Internet ab etwa 9 begleitet, soziale Netzwerke ab etwa 12. Scratch besteht aus zwei Teilen, die sich getrennt betrachten lassen: Das Programmieren selbst ist eine Lerntätigkeit und passt früher. Kommentare, Follower und Studios sind eine öffentliche Community mit fremden Menschen und folgen darum der Schwelle für soziale Netzwerke.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Scratch kindersicher einstellen
Programmier-Plattform ab etwa 8 Jahren, mit öffentlicher Community.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Mediennutzung an Reife und Begleitung knüpfen, nicht allein am Alter. Kreatives Gestalten und Programmieren sind wertvoll; entscheidend ist, den öffentlichen Teil erst dann zu öffnen, wenn das Kind mit Kritik, Kontaktversuchen und dem eigenen Datenschutz umgehen kann.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Konto mit deiner E-Mail-Adresse anlegen Wichtig
Alle Bestätigungen, Passwort-Zurücksetzungen und Meldungen von Scratch landen bei dir und nicht beim Kind. Bei Kindern unter 16 verlangt Scratch diese Adresse ohnehin.
Das brauchst du: Ein Gerät mit Browser · Deine E-Mail-Adresse und Zugriff auf dein Postfach · Ein Benutzername, der nichts über das Kind verrät (kein Vorname, kein Geburtsjahr, kein Wohnort)
- Öffne «scratch.mit.edu» im Browser
- Klicke oben rechts auf «Scratcher werden»
- Gib den ausgedachten Benutzernamen und ein Passwort ein
- Wähle als Land «Schweiz»
- Gib Geburtsmonat und Geburtsjahr des Kindes wahrheitsgemäss ein
- Gib deine eigene E-Mail-Adresse als Adresse des Elternteils ein
- Schliesse die Anmeldung ab
So prüfst du es: In deinem Postfach liegt eine Nachricht von Scratch mit dem Bestätigungslink. Das Kind kann sich bereits anmelden und Projekte bauen, obwohl du den Link noch nicht angeklickt hast.
Gib das richtige Geburtsjahr an: Nur so schickt Scratch den Bestätigungslink überhaupt an dich statt an das Kind. Der Benutzername lässt sich später nicht mehr ändern und ist für alle sichtbar. Deshalb lohnt es sich, ihn gemeinsam auszudenken. Ein Kind kann sich jederzeit ein zweites Konto mit einer eigenen Adresse anlegen; diese Einstellung schützt das erste Konto, nicht das Kind vor einem zweiten.
2 Den Bestätigungslink bewusst offen lassen Wichtig
Ohne bestätigte E-Mail-Adresse kann das Kind bauen und speichern, aber nichts veröffentlichen und nichts kommentieren. Die Community bleibt zu, das Programmieren bleibt offen.
Das brauchst du: Das Konto wurde mit deiner E-Mail-Adresse angelegt · Die Bestätigungsmail von Scratch liegt in deinem Postfach
- Öffne die Bestätigungsmail von Scratch in deinem Postfach
- Klicke den Bestätigungslink bewusst nicht an
- Verschiebe die Nachricht in einen Ordner, damit du sie später wiederfindest
- Erkläre dem Kind, dass Veröffentlichen und Kommentieren später gemeinsam freigeschaltet werden
So prüfst du es: Melde dich mit dem Konto des Kindes an und öffne ein Projekt: Die Schaltfläche zum Veröffentlichen ist gesperrt, und unter fremden Projekten lässt sich kein Kommentar abschicken.
Das ist der einzige Weg, den Scratch selbst für Eltern nennt. Eine echte Kindersicherung mit Schaltern gibt es nicht. Der Preis ist ehrlich zu benennen: Das Kind kann seine Arbeit niemandem zeigen, und für viele ist genau das der Reiz von Scratch. Ansehen und mitlesen kann das Kind trotzdem alles, was andere veröffentlicht haben. Sobald du den Link anklickst, ist die Sperre weg und lässt sich nicht wieder herstellen.
3 Kommentare auf Profil und Projekten abschalten Wichtig
Fremde können dem Kind nicht mehr unter seine Projekte oder auf sein Profil schreiben. Übrig bleiben nur «Mag ich» und «Favorit».
