Internet ab etwa 9 Jahren, aber begleitet; soziale Netzwerke ab etwa 12. Twitch kombiniert offenes Internet, Live-Inhalte und Chat mit Fremden und gehört damit zu den Angeboten, die erst ab dem AGB-Alter 13 und auch dann nur begleitet sinnvoll sind. Für jüngere Kinder höchstens einzelne Streams gemeinsam mit den Eltern anschauen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Twitch kindersicher einstellen
Livestreaming-Plattform, vor allem rund ums Gaming.
- bis 12 Jahre Nicht empfohlen Was passt mit 12?
- ab 13 Jahre Nur mit Begleitung Was passt mit 13?
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Erwachsene sollen Kinder beim Erkunden digitaler Medien begleiten, gemeinsam Regeln vereinbaren und über Erlebtes sprechen. Bei Livestreaming besonders wichtig: Werbung und bezahlte Empfehlungen sind für Jugendliche oft schwer zu erkennen, und in Live-Chats tauchen trotz Richtlinien immer wieder unpassende Inhalte auf, bevor die Plattform eingreifen kann.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Das Anbieter-Mindestalter ist eine rechtliche Grenze, keine Empfehlung zur Reife. Medienkonsum begleiten, über Geldausgaben in Apps und Plattformen sprechen und vereinbaren, dass Käufe nur nach Rücksprache erfolgen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Jugendschutz im Familienzentrum einrichten (Konten verknüpfen) Wichtig
Verknüpft das Konto des Jugendlichen mit einem Elternkonto und schaltet damit die einzige echte Elternkontrolle frei, die Twitch anbietet: Streaming unterbinden, Direktnachrichten abschalten, sensible Inhalte einschränken und ein tägliches Zeitlimit setzen. Ohne diese Verknüpfung bleiben nur die Zuschauer-Einstellungen im Konto des Kindes, die das Kind jederzeit selbst zurückstellen kann.
Das brauchst du: Ein eigenes Twitch-Konto der Eltern (wird für die Verknüpfung zwingend gebraucht) · Das Kind ist zwischen 13 und 17 Jahre alt · Das Kind macht mit: Der Link zur Verknüpfung lässt sich nur aus seinem Konto heraus erzeugen
- Die Schritte sind dieselben wie am Computer; Twitch bietet das Familienzentrum-Dashboard auch in der App an
- Das Kind öffnet in der App seine Einstellungen und wählt «Familienzentrum»
- Das Kind schickt dir den Link zum Teilen
- Öffne den Link mit deinem Konto und richte die Jugendschutzfunktionen im Dashboard ein
- Die Schritte sind dieselben wie am Computer; Twitch bietet das Familienzentrum-Dashboard auch in der App an
- Das Kind öffnet in der App seine Einstellungen und wählt «Familienzentrum»
- Das Kind schickt dir den Link zum Teilen
- Öffne den Link mit deinem Konto und richte die Jugendschutzfunktionen im Dashboard ein
- Lege zuerst ein eigenes Twitch-Konto an, falls du noch keines hast
- Das Kind meldet sich an seinem eigenen Twitch-Konto an und ruft die Einstellungen auf
- Das Kind wählt «Familienzentrum»
- Das Kind kopiert den Link zum Teilen und schickt ihn dir
- Öffne den Link mit deinem eigenen Konto; danach erscheinen beide Konten im «Familienzentrum»
- Öffne im «Familienzentrum» das Dashboard der Jugendschutzfunktionen
- Schalte «Streaming und Video-Uploads» aus, wenn das Kind nicht selbst senden soll
- Schalte «Direktnachrichten deaktivieren» ein, damit es keine Flüsternachrichten senden oder empfangen kann
- Aktiviere «Vor sensiblen Inhalten schützen»
- Setze unter «Zeitlimits festlegen» ein tägliches Limit
So prüfst du es: Beide Konten erscheinen im «Familienzentrum», und im Dashboard der Jugendschutzfunktionen stehen die gewünschten Schalter auf der gewählten Stellung. Erreicht das Kind das Zeitlimit, wird Twitch für den Rest des Tages gesperrt.
