Soziale Netzwerke und offene Messenger frühestens ab etwa 12 Jahren. Telegram ist wegen offener Kanäle, fehlender Elternkontrollen und leicht auffindbarer jugendgefährdender Inhalte strenger einzuordnen als geschlossene Messenger.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Telegram kindersicher einstellen
Cloud-Messenger mit grossen Gruppen, öffentlichen Kanälen und Bots.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
jugendschutz.net dokumentiert, dass über die interne Suche schnell Profile und Kanäle mit Darstellungen sexualisierter Gewalt, Hassinhalten und pädokrimineller Vernetzung auffindbar sind und wirksame Schutzmassnahmen fehlen. Telegram wird für Kinder und Jugendliche als besonders risikoreich eingestuft.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Reife individuell einschätzen und datensparsame, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Alternativen erwägen. Aus der Schweiz gelten Threema und Signal als datensparsamer und sind standardmässig verschlüsselt.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Telefonnummer verbergen und Auffindbarkeit einschränken Wichtig
Standardmässig sehen Kontakte die Nummer, und über die Nummer kann man gefunden werden. Verbergen schützt vor Kontaktaufnahme und Zuordnung durch Fremde.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto
- Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Telefonnummer»
- Stelle «Wer kann meine Nummer sehen» auf «Niemand»
- Stelle «Wer kann mich per Nummer finden» auf «Meine Kontakte»
- Öffne Telegram und tippe auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Telefonnummer»
- Stelle «Wer kann meine Nummer sehen» auf «Niemand»
- Stelle «Wer kann mich per Nummer finden» auf «Meine Kontakte»
- Klicke oben links auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Telefonnummer» und wähle dieselben Werte wie in der App
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Telefonnummer» und wähle dieselben Werte wie in der App
So prüfst du es: Unter «Telefonnummer» steht «Wer kann meine Nummer sehen» auf «Niemand» und «Wer kann mich per Nummer finden» auf «Meine Kontakte».
Selbst bei Niemand bleibt die Nummer für Personen sichtbar, die die Nummer bereits als Kontakt gespeichert haben. Für maximale Datensparsamkeit gibt es einen anonymen Benutzernamen (@name) für Kontakte, ohne die Nummer zu teilen.
2 Wer darf mich zu Gruppen und Kanälen hinzufügen einschränken Wichtig
Verhindert, dass Fremde das Kind ohne Zustimmung in Spam-, Porno-, Drogen- oder Betrugsgruppen und -kanäle ziehen.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto
- Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Gruppen und Kanäle»
- Stelle die Auswahl auf «Meine Kontakte» statt «Jeder»
- Öffne Telegram und tippe auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Gruppen und Kanäle»
- Stelle die Auswahl auf «Meine Kontakte» statt «Jeder»
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Gruppen und Kanäle»
- Wähle «Meine Kontakte»
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Gruppen und Kanäle»
- Wähle «Meine Kontakte»
So prüfst du es: Unter «Gruppen und Kanäle» ist «Meine Kontakte» ausgewählt.
Wer nicht in den Kontakten ist, kann das Kind dann nur per Einladungslink einladen statt direkt hinzufügen. Das ist die wichtigste Einstellung gegen ungefragte Zugriffe.
3 Anrufe einschränken und IP-Adresse schützen Wichtig
Reduziert Anrufe von Fremden und verhindert, dass bei Direktverbindung (Peer-to-Peer) die IP-Adresse und damit ein ungefährer Standort sichtbar wird.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto
- Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Anrufe»
- Stelle «Wer kann mich anrufen» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand»
- Stelle «Peer-to-Peer» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand»
- Öffne Telegram und tippe auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Anrufe»
- Stelle «Wer kann mich anrufen» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand»
- Stelle «Peer-to-Peer» auf «Meine Kontakte» oder «Niemand»
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Anrufe» und wähle dieselben Werte wie in der App
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Anrufe» und wähle dieselben Werte wie in der App
So prüfst du es: Unter «Anrufe» stehen «Wer kann mich anrufen» und «Peer-to-Peer» auf den gewählten Werten («Meine Kontakte» oder «Niemand»).
Peer-to-Peer aus bedeutet, dass Anrufe über Telegram-Server laufen und die IP verbergen; die Verbindung kann dadurch minimal langsamer sein.
4 Filter für sensible Inhalte aktiviert lassen Wichtig
Der Filter blendet als sensibel markierte Inhalte in öffentlichen Kanälen aus. Er ist standardmässig aktiv und sollte bei Jugendlichen aktiv bleiben.
Das brauchst du: Zugang zu Telegram Web oder Telegram Desktop mit dem Konto des Kindes. In der iOS- und Android-App lässt sich diese Einstellung nicht ändern
- Klicke in Telegram Web oben links auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Suche den Bereich «Sensible Inhalte»
- Schalte «Filterung deaktivieren» aus, falls es eingeschaltet ist
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Suche den Bereich «Sensible Inhalte»
- Schalte «Filterung deaktivieren» aus, falls es eingeschaltet ist
So prüfst du es: Im Bereich «Sensible Inhalte» ist «Filterung deaktivieren» ausgeschaltet. Der Filter ist damit aktiv.
