Telegram kindersicher einstellen

Cloud-Messenger mit grossen Gruppen, öffentlichen Kanälen und Bots.

Telegram FZ-LLC · iOS, Android, Web, Desktop
Auf einen Blick: ab welchem Alter?
AGB-Mindestalter: 16 Unsere Empfehlung: Ab 16 mit Begleitung Zuletzt geprüft 14.07.2026

Worauf sich unsere Empfehlung stützt

BAG und Jugend und Medien (3-6-9-12-Regel)

Soziale Netzwerke und offene Messenger frühestens ab etwa 12 Jahren. Telegram ist wegen offener Kanäle, fehlender Elternkontrollen und leicht auffindbarer jugendgefährdender Inhalte strenger einzuordnen als geschlossene Messenger.

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jugendschutz.net / klicksafe (Jahresberichte und Telegram-Recherche)

jugendschutz.net dokumentiert, dass über die interne Suche schnell Profile und Kanäle mit Darstellungen sexualisierter Gewalt, Hassinhalten und pädokrimineller Vernetzung auffindbar sind und wirksame Schutzmassnahmen fehlen. Telegram wird für Kinder und Jugendliche als besonders risikoreich eingestuft.

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Pro Juventute

Reife individuell einschätzen und datensparsame, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Alternativen erwägen. Aus der Schweiz gelten Threema und Signal als datensparsamer und sind standardmässig verschlüsselt.

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Einstellungen Schritt für Schritt

Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.

Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.

0 von 7 erledigt
1 Telefonnummer verbergen und Auffindbarkeit einschränken Wichtig

Standardmässig sehen Kontakte die Nummer, und über die Nummer kann man gefunden werden. Verbergen schützt vor Kontaktaufnahme und Zuordnung durch Fremde.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto

  1. Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  3. Tippe auf «Telefonnummer»
  4. Stelle «Wer kann meine Nummer sehen» auf «Niemand»
  5. Stelle «Wer kann mich per Nummer finden» auf «Meine Kontakte»

So prüfst du es: Unter «Telefonnummer» steht «Wer kann meine Nummer sehen» auf «Niemand» und «Wer kann mich per Nummer finden» auf «Meine Kontakte».

Selbst bei Niemand bleibt die Nummer für Personen sichtbar, die die Nummer bereits als Kontakt gespeichert haben. Für maximale Datensparsamkeit gibt es einen anonymen Benutzernamen (@name) für Kontakte, ohne die Nummer zu teilen.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026
2 Wer darf mich zu Gruppen und Kanälen hinzufügen einschränken Wichtig

Verhindert, dass Fremde das Kind ohne Zustimmung in Spam-, Porno-, Drogen- oder Betrugsgruppen und -kanäle ziehen.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto

  1. Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  3. Tippe auf «Gruppen und Kanäle»
  4. Stelle die Auswahl auf «Meine Kontakte» statt «Jeder»

So prüfst du es: Unter «Gruppen und Kanäle» ist «Meine Kontakte» ausgewählt.

Wer nicht in den Kontakten ist, kann das Kind dann nur per Einladungslink einladen statt direkt hinzufügen. Das ist die wichtigste Einstellung gegen ungefragte Zugriffe.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026
3 Anrufe einschränken und IP-Adresse schützen Wichtig

Reduziert Anrufe von Fremden und verhindert, dass bei Direktverbindung (Peer-to-Peer) die IP-Adresse und damit ein ungefährer Standort sichtbar wird.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto

  1. Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  3. Tippe auf «Anrufe»
  4. Stelle «Wer kann mich anrufen» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand»
  5. Stelle «Peer-to-Peer» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand»

So prüfst du es: Unter «Anrufe» stehen «Wer kann mich anrufen» und «Peer-to-Peer» auf den gewählten Werten («Meine Kontakte» oder «Niemand»).

Peer-to-Peer aus bedeutet, dass Anrufe über Telegram-Server laufen und die IP verbergen; die Verbindung kann dadurch minimal langsamer sein.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026
4 Filter für sensible Inhalte aktiviert lassen Wichtig

Der Filter blendet als sensibel markierte Inhalte in öffentlichen Kanälen aus. Er ist standardmässig aktiv und sollte bei Jugendlichen aktiv bleiben.