Drei Punkte, die man vorher wissen sollte. Erstens geht die Verknüpfung vom Kind aus: Ohne seine Mitwirkung lässt sich der Jugendschutz nicht einrichten, ein Gespräch ist also Voraussetzung, keine Option. Zweitens sieht das Kind das Dashboard nicht; es merkt eine Sperre erst, wenn es an sie stösst. Das spricht dafür, die gesetzten Grenzen offen zu besprechen, statt sie entdecken zu lassen. Drittens hebt Twitch die Verknüpfung mit dem 18. Geburtstag automatisch auf. Ein Elternkonto kann bis zu zehn Jugendkonten führen, ein Jugendkonto aber nur ein einziges Elternkonto. Ausgabenlimits bietet Twitch auch hier nicht an.
2 Inhalts-Kennzeichnungen filtern und Vorschaubilder weichzeichnen (Anzeige bevorzugter Inhalte) Wichtig
Blendet Streams aus, die mit Kennzeichnungen wie Sexuelle Themen, Drogen und Rauschmittel, Gewaltdarstellungen, Glücksspiel, Spiele ab 18, derbe Sprache oder Politik markiert sind, und zeichnet Vorschaubilder weich. Wichtigster Inhalts-Schutz, den Twitch für Zuschauer anbietet.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes (Benutzername und Passwort) · Das korrekte Geburtsdatum des Kindes ist im Konto hinterlegt
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle den Bereich «Anzeige bevorzugter Inhalte»
- Schalte die Kategorien wie am Computer ein
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle den Bereich «Anzeige bevorzugter Inhalte»
- Schalte die Kategorien wie am Computer ein
- Melde dich auf twitch.tv mit dem Konto des Kindes an
- Klicke oben rechts auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Öffne den Bereich «Anzeige bevorzugter Inhalte»
- Schalte die Kategorien «Sexuelle Themen», «Drogen, Alkoholkonsum oder übermäßiger Tabakkonsum», «Drastische Gewaltdarstellungen» und «Glücksspiel» ein, damit Twitch sie herausfiltert
- Lasse das Weichzeichnen von Vorschaubildern für sexuelle Themen aktiviert
So prüfst du es: Unter «Anzeige bevorzugter Inhalte» sind die gewählten Kategorien eingeschaltet; entsprechend gekennzeichnete Streams werden ausgeblendet oder nur mit weichgezeichnetem Vorschaubild angezeigt.
Bei Konten mit Geburtsdatum unter 18 filtert Twitch die Kategorien Sexuelle Themen, Drogen, Gewaltdarstellungen und Glücksspiel standardmässig, deshalb unbedingt das korrekte Geburtsdatum des Kindes hinterlegen. Zwei grosse Lücken: Kanäle, denen das Kind folgt, sind von diesen Filtern ausgenommen, und die Kennzeichnungen beruhen auf Selbstauskunft der Streamer.