Das brauchst du: Die Zugangsdaten des Kinderkontos · Ein Gerät mit Browser
- Öffne «scratch.mit.edu» und melde dich mit dem Konto des Kindes an
- Klicke oben rechts auf den Benutzernamen
- Wähle «Profil»
- Schalte im Kommentarbereich das Kommentieren aus
- Öffne «Meine Sachen»
- Öffne das erste veröffentlichte Projekt
- Schalte auch dort im Kommentarbereich das Kommentieren aus
- Wiederhole das für jedes weitere veröffentlichte Projekt
So prüfst du es: Rufe das Profil des Kindes in einem privaten Browserfenster ohne Anmeldung auf: Statt des Eingabefelds für Kommentare steht dort ein Hinweis, dass Kommentare ausgeschaltet sind.
Der Schalter sitzt an jedem Projekt einzeln, es gibt keinen Sammelschalter für das ganze Konto. Jedes neu veröffentlichte Projekt startet wieder mit offenen Kommentaren. Das ist der häufigste Fehler. Und der Schalter wirkt nur in eine Richtung: Das Kind kann weiterhin überall selbst kommentieren. Eine Funktion, um einzelne Personen zu blockieren, hat Scratch bewusst nicht; unerwünschtes Verhalten wird über «Melden» an das Scratch-Team gegeben.
4 Projekte privat halten und Veröffentlichtes zurückziehen Wichtig
Nicht veröffentlichte Projekte sieht ausser dem Kind niemand. Veröffentlichte sind dagegen weltweit abrufbar, samt komplettem Programmcode und allem, was darin steht.
Das brauchst du: Die Zugangsdaten des Kinderkontos
- Melde dich mit dem Konto des Kindes an
- Öffne oben rechts «Meine Sachen»
- Sieh die Liste der geteilten Projekte durch
- Klicke bei einem Projekt, das nicht öffentlich sein soll, auf «zurückziehen»
- Prüfe bei jedem verbleibenden Projekt den Titel und die Beschreibung auf Namen, Schule, Wohnort oder Fotos
- Entferne solche Angaben aus Titel und Beschreibung
So prüfst du es: In «Meine Sachen» stehen die zurückgezogenen Projekte unter den nicht geteilten. Rufst du die Projektadresse in einem privaten Browserfenster auf, erscheint eine Fehlermeldung statt des Projekts.
Zurückziehen wirkt nur nach vorn. Wer das Projekt in der Zwischenzeit remixt oder heruntergeladen hat, behält seine Kopie. Remixe bleiben online und lassen sich nicht zurückholen. Auch Bilder und Tonaufnahmen im Projekt sind mitveröffentlicht: Eine aufgenommene Stimme oder ein Selbstporträt aus dem Malprogramm ist für alle sichtbar und hörbar. Seit der Überarbeitung der Nutzungsbedingungen vom Januar 2026 gilt für geteilte Projekte eine eigene Scratch-Lizenz statt der früheren Creative-Commons-Lizenz; weiterverwenden dürfen andere sie weiterhin.
5 Profil ohne persönliche Angaben halten Wichtig
Benutzername, Land und die frei geschriebenen Profiltexte sind öffentlich. Sie sind die einzige Stelle, an der ein Kind sich unbeabsichtigt identifizierbar macht.
Das brauchst du: Die Zugangsdaten des Kinderkontos
- Melde dich mit dem Konto des Kindes an
- Öffne das eigene Profil über den Benutzernamen oben rechts
- Lies den Text unter «Über mich» durch
- Entferne dort Klarnamen, Alter, Schule, Wohnort und Links zu anderen Konten
- Lies den Text unter «Woran ich gerade arbeite» durch und entferne dieselben Angaben
- Ersetze ein Foto des Kindes als Profilbild durch eine gezeichnete Figur
So prüfst du es: Rufe das Profil in einem privaten Browserfenster ohne Anmeldung auf. Was du dort siehst, sehen alle. Es darf nichts dabei sein, womit sich das Kind finden liesse.
Der Benutzername lässt sich nachträglich nicht ändern. Steht der echte Name darin, hilft nur ein neues Konto. Scratch untersagt in den Community-Regeln ausdrücklich, persönliche Kontaktdaten zu teilen, und das Scratch-Team entfernt solche Angaben erst, wenn es sie bemerkt oder jemand sie meldet.
6 Die Scratch-App ohne Konto und ohne Community nutzen Wichtig
Die App bietet dieselbe Programmierumgebung wie die Website, aber ohne Konto, ohne Kommentare und ohne Zugang zu fremden Projekten.
