Threema kindersicher einstellen

Schweizer Ende-zu-Ende-verschlüsselter Messenger.

Threema GmbH (Schweiz) · iOS, Android, Web, Desktop
Auf einen Blick: ab welchem Alter?
AGB-Mindestalter: 0 Unsere Empfehlung: Ab 9 mit Begleitung Zuletzt geprüft 14.07.2026

Worauf sich unsere Empfehlung stützt

BAG und Jugend und Medien (3-6-9-12-Regel)

Soziale Netzwerke und offene Messenger frühestens ab etwa 12 Jahren, ab 9 höchstens begleitet. Threema ist zwar sehr datensparsam, ermöglicht aber ebenfalls Kontakt mit Unbekannten, daher die Schwellen unter 9 rot und danach begleitet.

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Pro Juventute

Pro Juventute nennt Threema und Signal ausdrücklich als datensparsamere Alternativen zu WhatsApp. Ein Mindestalter der App ist eine rechtliche oder technische Grenze, keine Empfehlung zur Reife. Die Reife des Kindes individuell einschätzen.

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Jugend und Medien (nationale Plattform des Bundes)

Datensparsamkeit, keine Telefonnummer und Schweizer Serverstandort sind aus Sicht des Jugendmedienschutzes Vorteile. Entscheidend bleibt die Begleitung: enge Kontakte, sichere Grundeinstellungen und Gespräche über Kontakt mit Fremden.

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Einstellungen Schritt für Schritt

Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.

Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.

0 von 7 erledigt
1 Anonym bleiben: Telefonbuch-Sync aus, Nummer und E-Mail nicht verknüpfen Wichtig

Threema kann ganz ohne Telefonnummer genutzt werden. Wer Nummer oder E-Mail nicht mit der Threema-ID verknüpft und den Adressbuchabgleich abschaltet, ist für Fremde nicht auffindbar. Das Kind kann dann nur mit Personen schreiben, mit denen es die ID bewusst ausgetauscht hat.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema

  1. Öffne Threema und tippe unten auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Privatsphäre»
  3. Schalte «Kontaktsynchronisation» aus
  4. Gehe zurück und öffne «Mein Profil»
  5. Entferne dort eine allfällige Verknüpfung von Telefonnummer oder E-Mail-Adresse

So prüfst du es: «Kontaktsynchronisation» ist ausgeschaltet, und unter «Mein Profil» sind weder Telefonnummer noch E-Mail-Adresse verknüpft.

Ohne verknüpfte Nummer oder E-Mail findet niemand das Kind über das Telefonbuch. Kontakte werden dann gezielt über die 8-stellige Threema-ID oder den QR-Code hinzugefügt. Die genaue Bezeichnung der Menüpunkte kann je nach App-Version leicht abweichen.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026
2 App-Sperre (Code-Sperre) mit PIN oder Biometrie aktivieren Wichtig

Schützt Chats davor, dass jemand mit Zugriff auf das entsperrte Gerät die Nachrichten des Kindes liest. Threema verlangt dann bei jedem Öffnen einen eigenen Code oder Fingerabdruck bzw. Gesichtserkennung.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema · Ein Code, den ihr euch gut merken könnt. Threema kann ihn nicht zurücksetzen

  1. Öffne Threema und tippe unten auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Sicherheit»
  3. Tippe auf «Code-Sperre» und aktiviere sie
  4. Lege einen Code fest
  5. Schalte optional Face ID oder Touch ID zusätzlich ein
  6. Wähle die Zeitspanne, nach der der Code erneut verlangt wird

So prüfst du es: Beim nächsten Öffnen von Threema verlangt die App den Code oder die biometrische Entsperrung.

Den Code gut merken, Threema kann ihn nicht zurücksetzen. In welchem Untermenü (Sicherheit oder Privatsphäre) die Code-Sperre liegt, kann je nach Version abweichen, prüfen Sie beide Punkte.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026
3 Unbekannte blockieren: nur bekannte Kontakte dürfen schreiben Wichtig

Verhindert, dass fremde Threema-IDs dem Kind ungefragt Nachrichten schicken. Nach dem Aktivieren können nur Personen schreiben, die bereits in der Kontaktliste stehen.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema

  1. Öffne Threema und tippe unten auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Privatsphäre»
  3. Schalte «Unbekannte blockieren» ein

So prüfst du es: Der Schalter bei «Unbekannte blockieren» steht auf Ein; Nachrichten von IDs ausserhalb der Kontaktliste kommen nicht mehr an.