3 Chat-Filter aktivieren (unerwünschte Nachrichten im Chat ausblenden) Wichtig
Blendet im Chat aller Kanäle Nachrichten mit Diskriminierung, sexuell expliziter Sprache, Feindseligkeit und vulgärer Sprache aus. Der Live-Chat ist auf Twitch das grösste Kontakt- und Inhaltsrisiko.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes
- Öffne einen Stream
- Tippe im Chat auf das Einstellungssymbol (Zahnrad oder ⋮ Drei-Punkte-Menü)
- Öffne die Chat-Einstellungen
- Wähle «Chatfilter»
- Aktiviere die Filterung
- Schalte alle vier Kategorien ein
- Öffne einen Stream
- Tippe im Chat auf das Einstellungssymbol (Zahnrad oder ⋮ Drei-Punkte-Menü)
- Öffne die Chat-Einstellungen
- Wähle «Chatfilter»
- Aktiviere die Filterung
- Schalte alle vier Kategorien ein
- Öffne einen beliebigen Stream
- Klicke unten im Chat-Fenster auf die Chat-Einstellungen (Zahnrad)
- Wähle «Chatfilter» beziehungsweise den Chat-Filter
- Aktiviere die Filterung im Chat
- Schalte alle vier Kategorien ein: «Diskriminierung», «sexuell explizite Sprache», «Feindseligkeiten» und «Obszönitäten»
So prüfst du es: In den Chat-Einstellungen sind alle vier Filter-Kategorien eingeschaltet; die Einstellung gilt danach kanalübergreifend.
Standardmässig sind laut verfügbaren Quellen die meisten Filter aktiv, der Filter für vulgäre Sprache jedoch nicht; einmal gesetzt, gilt die Einstellung kanalübergreifend. Die Filter arbeiten automatisch und erkennen nicht alles, besonders nicht in Sprach- und Videoinhalten des Streams selbst.
4 Flüsternachrichten (Whispers) von Fremden blockieren Wichtig
Verhindert private Direktnachrichten von Unbekannten an das Kind. Whispers sind der direkteste Weg, wie Fremde auf Twitch ungestört Kontakt aufnehmen können.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne die Account-Einstellungen
- Wähle «Sicherheit und Privatsphäre»
- Aktiviere «Flüsternachrichten von unbekannten Benutzern blockieren»
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne die Account-Einstellungen
- Wähle «Sicherheit und Privatsphäre»
- Aktiviere «Flüsternachrichten von unbekannten Benutzern blockieren»
- Klicke auf twitch.tv oben rechts auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle den Reiter «Sicherheit und Privatsphäre»
- Scrolle zum Abschnitt «Datenschutz»
- Aktiviere «Flüsternachrichten von unbekannten Benutzern blockieren»
So prüfst du es: Der Schalter bei «Flüsternachrichten von unbekannten Benutzern blockieren» steht auf Ein.
Als Fremde gelten alle, denen das Kind nicht folgt oder die es nicht abonniert hat. Achtung: Wem das Kind folgt, der ist kein Fremder mehr. Deshalb zusätzlich vereinbaren, wem es folgt, und mit dem Kind besprechen, dass es unangenehme Nachrichten sofort zeigt.
5 Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren Wichtig
Schützt das Konto vor Übernahme durch Fremde. Twitch-Konten sind wegen verknüpfter Zahlungsdaten und der Reichweite ein beliebtes Ziel.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes mit bestätigter E-Mail-Adresse · Eine Telefonnummer für den SMS-Code
- Melde dich im Browser auf twitch.tv an. Die Aktivierung funktioniert nur dort, nicht in der App
- Klicke oben rechts auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle «Sicherheit und Privatsphäre»
- Wähle im Abschnitt «Sicherheit» den Punkt «Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten»
- Gib eine Telefonnummer ein
- Bestätige den SMS-Code
- Verknüpfe danach wenn möglich eine Authentifizierungs-App per QR-Code
So prüfst du es: Bei der nächsten Anmeldung verlangt Twitch zusätzlich zum Passwort einen Bestätigungscode.
Voraussetzung ist eine bestätigte E-Mail-Adresse im Konto. Eine Authentifizierungs-App ist sicherer als der SMS-Code. Für ein Kind unter 16 sollte die E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Eltern hinterlegt sein, dann läuft die Kontowiederherstellung über die Eltern.
