Kein Bildschirm unter 3, ab etwa 6 begleitete erste eigene Nutzung, Internet ab etwa 9 begleitet. Toca Boca World hat keinen offenen Chat, keinen Kontakt zu Fremden und keine Werbung Dritter, darum ist eine begleitete Nutzung ab dem Schuleintritt vertretbar, sofern die In-App-Käufe auf Geräteebene gesperrt sind. Ohne Kaufsperre ist die App für jüngere Kinder nicht zu empfehlen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Toca Boca World kindersicher einstellen
Kindgerechte Sandbox- und Puppenhaus-Spiel-App.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Pro Juventute empfiehlt altersabhängige Bildschirmzeit-Richtwerte und warnt ausdrücklich vor Kostenfallen durch In-App-Käufe in Kinder-Apps. Eltern sollen Käufe auf dem Gerät sperren oder an ein Passwort binden und mit dem Kind über Kaufwünsche sprechen, statt nur zu verbieten.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Common Sense Media bewertet Toca Boca World als kreatives, offenes Spiel ohne Gewalt und ohne Werbung Dritter, das für Kinder etwa ab 6 bis 12 geeignet ist, hebt aber das dauerhaft sichtbare Warenkorb-Symbol und den ständigen Kaufanreiz als Hauptkritikpunkt hervor.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 In-App-Käufe auf dem Gerät sperren Wichtig
Der wichtigste Schutz bei Toca Boca World. Weil die App selbst keine Elternsteuerung für Käufe bietet und der Warenkorb dauerhaft sichtbar ist, wird der Kaufkanal über das Betriebssystem geschlossen. Damit kann das Kind keine kostenpflichtigen Orte, Figuren oder Pakete auslösen, egal wie oft es den Shop antippt.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind spielt · Ein Bildschirmzeit-Code (iOS) beziehungsweise das Passwort des Eltern-Google-Kontos (Android), das das Kind nicht kennt
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf «Bildschirmzeit»
- Aktiviere die Beschränkungen («Inhalt und Datenschutz»)
- Sichere die Beschränkungen mit einem Code, den nur die Eltern kennen
- Öffne «iTunes- und App-Store-Käufe»
- Stelle «In-App-Käufe» auf «Nicht erlauben»
- Schränke nach Wunsch zusätzlich App-Installationen und App-Löschungen ein
- Öffne den Google Play Store
- Tippe auf das Profilbild
- Wähle «Einstellungen»
- Öffne den Bereich «Authentifizierung»
- Stelle «Authentifizierung für Käufe» auf «Für alle Käufe über dieses Gerät»
- Stelle bei Nutzung von Google Family Link im Kinderprofil unter «Steuerung» die Käufe- und App-Freigabe so ein, dass jeder Kauf eine Freigabe der Eltern braucht
So prüfst du es: Tippst du in Toca Boca World testweise einen Kauf an, wird er blockiert (iOS) beziehungsweise es erscheint eine Passwort- oder Freigabeabfrage (Android).
Das ist die zentrale Einstellung. Auf gemeinsam genutzten Geräten unbedingt einen eigenen Bildschirmzeit- beziehungsweise Family-Link-Code verwenden, den das Kind nicht kennt. Genaue Menü-Bezeichnungen können je nach iOS-/Android-Version abweichen und sind vor Veröffentlichung am Gerät gegenzuprüfen.