Wichtig: Diese Einstellung lässt sich nur in Telegram Web oder Desktop ändern, nicht in der iOS- oder Android-App. Der Filter schützt nicht zuverlässig vor allen jugendgefährdenden Inhalten; öffentliche Kanäle mit Porno, Gewalt oder Drogenhandel bleiben ein grundsätzliches Risiko.
5 Zwei-Schritt-Bestätigung aktivieren Wichtig
Schützt das Konto mit einem zusätzlichen Passwort davor, von Fremden auf einem neuen Gerät übernommen zu werden.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto · Eine E-Mail-Adresse für die Wiederherstellung
- Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Zwei-Schritt-Bestätigung»
- Lege ein Passwort fest
- Hinterlege eine Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse
- Öffne Telegram und tippe auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Zwei-Schritt-Bestätigung»
- Lege ein Passwort fest
- Hinterlege eine Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Zwei-Schritt-Bestätigung»
- Lege ein Passwort fest
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Zwei-Schritt-Bestätigung»
- Lege ein Passwort fest
So prüfst du es: Bei einer Anmeldung auf einem neuen Gerät verlangt Telegram zusätzlich das gesetzte Passwort.
Ohne hinterlegte Wiederherstellungs-E-Mail kann ein vergessenes Passwort dazu führen, dass das Konto erst nach einer Wartezeit zurückgesetzt werden kann.
6 Sichtbarkeit von Zuletzt online, Profilbild und Weiterleitungen begrenzen Wichtig
Begrenzt, wer Aktivität, Profilbild und Verknüpfung bei Weiterleitungen sehen kann, idealerweise nur bekannte Kontakte.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto
- Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Zuletzt online» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option statt «Jeder»
- Öffne «Profilbild» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option
- Öffne «Weitergeleitete Nachrichten» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option
- Öffne Telegram und tippe auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Zuletzt online» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option
- Öffne «Profilbild» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option
- Öffne «Weitergeleitete Nachrichten» und wähle «Meine Kontakte» oder eine engere Option
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne nacheinander «Zuletzt online», «Profilbild» und «Weitergeleitete Nachrichten» und schränke sie gleich ein
- Öffne das Menü und wähle «Einstellungen»›«Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne nacheinander «Zuletzt online», «Profilbild» und «Weitergeleitete Nachrichten» und schränke sie gleich ein
So prüfst du es: Unter «Datenschutz und Sicherheit» steht bei «Zuletzt online», «Profilbild» und «Weitergeleitete Nachrichten» jeweils die gewählte Einschränkung.
Wer Zuletzt online einschränkt, sieht im Gegenzug auch bei anderen weniger. Für sensible Unterhaltungen zusätzlich geheime Chats (Ende-zu-Ende-verschlüsselt) nutzen.
7 Automatisches Löschen von Nachrichten einrichten Wichtig
Lässt Nachrichten in neuen Chats nach einer festgelegten Zeit automatisch verschwinden und reduziert so, wie lange Inhalte gespeichert bleiben.
Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit angemeldetem Telegram-Konto
- Öffne Telegram und tippe auf «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Automatisches Löschen von Nachrichten»
- Wähle einen Timer für neue Chats (z. B. 1 Woche)
- Öffne Telegram und tippe auf das Menü (☰ drei Striche)
- Wähle «Einstellungen»
- Wähle «Datenschutz und Sicherheit»
- Tippe auf «Automatisches Löschen von Nachrichten»
- Wähle einen Timer für neue Chats
So prüfst du es: Unter «Automatisches Löschen von Nachrichten» wird der gewählte Timer angezeigt; er gilt für neu begonnene Chats.
Der globale Timer gilt nur für neu begonnene Chats. In einzelnen bestehenden Chats lässt sich der Timer separat über das Chat-Menü setzen.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzTelegram ist ein Cloud-Messenger für Nachrichten, Anrufe, grosse Gruppen (bis 200000 Mitglieder), öffentliche Kanäle und Bots. Anders als bei vielen anderen Messengern sind normale Chats nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sondern liegen auf Telegram-Servern (Cloud-Chats); Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es nur in manuell gestarteten geheimen Chats. Es gibt keine Elternkontrollen und keine geprüfte Altersverifikation. Über die interne Suche, öffentliche Kanäle und Gruppen sind auch pornografische, gewalthaltige und andere jugendgefährdende Inhalte auffindbar. Ein explizites Mindestalter für die Schweiz nennen die Nutzungsbedingungen nicht; für die EU, Grossbritannien und Australien gilt 18 (siehe Feld Mindestalter).
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Keines. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von Messengern oder sozialen Netzwerken. Telegram nennt in den Nutzungsbedingungen nur für die EU (sowie Grossbritannien und Australien) eine Altersgrenze von 18 Jahren; für die Schweiz steht dort keine Grenze. Solche Altersangaben sind AGB-Grenzen des Anbieters, keine Schweizer Rechtsvorschrift.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz) für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung
Das JSFVG (Jugendschutz bei Film und Videospielen, seit 1.1.2025) gilt hier nicht, da Telegram kein Film- oder Videospielangebot ist. Für die Weitergabe illegaler Inhalte (z. B. Darstellungen sexualisierter Gewalt) über Telegram greift das ordentliche Strafrecht.