Das brauchst du: Zugang zu Telegram Web oder Telegram Desktop mit dem Konto des Kindes. In der iOS- und Android-App lässt sich diese Einstellung nicht ändern

  1. Klicke in Telegram Web oben links auf das Menü (☰ drei Striche)
  2. Wähle «Einstellungen»
  3. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  4. Suche den Bereich «Sensible Inhalte»
  5. Schalte «Filterung deaktivieren» aus, falls es eingeschaltet ist

So prüfst du es: Im Bereich «Sensible Inhalte» ist «Filterung deaktivieren» ausgeschaltet. Der Filter ist damit aktiv.

Wichtig: Diese Einstellung lässt sich nur in Telegram Web oder Desktop ändern, nicht in der iOS- oder Android-App. Der Filter schützt nicht zuverlässig vor allen jugendgefährdenden Inhalten; öffentliche Kanäle mit Porno, Gewalt oder Drogenhandel bleiben ein grundsätzliches Risiko.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026
5 Zwei-Schritt-Bestätigung aktivieren Wichtig

Schützt das Konto mit einem zusätzlichen Passwort davor, von Fremden auf einem neuen Gerät übernommen zu werden.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto · Eine E-Mail-Adresse für die Wiederherstellung

  1. Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  3. Tippe auf «Zwei-Schritt-Bestätigung»
  4. Lege ein Passwort fest
  5. Hinterlege eine Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse

So prüfst du es: Bei einer Anmeldung auf einem neuen Gerät verlangt Telegram zusätzlich das gesetzte Passwort.

Ohne hinterlegte Wiederherstellungs-E-Mail kann ein vergessenes Passwort dazu führen, dass das Konto erst nach einer Wartezeit zurückgesetzt werden kann.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026
6 Sichtbarkeit von Zuletzt online, Profilbild und Weiterleitungen begrenzen Wichtig

Begrenzt, wer Aktivität, Profilbild und Verknüpfung bei Weiterleitungen sehen kann, idealerweise nur bekannte Kontakte.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto

  1. Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  3. Öffne «Zuletzt online» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option statt «Jeder»
  4. Öffne «Profilbild» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option
  5. Öffne «Weitergeleitete Nachrichten» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option

So prüfst du es: Unter «Datenschutz und Sicherheit» steht bei «Zuletzt online», «Profilbild» und «Weitergeleitete Nachrichten» jeweils die gewählte Einschränkung.

Wer Zuletzt online einschränkt, sieht im Gegenzug auch bei anderen weniger. Für sensible Unterhaltungen zusätzlich geheime Chats (Ende-zu-Ende-verschlüsselt) nutzen.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026
7 Automatisches Löschen von Nachrichten einrichten Wichtig

Lässt Nachrichten in neuen Chats nach einer festgelegten Zeit automatisch verschwinden und reduziert so, wie lange Inhalte gespeichert bleiben.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto

  1. Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
  3. Tippe auf «Automatisches Löschen von Nachrichten»
  4. Wähle einen Timer für neue Chats (z. B. 1 Woche)

So prüfst du es: Unter «Automatisches Löschen von Nachrichten» wird der gewählte Timer angezeigt; er gilt für neu begonnene Chats.

Der globale Timer gilt nur für neu begonnene Chats. In einzelnen bestehenden Chats lässt sich der Timer separat über das Chat-Menü setzen.

Quelle: telegram.org geprüft 04.07.2026

Was ihr besprechen solltet

Warum Telegram kein Messenger für Kinder ist
Anders als bei geschlossenen Messengern sind hier Porno-, Gewalt- und Drogenkanäle über die Suche leicht auffindbar, es gibt keine Elternkontrollen. Offen darüber sprechen, warum die App vor etwa 16 nicht geeignet ist.
Kontakt durch Fremde und Grooming
Über öffentliche Gruppen, Kanäle und die Suche können Fremde Kontakt aufnehmen. Vereinbaren, keine unbekannten Kontakte, Bots oder Kanäle ohne Rücksprache anzunehmen und die Nummer nicht öffentlich zu machen.
Verschlüsselung ist nicht automatisch
Normale Chats liegen bei Telegram auf dem Server und sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Nur geheime Chats sind es. Das Kind soll wissen, dass normale Telegram-Chats nicht als privat gelten sollten.
Bots, Deepfakes und Betrug
In Telegram gibt es viele Bots, auch solche, die Deepfakes erstellen, Daten abgreifen oder Krypto-Betrug betreiben. Gemeinsam besprechen, wie man Betrug und gefälschte Angebote erkennt und keine Bots ausführt.
Radikalisierung und Falschinformation
Telegram ist bekannt für ungefilterte Kanäle mit Verschwörungstheorien, Hass und Radikalisierung. Erklären, wie man Quellen einordnet und warum reichweitenstarke Kanäle nicht neutral sind.

