu, und der SafeSearch-Filter ist bei der Pixabay-Schnittstelle standardmässig aus. Darum den Test unbedingt selbst machen und nicht davon ausgehen, dass ein Schul-Tool automatisch gefiltert ist.
3 Pixabay-SafeSearch auf Netzwerkebene erzwingen (Zusatzschutz) Wichtig
Unabhängig vom Schreiblabor lässt sich der Jugendschutzfilter von Pixabay im eigenen Netzwerk erzwingen. Pixabay bietet dafür offiziell eine Lösung an: Wird pixabay.com im lokalen DNS als Alias (CNAME) auf safesearch.pixabay.com gelegt, liefert Pixabay für alle Geräte im Netzwerk nur noch SafeSearch-Ergebnisse. Das schützt beim direkten Surfen auf Pixabay; ob es auch die in das Schreiblabor eingebaute Suche filtert, hängt von deren technischer Anbindung ab.
Das brauchst du: Zugriff auf den Router oder DNS-Server des Netzwerks · Grundkenntnisse in der Router- oder DNS-Konfiguration
- Nimm diese Einstellung im Router oder DNS-Server vor, nicht im Schreiblabor selbst
- Lege im Router oder Schul-DNS einen CNAME-Eintrag an: pixabay.com verweist auf safesearch.pixabay.com
- Aktiviere alternativ beim direkten Arbeiten mit Pixabay im Browser die SafeSearch-Option auf pixabay.com
So prüfst du es: Eine Suche mit einem heiklen Begriff auf pixabay.com liefert auf den Geräten im Netzwerk nur noch gefilterte Resultate.
Das ist ein technischer Zusatzschutz für Schulnetze und versierte Eltern, offiziell von Pixabay für Schulen und Arbeitsplätze beschrieben. Er ersetzt die Einstellung in der Schreiblabor-Klassenverwaltung nicht, denn die Schnittstellen-Suche des Schreiblabors läuft möglicherweise über einen Server des Anbieters und nicht über das eigene Netzwerk. Für Details eignet sich der Pixabay-Blogbeitrag.
4 Sichtbarkeit der Bücher und Texte prüfen (Klassen-Büchergestell) Wichtig
Fertige Geschichten landen als Bücher in einem virtuellen Büchergestell und können innerhalb der Klasse von den anderen Kindern gelesen werden. In der zugrunde liegenden WriteReader-Technik gibt es dafür zwei Stellschrauben: einen Klassenbücher-Schalter (ob Kinder die Bücher der anderen sehen) und ein Link-Sharing, mit dem Bücher per Link auch ausserhalb der Klasse geteilt werden können. Lehrperson und Eltern sollten wissen, wer die Texte des Kindes sehen kann, und mit dem Kind klären, dass keine privaten Details (voller Name, Adresse, Familiengeschichten, erkennbare Fotos) in veröffentlichte Geschichten gehören.
Das brauchst du: Ein Lehrpersonen-Konto im Cockpit
- Melde dich als Lehrperson an
- Öffne die «Einstellungen» (Settings) der Klasse
- Stelle den Schalter für Klassenbücher auf die gewünschte Einstellung
- Aktiviere das Link-Sharing pro Buch nur nach Rücksprache mit den Eltern
- Besprich mit dem Kind, dass Mitschülerinnen und Mitschüler die Geschichten lesen können, bevor es persönliche Dinge hineinschreibt
So prüfst du es: Der Klassenbücher-Schalter steht auf der gewünschten Einstellung, und das Link-Sharing ist nur bei Büchern aktiv, für die es abgesprochen ist.
Klassenbücher-Schalter und Link-Sharing sind in der offiziellen WriteReader-Dokumentation beschrieben; die deutschen Bezeichnungen in der Schreiblabor-Oberfläche mit einem Lehrpersonen-Konto gegenprüfen. Der Austauschplattform-Charakter innerhalb der Klasse ist zusätzlich im Wiki der Schule Hedingen dokumentiert.
5 Schülerlogins datensparsam anlegen (Pseudonyme statt voller Namen) Wichtig
Für jedes Kind wird ein Login angelegt. Die Bücher und Inhalte werden vom Technologiepartner WriteReader auf Amazon-Servern gespeichert; die Aufbewahrungsfristen sind öffentlich nicht im Detail dokumentiert. Darum gilt Datenminimierung: Vorname plus Anfangsbuchstabe oder ein Pseudonym statt des vollen Namens, keine private E-Mail-Adresse des Kindes, individuelle Passwörter.