Das brauchst du: Ein Tablet oder Computer mit genügend Speicherplatz · Auf Tablets die Berechtigung, Apps zu installieren
- Öffne den App Store
- Suche nach «Scratch»
- Prüfe, dass als Anbieter «Scratch Foundation» steht
- Tippe auf «Laden»
- Öffne Google Play
- Suche nach «Scratch»
- Prüfe, dass als Anbieter «Scratch Foundation» steht
- Tippe auf «Installieren»
- Öffne «scratch.mit.edu/download» im Browser
- Wähle das passende Betriebssystem aus
- Lade die Installationsdatei herunter und installiere die App
So prüfst du es: Die App startet ohne Anmeldung direkt im Programmierfenster. Es gibt keine Schaltfläche zum Veröffentlichen und keinen Bereich zum Stöbern in fremden Projekten.
Projekte in der App liegen nur auf diesem einen Gerät und sind nicht automatisch gesichert. Sichere sie regelmässig über das Menü «Datei». Ein Wechsel zur Website ist jederzeit möglich, weil sich gespeicherte Projekte dort hochladen lassen. Wichtig für Eltern: Die App ist kein Filter für die Website. Das Kind kann den Browser weiterhin öffnen; wenn das nicht sein soll, gehört die Sperre auf die Geräteebene.
7 Konto löschen lassen Wichtig
Löscht Konto, Projekte und Kommentare des Kindes, wenn Scratch nicht mehr genutzt werden soll oder etwas schiefgelaufen ist.
Das brauchst du: Die Zugangsdaten des Kinderkontos · Zugriff auf das hinterlegte Postfach
- Melde dich mit dem Konto des Kindes an
- Öffne über den Benutzernamen oben rechts die «Kontoeinstellungen»
- Wähle «Ich möchte mein Konto löschen»
- Gib das Passwort ein und bestätige
So prüfst du es: Nach der Bestätigung ist das Konto zur Löschung vorgemerkt. Meldest du dich innerhalb von 48 Stunden nicht mehr an, ist es danach endgültig gelöscht.
Eine Anmeldung innerhalb von 48 Stunden bricht die Löschung wieder ab. Sag dem Kind also Bescheid. Remixe, die andere aus den Projekten des Kindes gemacht haben, bleiben bestehen. Ist das Kind für einen Missbrauchsfall zu jung oder kommt ihr nicht mehr ins Konto, hilft nur eine Anfrage an das Scratch-Team über das Kontaktformular.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzScratch ist eine kostenlose Programmierumgebung der gemeinnützigen Scratch Foundation. Kinder bauen aus farbigen Blöcken eigene Spiele, Animationen und Geschichten. Zur Programmierumgebung gehört eine öffentliche Community: Wer ein Projekt veröffentlicht, macht es weltweit sichtbar, jede und jeder kann es kommentieren und den kompletten Programmcode weiterverwenden (remixen). Ein Konto ist zum Bauen und Speichern nötig, aber nicht zum Veröffentlichen verpflichtet. Bei der Anmeldung fragt Scratch Benutzername, Land, Geburtsmonat und -jahr, Geschlecht und eine E-Mail-Adresse; bei unter 16-Jährigen die Adresse eines Elternteils. Öffentlich sichtbar sind davon nur Benutzername und Land. Ohne bestätigte E-Mail-Adresse kann ein Konto zwar Projekte bauen und speichern, aber nicht veröffentlichen, kommentieren oder sonst an der Community teilnehmen. Genau das empfiehlt Scratch selbst als Weg für Eltern, die die Community vorerst geschlossen halten wollen. Es gibt keine Werbung, keinen Datenverkauf und keine Käufe in der App. Die Nutzungsbedingungen wurden zuletzt am 22. Januar 2026 überarbeitet; seither steht dort eine eigene Scratch-Lizenz statt der früheren Creative-Commons-Lizenz für geteilte Projekte.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Keines. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung einer Programmier- und Lernplattform. Die Elternerlaubnis, die Scratch für Jüngere verlangt, ist eine Anbietervorgabe, die sich am Einwilligungsalter des jeweiligen Landes orientiert. Für die Schweiz kennt das revDSG keine feste Altersgrenze wie die DSGVO in der EU.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, in Kraft seit 1.9.2023) für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung, auch durch Anbieter im Ausland
Das JSFVG (Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele, seit 2025) zielt auf kommerziell verbreitete Filme und Videospiele mit Alterskennzeichnung. Scratch verbreitet keine eigenen Spiele, sondern stellt eine Plattform bereit, auf der Kinder selbst Spiele bauen und teilen. Eine direkte Anwendbarkeit ist nicht gegeben; die auf Scratch veröffentlichten Projekte tragen keine Alterskennzeichnung und werden von der Scratch-Community und dem Scratch-Team moderiert.