Gut zu wissen

Keine Elternkontrollen
Telegram bietet keine eigenen Kinder- oder Elternkonten und keine Jugendschutz-Voreinstellungen. Alle Schutzmassnahmen müssen manuell im Konto gesetzt werden.
Was tun: Die Einstellungen gemeinsam mit dem Kind setzen und regelmässig prüfen. Zusätzlich auf Geräteebene (iOS Bildschirmzeit, Android Family Link) Grenzen setzen.
Öffentliche Kanäle und Suche zeigen jugendgefährdende Inhalte
Über die interne Suche und öffentliche Kanäle sind Porno, Gewaltdarstellungen, Drogenhandel und laut jugendschutz.net sogar Darstellungen sexualisierter Gewalt schnell auffindbar. Profile werden oft gelöscht und unter neuem Namen sofort neu erstellt.
Was tun: Sensible-Inhalte-Filter (nur Web/Desktop änderbar) aktiv lassen, über die Risiken sprechen und bei Fundstücken über die Melden-Funktion melden.
Normale Chats sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt
Nur geheime Chats sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Normale Cloud-Chats liegen auf Telegram-Servern und sind für Telegram technisch lesbar.
Was tun: Für vertrauliche Gespräche geheime Chats nutzen oder auf standardmässig verschlüsselte Messenger (Threema, Signal) ausweichen.
Bots und Deepfakes
Telegram-Bots können nützlich sein, es gibt aber auch Bots für Deepfakes, Datenabgriff, Phishing und Krypto-Betrug. Sie werden per Klick gestartet.
Was tun: Keine unbekannten Bots starten, keine Zugangsdaten oder Zahlungen an Bots weitergeben und im Zweifel nachfragen.
Kontakt und Auffindbarkeit über die Nummer
Standardmässig ist die Telefonnummer für Kontakte sichtbar, und man kann über die Nummer gefunden werden. In Gruppen wird das Profil für alle Mitglieder sichtbar.
Was tun: Telefonnummer verbergen, per Nummer finden auf Kontakte begrenzen und einen Benutzernamen (@name) statt der Nummer teilen.
Konto löschen und Selbstzerstörung
Inaktive Konten löschen sich standardmässig nach 18 Monaten selbst. Ein Konto lässt sich über die Einstellungen (Automatisches Löschen bei Inaktivität) oder die Seite my.telegram.org endgültig löschen.
Was tun: Bei Nichtnutzung Konto aktiv löschen und die Selbstzerstörungsfrist kürzer stellen, damit Daten nicht unnötig lange bestehen.

AGB und Rechtslage

Was der Anbieter vorgibt (AGB)

Regel des Anbieters, kein Gesetz

Telegram ist ein Cloud-Messenger für Nachrichten, Anrufe, grosse Gruppen (bis 200000 Mitglieder), öffentliche Kanäle und Bots. Anders als bei vielen anderen Messengern sind normale Chats nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sondern liegen auf Telegram-Servern (Cloud-Chats); Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es nur in manuell gestarteten geheimen Chats. Es gibt keine Elternkontrollen und keine geprüfte Altersverifikation. Über die interne Suche, öffentliche Kanäle und Gruppen sind auch pornografische, gewalthaltige und andere jugendgefährdende Inhalte auffindbar. Ein explizites Mindestalter für die Schweiz nennen die Nutzungsbedingungen nicht; für die EU, Grossbritannien und Australien gilt 18 (siehe Feld Mindestalter).

Was das Schweizer Recht sagt

Rechtslage Schweiz

Gesetzliches Mindestalter: Keines. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von Messengern oder sozialen Netzwerken. Telegram nennt in den Nutzungsbedingungen nur für die EU (sowie Grossbritannien und Australien) eine Altersgrenze von 18 Jahren; für die Schweiz steht dort keine Grenze. Solche Altersangaben sind AGB-Grenzen des Anbieters, keine Schweizer Rechtsvorschrift.

Relevante Gesetze
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz) für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung

Das JSFVG (Jugendschutz bei Film und Videospielen, seit 1.1.2025) gilt hier nicht, da Telegram kein Film- oder Videospielangebot ist. Für die Weitergabe illegaler Inhalte (z. B. Darstellungen sexualisierter Gewalt) über Telegram greift das ordentliche Strafrecht.