2 Kaufbestätigung mit Passwort, Face ID oder PIN erzwingen Wichtig
Zweite Sicherung zusätzlich zur Kaufsperre. Selbst wenn Käufe grundsätzlich erlaubt bleiben (etwa weil die Eltern gelegentlich bewusst etwas kaufen), verhindert eine erzwungene Authentifizierung bei jedem Kauf, dass das Kind unbemerkt etwas auslöst, solange ein Gerät kurz entsperrt in der Hand liegt.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind spielt · Das Apple- beziehungsweise Google-Passwort der Eltern, das das Kind nicht kennt
- Öffne die Einstellungen
- Tippe oben auf den eigenen Namen (Apple-Konto)
- Wähle «Medien und Käufe»
- Wähle «Passworteinstellungen»
- Stelle «Passwort anfordern» auf «Immer erforderlich» statt «Nach 15 Minuten»
- Öffne den Google Play Store
- Tippe auf das Profilbild
- Wähle «Einstellungen»
- Öffne «Authentifizierung»
- Stelle «Authentifizierung für Käufe» auf «Für alle Käufe über dieses Gerät»
- Aktiviere, wo verfügbar, die biometrische Authentifizierung für Käufe und hinterlege nur die Fingerabdrücke der Eltern
So prüfst du es: Jeder Kaufversuch verlangt sofort ein Passwort oder eine biometrische Bestätigung. Ist Face ID oder Touch ID für Käufe aktiv, sind nur die Eltern registriert.
Wirkt nur, wenn das Kind das Passwort nicht kennt und keine eigenen Biometrie-Daten (Fingerabdruck, Gesicht) auf dem Gerät hinterlegt sind. Auf Kindergeräten idealerweise mit der Kaufsperre kombinieren.
3 Parental Gate und Grown-ups-Bereich in der App verstehen und nutzen Wichtig
Toca Boca World sichert den Shop und Ausgänge aus der App (Links zu Toca Boca, App-Store-Bewertung, weitere Apps) mit einer einfachen Erwachsenen-Sperre: Man muss ein Geburtsjahr eingeben oder eine Taste gedrückt halten. In den Einstellungen der App gibt es zudem einen Bereich für Erwachsene, der ein- oder ausgeblendet werden kann. Wichtig ist zu wissen, was diese Sperre leistet und was nicht.
Das brauchst du: Das Gerät mit installiertem Toca Boca World
- Öffne Toca Boca World
- Rufe die Einstellungen der App auf (Zahnrad)
- Prüfe den Bereich für Erwachsene («For Grown-ups»)
- Stelle die Sichtbarkeit des Bereichs nach Wunsch ein
- Teste die Erwachsenen-Sperre einmal selbst: Beim Antippen von Shop oder Ausgangslinks erscheint sie (Geburtsjahr eingeben oder Taste halten)
- Erkläre dem Kind, dass diese Abfrage nur Erwachsene bedienen, und verrate das Geburtsjahr nicht
- Öffne Toca Boca World
- Rufe die Einstellungen der App auf (Zahnrad)
- Prüfe den Bereich für Erwachsene
- Stelle die Sichtbarkeit des Bereichs nach Wunsch ein
- Teste die Erwachsenen-Sperre bei Shop und Ausgangslinks einmal selbst (Geburtsjahr eingeben oder Taste halten)
- Erkläre dem Kind, dass diese Abfrage Erwachsenen vorbehalten ist
So prüfst du es: Beim Antippen von Shop oder Ausgangslinks erscheint die Erwachsenen-Sperre, und der Erwachsenenbereich ist wie gewünscht ein- oder ausgeblendet.
Diese In-App-Sperre ist bewusst niedrigschwellig und kein verlässlicher Kaufschutz: Ältere Kinder können ein Geburtsjahr erraten oder eingeben. Der eigentliche Schutz vor Käufen läuft über die Geräteeinstellungen (siehe Kaufsperre). Toca Boca führt keine öffentliche Elternseite mehr, die frühere Übersichtsseite tocaboca.com/parents ist offline; als Beleg dient darum die allgemeine Datenschutzerklärung. Der genaue Aufbau der App-Einstellungen und die Bezeichnung des Erwachsenenbereichs sind vor Veröffentlichung in der aktuellen App-Version gegenzuprüfen; die Angaben stammen teils aus Community- und Hilfe-Quellen.