6 Blockieren und Melden gemeinsam üben Wichtig
Das Kind soll unangenehme Nutzer selbst blockieren und Verstösse melden können, bevor eine schwierige Situation eintritt. Blockierte Nutzer können keine Whispers mehr senden und werden aus den Follower-Listen entfernt.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind Twitch nutzt, mit angemeldetem Konto
- Tippe im Chat auf den Nutzernamen
- Wähle über das Menü «Blockieren» oder «Melden»
- Tippe im Chat auf den Nutzernamen
- Wähle über das Menü «Blockieren» oder «Melden»
- Klicke im Chat auf den Nutzernamen der betreffenden Person
- Öffne im aufklappenden Fenster das Drei-Punkte-Menü (⋮ drei Punkte)
- Wähle «Blockieren»
- Wähle bei einem Verstoss zusätzlich «Melden» und gib die passende Kategorie an
- Nutze auf Kanalseiten für beides das Drei-Punkte-Menü unter dem Stream
So prüfst du es: Die blockierte Person kann keine Flüsternachrichten mehr senden und wird aus den Follower-Listen entfernt.
Mit dem Kind eine klare Abmachung treffen: erst Screenshot machen (Beweis), dann blockieren und melden, dann den Eltern zeigen. Bei strafbaren Inhalten (Drohungen, sexuelle Anmache) zusätzlich die Polizei oder eine Beratungsstelle wie Pro Juventute (Tel. 147) einbeziehen.
7 Ausgaben absichern: keine Zahlungsmittel hinterlegen, Käufe auf Geräteebene sperren Wichtig
Twitch bietet keine Ausgabenlimits und keine Elternfreigabe für Käufe. Abos (Subs), Geschenk-Abos und Bits kosten echtes Geld und werden im Stream gezielt beworben. Der Schutz muss deshalb ausserhalb von Twitch eingerichtet werden.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes · Das Eltern-Konto der Apple-Familienfreigabe beziehungsweise von Google Family Link
- Hinterlege im Twitch-Konto des Kindes kein Zahlungsmittel
- Sperre Käufe auf Geräteebene: Die Schritte dazu stehen bei den Geräte-Einstellungen zur iOS-Bildschirmzeit
- Hinterlege im Twitch-Konto des Kindes kein Zahlungsmittel
- Sperre Käufe auf Geräteebene: Die Schritte dazu stehen bei den Geräte-Einstellungen zu Google Family Link
- Prüfe im Browser unter twitch.tv in den Einstellungen, ob Zahlungsmethoden hinterlegt sind
- Entferne hinterlegte Zahlungsmethoden
- Vereinbare mit dem Kind, dass Abos und Bits nur nach Rücksprache und nie mit fremden Karten gekauft werden
So prüfst du es: Im Twitch-Konto ist keine Zahlungsmethode hinterlegt. Jeder Kauf über den App Store verlangt die Freigabe beziehungsweise Authentifizierung der Eltern. Das gilt auch für Bits in der Twitch-App.
Achtung Umgehungsweg: Käufe im Browser laufen an den App-Store-Sperren vorbei, sobald eine Zahlungsmethode im Twitch-Konto gespeichert ist. Auch ein mit Amazon Prime verknüpftes Konto ermöglicht Gratis-Abos, normalisiert aber das Abo-System. Regelmässig die Kaufhistorie und die Kreditkartenabrechnung prüfen.
8 Wenn das Kind selbst streamt: AutoMod und Chat-Beschränkungen im eigenen Kanal Wichtig
Filtert im Chat des eigenen Kanals riskante Nachrichten (Belästigung, sexuelle Inhalte, Hass, Beschimpfungen) vor der Veröffentlichung heraus, sodass sie erst von einem Moderator freigegeben werden müssen.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes · Eine erwachsene Vertrauensperson, die als Moderator eingetragen wird
- Klicke auf twitch.tv auf das Profilbild
- Öffne das «Creator-Dashboard»
- Wähle links im Menü «Einstellungen», dann «Moderation»
- Aktiviere AutoMod und wähle einen Filterlevel. Für Kinder und Jugendliche eignet sich die höchste Stufe
- Verlange in den Moderationseinstellungen zusätzlich eine E-Mail- oder Telefonverifizierung für den Chat
- Blockiere Links
- Trage eine erwachsene Vertrauensperson als Moderator ein (Befehl /mod Nutzername im Chat)
So prüfst du es: In den Moderationseinstellungen ist AutoMod mit dem gewählten Filterlevel aktiv; riskante Chat-Nachrichten erscheinen erst nach Freigabe durch einen Moderator.