Sinnvoll, damit über die Threema-ID keine Fremden auf das Kind zugehen können. Gewünschte neue Kontakte muss man dann bewusst selbst hinzufügen.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026
4 Lesebestätigung und Tippen-Anzeige deaktivieren Wichtig

Reduziert sozialen Druck: Das Gegenüber sieht dann nicht, ob und wann das Kind eine Nachricht gelesen hat oder gerade tippt. Das nimmt den Zwang, sofort antworten zu müssen.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema

  1. Öffne Threema und tippe unten auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Privatsphäre»
  3. Schalte «Lesebestätigung senden» aus
  4. Schalte «Melden wenn ich tippe» aus

So prüfst du es: Die Schalter bei «Lesebestätigung senden» und «Melden wenn ich tippe» stehen auf Aus.

Wird die Lesebestätigung deaktiviert, sieht auch das Kind bei den anderen nicht mehr, ob gelesen wurde. Einstellungen lassen sich bei Bedarf pro Kontakt anpassen, indem man im Chat oben auf den Namen tippt.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026
5 Threema Safe Backup einrichten Wichtig

Sichert Threema-ID, Kontakte und Gruppen verschlüsselt, damit das Konto bei Geräteverlust oder Neustart wiederhergestellt werden kann. Ohne Backup ist eine verlorene Threema-ID unwiederbringlich weg.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema · Ein sicheres Passwort mit mindestens acht Zeichen, das ihr separat aufbewahrt

  1. Öffne Threema und tippe unten auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Backups»
  3. Aktiviere «Threema Safe»
  4. Lege ein sicheres Passwort mit mindestens acht Zeichen fest

So prüfst du es: Unter «Backups» wird «Threema Safe» als aktiviert angezeigt.

Threema Safe sichert ID, Kontakte, Gruppen und Verteilerlisten, aber nicht die Chatverläufe und Medien. Das Backup-Passwort separat und sicher aufbewahren, ohne Passwort ist keine Wiederherstellung möglich. Bei Kindern das Passwort gemeinsam verwalten.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026
6 Screenshot- und Vorschau-Schutz aktivieren Wichtig

Verhindert, dass innerhalb von Threema Screenshots gemacht werden und dass Nachrichteninhalte in der App-Vorschau (Task-Übersicht) auftauchen.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema

  1. Öffne Threema und tippe unten auf «Einstellungen»
  2. Wähle «Privatsphäre»
  3. Aktiviere die Optionen für Vorschau und Screenshots

So prüfst du es: Die entsprechende Option unter «Privatsphäre» ist eingeschaltet; in der App-Übersicht des Geräts erscheint keine Chat-Vorschau mehr.

Nützlich als zusätzlicher Schutz, damit sensible Inhalte nicht versehentlich als Screenshot weitergegeben oder in der Übersicht sichtbar werden. Bezeichnung und Verfügbarkeit unterscheiden sich zwischen iOS und Android.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026
7 Einzelne Kontakte blockieren Wichtig

Stoppt Nachrichten einer bestimmten Person, etwa bei Belästigung oder unerwünschtem Kontakt. Reaktiver Schritt für den Bedarfsfall.

Das brauchst du: Das Handy des Kindes mit installiertem Threema

  1. Öffne den Chat mit der betreffenden Person
  2. Tippe oben auf den Namen beziehungsweise die Threema-ID
  3. Wähle «Kontakt blockieren»

So prüfst du es: Nachrichten der blockierten Person kommen nicht mehr an; die ID lässt sich in den Privatsphäre-Einstellungen unter «Blockierte Kontakte» kontrollieren.

Alternativ lässt sich in den Privatsphäre-Einstellungen unter Blockierte Kontakte eine Threema-ID direkt eintragen. Mit dem Kind vereinbaren, unangenehme Kontakte zu blockieren und den Eltern zu zeigen.

Quelle: threema.com geprüft 04.07.2026

Was ihr besprechen solltet

Threema-ID statt Telefonnummer
Threema funktioniert ohne Telefonnummer über eine ID. Mit dem Kind besprechen, dass es die ID nur an Personen weitergibt, die es wirklich kennt, am besten persönlich oder per QR-Code.
Kontakt mit Unbekannten über die ID
Auch bei Threema kann grundsätzlich jede fremde ID schreiben. Deshalb Unbekannte blockieren aktivieren und vereinbaren, dass das Kind bei Nachrichten von Fremden nicht antwortet, sondern es den Eltern zeigt.
Warum eine datensparsame App gut ist
Erklären, warum Threema weniger Daten sammelt als viele Gratis-Messenger (keine Nummer nötig, Server in der Schweiz, keine Weitergabe an Dritte) und warum Datensparsamkeit wertvoll ist.
Screenshots und Weiterleitungen
Auch bei einem sicheren Messenger kann das Gegenüber Nachrichten oder Bilder abfotografieren oder weiterleiten. Nichts verschicken, was nicht auch weitergehen dürfte.
Freundeskreis nutzt oft andere Apps
Threema ist kostenpflichtig und weniger verbreitet als WhatsApp. Ein Wechsel klappt am besten gemeinsam im Freundeskreis oder wenn die Schule Threema Education einsetzt.