4 Abos und laufende Käufe regelmässig prüfen Wichtig
Toca Boca World selbst arbeitet mit einmaligen In-App-Käufen und hat kein Pflichtabo. Verwandte Angebote (die jüngere App Toca Boca Jr sowie das Piknik-Abo) laufen dagegen als Abo. Ein regelmässiger Blick in die Abo- und Kaufübersicht des App-Stores deckt versehentlich abgeschlossene Abos und unerwartete Käufe früh auf.
Das brauchst du: Das Gerät mit dem Apple- beziehungsweise Google-Konto, über das die Käufe laufen
- Öffne die Einstellungen
- Tippe oben auf den eigenen Namen
- Öffne «Abonnements»
- Prüfe, ob ein Toca-Boca- oder Piknik-Abo läuft
- Kündige nicht gewünschte Abos direkt dort
- Öffne zusätzlich unter «Medien und Käufe» die Kaufhistorie
- Kontrolliere die letzten Käufe
- Öffne den Google Play Store
- Tippe auf das Profilbild
- Wähle «Zahlungen und Abos»
- Prüfe die Abos und kündige nicht gewünschte Toca-Boca- oder Piknik-Abos
- Kontrolliere unter «Budget und Verlauf» die letzten Käufe
So prüfst du es: In der Abo-Übersicht läuft kein unerwünschtes Toca-Boca- oder Piknik-Abo mehr, und die Kaufhistorie zeigt keine unbekannten Käufe.
Ein gekündigtes Abo läuft in der Regel bis zum Ende der bezahlten Periode weiter. Wer ein unbeabsichtigtes Kind-Abo oder einen Fehlkauf entdeckt, kann beim App-Store-Support eine Rückerstattung beantragen; Erfolg ist nicht garantiert. Ob im Haushalt überhaupt ein Abo läuft, hängt davon ab, welche Toca-Apps installiert sind.
5 Werbe-Tracking auf Geräteebene begrenzen Wichtig
Toca Boca schaltet keine Werbung Dritter und keine personalisierte Werbung in der App. Trotzdem lohnt es sich, das App-übergreifende Werbe-Tracking auf dem Kindergerät grundsätzlich einzuschränken, damit weder diese noch andere Apps eine Werbe-Kennung zur Profilbildung nutzen können. Das ist eine allgemeine Datenschutz-Grundeinstellung fürs Gerät.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind spielt
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf «Datenschutz und Sicherheit»
- Öffne «Tracking»
- Schalte «Apps erlauben, Tracking anzufragen» aus
- Deaktiviere unter «Apple Werbung» die personalisierte Werbung
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf «Datenschutz», dann auf «Werbung» (oder «Google», dann «Werbung»)
- Wähle «Werbe-ID löschen» beziehungsweise «Personalisierte Werbung deaktivieren»
- Nimm die Einstellung bei Nutzung von Family Link im Kinderprofil vor
So prüfst du es: «Apps erlauben, Tracking anzufragen» steht auf Aus (iOS) beziehungsweise die Werbe-ID ist gelöscht oder die personalisierte Werbung deaktiviert (Android).
Diese Einstellung wirkt geräteweit und schützt auch bei anderen Apps. Sie ersetzt nicht die Kaufsperre, sondern ergänzt sie beim Thema Daten. Menüpfade unterscheiden sich je nach iOS-/Android-Version.
6 Nutzungszeit für die App festlegen Wichtig
Das wöchentliche Gratis-Geschenk und der offene Sandbox-Charakter laden zu langen Sitzungen ein. Ein App- oder Kategorielimit auf Geräteebene hält die Spielzeit in den vereinbarten Rahmen, ohne dass Eltern jedes Mal eingreifen müssen.