Selbst streamen heisst: Gesicht, Stimme, Zimmer und Reaktionen des Kindes gehen live und unumkehrbar ins Netz, laut AGB unter 18 nur unter Aufsicht der Eltern. Vorher gemeinsam festlegen: kein echter Name, keine Adresse oder Schule im Bild oder Gespräch, Streaming nur, wenn ein Elternteil erreichbar ist.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzTwitch ist eine Livestreaming-Plattform, vor allem rund ums Gaming, dazu kommen Talk-Formate (Just Chatting), Musik und Kreatives. Zuschauen, Chatten, Folgen und eigenes Streamen sind ab 13 erlaubt; Minderjährige zwischen 13 und 18 dürfen den Dienst laut AGB nur unter Aufsicht eines Elternteils oder Vormunds nutzen, der die Bedingungen mitträgt. Inhalte laufen live und werden nicht vorab geprüft; Streamer müssen heikle Inhalte selbst mit Kennzeichnungen (Content Classification Labels) versehen. Twitch finanziert sich über Werbung und Zahlungen der Zuschauer an Streamer: kostenpflichtige Abos (Subs), Geschenk-Abos und die virtuelle Währung Bits. Bis Juli 2026 bot Twitch keine dedizierte Elternkontrolle an; seither gibt es ein optionales, verknüpftes Eltern-Konto für 13- bis 17-Jährige, das Twitch «Familienzentrum» nennt: Streaming unterbinden, Direktnachrichten abschalten, sensible Inhalte einschränken und ein tägliches Zeitlimit setzen, das geräteübergreifend gilt. Ausgabenlimits bietet Twitch weiterhin nicht an.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Keines für die reine Nutzung. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für Twitch. Die 13 Jahre und die Aufsichtspflicht bis 18 stammen aus den Nutzungsbedingungen von Twitch, nicht aus Schweizer Recht.
- JSFVG (Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele, in Kraft seit 1.1.2025): schreibt Alterskennzeichnung und Alterskontrolle für Filme und Videospiele vor, auch auf Plattformdiensten. Auf Twitch werden zwar Videospiele gezeigt, die selbst PEGI-Altersfreigaben tragen, die Livestreams darüber sind aber keine klassifizierten Werke; das JSFVG greift für das laufende Livestreaming-Angebot deshalb nur sehr eingeschränkt. Es zeigt aber die Richtung: altersgerechte Inhalte und technische Schutzmassnahmen.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung, besonders relevant, weil Twitch Daten mit dem Amazon-Konzern teilt und Chat-Beiträge öffentlich sind.
Gesetz und Anbieter-AGB klar trennen: Das Mindestalter 13 und die Aufsichtsregel bis 18 sind Vorgaben von Twitch, kein Schweizer Gesetz. Twitch bietet seit Juli 2026 ein optionales, verknüpftes Eltern-Konto für 13- bis 17-Jährige an, das «Familienzentrum»; zuvor gab es keine dedizierte Elternkontrolle. Die Verknüpfung kann nur das Kind auslösen: Es erzeugt den Link in seinen eigenen Einstellungen. Solange dieses Werkzeug nicht aktiv eingerichtet ist, tragen den Jugendschutz hier weiterhin fast vollständig die Zuschauer-Einstellungen (Inhalts-Filter, Chat-Filter, Whisper-Sperre) und die Begleitung durch die Eltern, ergänzt durch Schutzfunktionen auf Geräteebene.