Gut zu wissen

Kein öffentlicher Feed, kein Algorithmus
Threema hat keinen öffentlichen Feed, keine Reels, keine Kanäle mit Empfehlungsalgorithmus. Das Risiko, in einen Sog aus fremden Inhalten zu geraten, ist deutlich kleiner als bei sozialen Netzwerken.
Was tun: Diesen Vorteil bewusst nutzen und Threema gegenüber Apps mit endlosem Feed bevorzugen, wenn ein Messenger nötig ist.
Chats mit Unbekannten sind über die ID möglich
Auch ohne öffentlichen Feed kann grundsätzlich jede fremde Threema-ID eine Nachricht schicken. Das Grooming-Risiko ist dadurch kleiner, aber nicht null.
Was tun: Unbekannte blockieren aktivieren, keine Nummer verknüpfen, ID nur an bekannte Personen weitergeben und mit dem Kind über Fremdkontakte sprechen.
Server in der Schweiz und Datenminimierung
Alle Threema-Server stehen in der Schweiz, es werden möglichst wenig Daten erhoben (Privacy by Design), es gibt keine Weitergabe an Dritte, und der Quellcode ist offen einsehbar.
Was tun: Als Familie bewusst schätzen: Threema ist datenschutzrechtlich eine der stärksten Messenger-Optionen und unterliegt dem revDSG.
Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Eltern lesen nicht mit
Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Eltern können die Chats des Kindes nicht heimlich mitlesen, Kinderschutz funktioniert hier über Vertrauen, Gespräch und gute Einstellungen, nicht über Mitlesen.
Was tun: Auf Begleitung und offene Gespräche setzen statt auf Kontrolle der Inhalte. Grundeinstellungen gemeinsam vornehmen.
Threema Education wird an Schulen genutzt
Mit Threema Education gibt es eine schulische Variante mit einem Jahresabo pro Lehrperson (12 Franken beziehungsweise Euro pro Lehrperson und Jahr, Schülerinnen und Schüler nutzen es gratis, nur für anerkannte Bildungseinrichtungen), die einige Deutschschweizer Schulen für die Kommunikation mit Eltern und unter Lehrpersonen einsetzen, ohne private Telefonnummern zu teilen.
Was tun: Wenn die Schule Threema Education nutzt, die von der Schule empfohlenen Einstellungen übernehmen und das Konto trotzdem mit App-Sperre und Backup absichern.
Einmalig kostenpflichtig
Threema kostet einmalig rund 5 bis 6 Franken beziehungsweise Euro (im Apple App Store 5.99, im Threema-Shop für Android 4.99, Zahlung auch in Franken möglich), danach ohne Abo nutzbar. Der Kauf finanziert die App, statt sie über Nutzerdaten zu finanzieren.
Was tun: Den einmaligen Kaufpreis als bewusste Entscheidung für Datensparsamkeit einordnen. Kauf über den offiziellen App-Store oder Threema-Shop.

AGB und Rechtslage

Was der Anbieter vorgibt (AGB)

Regel des Anbieters, kein Gesetz

Threema ist ein Schweizer Ende-zu-Ende-verschlüsselter Messenger für Nachrichten, Anrufe und das Teilen von Medien. Die Anmeldung erfolgt über eine zufällig erzeugte Threema-ID, eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse ist nicht nötig. Die App ist einmalig kostenpflichtig (rund 5 bis 6 Franken beziehungsweise Euro, je nach Plattform und Shop), danach ohne Abo nutzbar. Alle Server stehen in der Schweiz, es werden nach dem Prinzip der Datenminimierung so wenig Daten wie möglich erhoben, der Quellcode ist offen (Open Source). Threema nennt keine feste Altersgrenze; in der EU brauchen unter 16-Jährige die Einwilligung der Eltern, um Nummer oder E-Mail mit der ID zu verknüpfen.

Was das Schweizer Recht sagt

Rechtslage Schweiz

Gesetzliches Mindestalter: Keines. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von Messengern. Threema nennt selbst keine AGB-Altersgrenze. Die in der EU geltende Grenze von 16 Jahren betrifft nur das Verknüpfen von Telefonnummer oder E-Mail und beruht auf der DSGVO, nicht auf Schweizer Recht.

Relevante Gesetze
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz) für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung. Threema betreibt seine Server in der Schweiz und richtet sich stark am Datenschutz aus.

Das JSFVG (Jugendschutz bei Film und Videospielen, seit 1.1.2025) gilt hier nicht, da Threema kein Film- oder Videospielangebot ist.