Das brauchst du: Ein Lehrpersonen-Konto mit Zugriff auf die Klassenverwaltung (zuhause: ein Elternzugang) · Eine Liste der Kinder mit Pseudonymen oder Kurzformen der Namen
- Öffne als Lehrperson die Klassenverwaltung (zuhause: lege das Konto des Kindes an)
- Verwende beim Erfassen der Kinder nur Vornamen mit Anfangsbuchstaben des Nachnamens oder Pseudonyme
- Setze für jedes Kind ein eigenes Passwort
- Übergib die Zugangsdaten sicher an die Familien
- Veranlasse am Schuljahresende beim Anbieter die Löschung nicht mehr benötigter Konten und Texte
So prüfst du es: In der Klassenliste erscheinen nur Pseudonyme oder Kurzformen statt voller Namen, und jedes Kind hat ein eigenes Passwort.
Beim schulischen Einsatz bleibt die Schule für die Schülerdaten verantwortlich (kantonales Datenschutzrecht, revDSG). Vor dem Klasseneinsatz gehört die Datenschutzerklärung des Anbieters geprüft, idealerweise durch den PICTS oder die Datenschutzstelle der Schule; das Wiki der Schule Hedingen empfiehlt ebenfalls, sich vor dem Einsatz beim PICTS zu melden.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzDas Schreiblabor ist ein Onlinetool, mit dem Kinder ab der 1. Klasse eigene kleine Bücher und Geschichten schreiben. Die Kinder schreiben Sätze, fügen Bilder dazu (eigener Upload, Bildbank oder integrierte Pixabay-Bildsuche), und die fertige Geschichte landet als Buch in einem virtuellen Büchergestell, wo sie innerhalb der Klasse gelesen werden kann. Lehrpersonen oder Eltern können die Kindersätze in einer sogenannten Erwachsenenversion (korrekte Rechtschreibung) darunter ergänzen und Kommentare schreiben. Angeboten wird das Schreiblabor von Constructor Technology bzw. Constructor for Schools (der früheren Dybuster AG, einem ETH-Spinoff aus Zürich, seit der Übernahme Teil der Constructor Group, Schaffhausen). Technisch basiert es auf dem dänischen Tool WriteReader; laut der Datenschutzseite des Constructor Cockpits speichert WriteReader die erstellten Bücher, weitere Inhalte und Einstellungen auf Amazon-Servern. Der Zugang läuft ausschliesslich über das Cockpit unter schools.constructor.app, teils auch via Edulog-Schul-Login; der frühere Zugang go.dybuster.com ist offline. Wichtig für Eltern: Anders als bei Calcularis und Grafari findet sich das Schreiblabor auf der aktuellen Constructor-Elternseite (constructor.tech/solutions/parents) nicht mehr, ein eigenständiges Familien-Abo bietet der Anbieter dafür nicht an; das Schreiblabor ist heute nur noch über eine Schullizenz zugänglich.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter. Es gibt auch kein bekanntes AGB-Mindestalter des Anbieters; das Tool ist für Schulkinder ab der 1. Klasse gedacht und wird über Lehrpersonen- oder Elternkonten verwaltet. Ein AGB-Alter wäre ohnehin eine Vertragsregel des Anbieters, keine Schweizer Rechtsvorschrift.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz): relevant, weil Logins, Texte und allenfalls Fotos von Kindern bearbeitet werden. Beim schulischen Einsatz gelten zusätzlich die kantonalen Datenschutzregeln für Schulen (die Schule bleibt für die Bearbeitung der Schülerdaten verantwortlich).
- Recht am eigenen Bild (Persönlichkeitsschutz, Art. 28 ZGB): relevant, wenn Kinder Fotos von sich oder anderen in ihre Geschichten hochladen.
Das JSFVG (Jugendschutz bei Filmen und Videospielen) ist hier nicht anwendbar, weil das Schreiblabor weder ein Videospiel noch ein Film-Streaming-Dienst ist. Das zentrale Schutzthema ist kein Alterslimit, sondern die Konfiguration: Die integrierte Pixabay-Bildsuche greift auf ein offenes Bildarchiv für Erwachsene zu. Pixabay lässt laut eigener FAQ auch Aktfotografie und anstössige Inhalte zu, und der Pixabay-SafeSearch-Filter ist bei der Programmierschnittstelle standardmässig ausgeschaltet. Der Technologiepartner WriteReader gibt zwar an, die eingebaute Bildsuche sei gefiltert (safe search); die Praxis zeigt aber, dass ohne korrekt gesetzte Klasseneinstellungen nicht kindgerechte Bilder erscheinen können.