Das brauchst du: Das Gerät des Kindes mit Bildschirmzeit-Code (iOS) beziehungsweise dein Handy mit Google Family Link (Android)
- Öffne die Einstellungen
- Tippe auf «Bildschirmzeit»
- Wähle «App-Limits»
- Setze ein Limit für Toca Boca World oder die Kategorie «Spiele»
- Sichere das Limit mit dem Bildschirmzeit-Code
- Öffne in Google Family Link das Kinderprofil
- Setze unter «App-Limits» ein Tageslimit für Toca Boca World
- Lege optional eine Gute-Nacht-Zeit (Bettzeit) für das Gerät fest
So prüfst du es: Unter «App-Limits» wird das gesetzte Limit für Toca Boca World angezeigt.
Zeitlimits wirken am besten zusammen mit einer klaren Abmachung. Gerade weil das Freitags-Geschenk zum täglichen Reinschauen verleitet, hilft ein fixes Zeitfenster mehr als spontanes Abbrechen.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzToca Boca World (früher Toca Life World) ist eine Sandbox- und Puppenhaus-Spiel-App des schwedischen Studios Toca Boca, das zur kanadischen Spin Master gehört. Kinder bauen und gestalten eine offene Spielwelt: Figuren, Wohnungen, Läden, Orte, Kleidung und Möbel, ohne festes Ziel und ohne Punkte. Die App ist gratis herunterladbar und enthält im Startumfang eine begrenzte Zahl Orte und Figuren (rund 11 Orte, über 40 Figuren) plus ein wöchentliches Gratis-Geschenk (jeweils freitags im Postamt). Das Geschäftsmodell ist freemium: Der grosse Rest der Welt (zusätzliche Orte, Figuren, Möbel-, Stil- und Home-Designer-Pakete) wird über In-App-Käufe freigeschaltet, mit Preisen von rund 1 bis über 50 Franken für Bündel. Ein Warenkorb-Symbol ist dauerhaft sichtbar. Es gibt keine Werbung Dritter, keine personalisierte Werbung und im Kern-Spiel keinen Chat und keinen Kontakt zu Fremden. Ein separates Mehrspieler-Angebot (Toca Days) und die jüngere Abo-App Toca Boca Jr sind eigene Produkte mit anderen Regeln. Toca Boca bewirbt sich als datensparsam und ist COPPA- und GDPR-K-konform sowie PRIVO-zertifiziert.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Kein gesetzliches Mindestalter in der Schweiz für die Nutzung von Toca Boca World. Das in den Nutzungsbedingungen genannte Vertragsalter (18 Jahre, für Jüngere mit Zustimmung der Eltern) ist eine Vertragsbedingung des Anbieters, keine Schweizer Rechtsvorschrift. Massgebend ist die Einschätzung der Eltern.
- JSFVG (Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele, in Kraft seit 1.1.2025): grundsätzlich einschlägig, weil Toca Boca World ein Videospiel ist und damit unter die Pflicht zu Alterskennzeichnung und Alterskontrolle fällt. Die Inhalte gelten aber als unbedenklich (PEGI 3, App Store 4+), es gibt keine Gewalt-, Angst- oder Sexualinhalte. Der Jugendschutz-Fokus liegt hier deshalb nicht auf dem Inhalt.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): relevant, weil die App Nutzungs- und Gerätedaten von Kindern verarbeitet und der Anbieter (Spin Master) seinen Sitz ausserhalb der Schweiz hat.
- Konsumentenschutz / elterliche Zustimmung bei Käufen: In-App-Käufe durch ein Kind ohne Zustimmung der Eltern sind zivilrechtlich heikel (Handlungsfähigkeit Minderjähriger). Praktisch entscheidend ist aber die technische Kaufsperre auf Geräteebene, nicht der Rechtsweg im Nachhinein.
Das praktisch wichtigste Schweizer Thema bei Toca Boca World ist nicht der Inhalt, sondern der Kaufdruck durch In-App-Käufe und das wöchentliche Gratis-Geschenk. Der wirksame Schutz läuft über die Geräteeinstellungen (Kaufsperre, Kaufbestätigung), nicht über die App selbst. Die JSFVG-Alterskennzeichnung ist bei diesem Titel wegen der harmlosen Inhalte wenig aussagekräftig.