Twitch kindersicher einstellen

Livestreaming-Plattform, vor allem rund ums Gaming.

Twitch Interactive, Inc. (Amazon) · iOS, Android, Web, Desktop, Smart-TV, Konsole
Auf einen Blick: ab welchem Alter?
AGB-Mindestalter: 13 Unsere Empfehlung: Ab 13 mit Begleitung Zuletzt geprüft 14.07.2026

Worauf sich unsere Empfehlung stützt

BAG und Jugend und Medien (Meilensteine 10 bis 14 Jahre)

Internet ab etwa 9 Jahren, aber begleitet; soziale Netzwerke ab etwa 12. Twitch kombiniert offenes Internet, Live-Inhalte und Chat mit Fremden und gehört damit zu den Angeboten, die erst ab dem AGB-Alter 13 und auch dann nur begleitet sinnvoll sind. Für jüngere Kinder höchstens einzelne Streams gemeinsam mit den Eltern anschauen.

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Jugend und Medien (Meilensteine 10 bis 14 Jahre, Begleiten statt verbieten)

Erwachsene sollen Kinder beim Erkunden digitaler Medien begleiten, gemeinsam Regeln vereinbaren und über Erlebtes sprechen. Bei Livestreaming besonders wichtig: Werbung und bezahlte Empfehlungen sind für Jugendliche oft schwer zu erkennen, und in Live-Chats tauchen trotz Richtlinien immer wieder unpassende Inhalte auf, bevor die Plattform eingreifen kann.

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Pro Juventute

Das Anbieter-Mindestalter ist eine rechtliche Grenze, keine Empfehlung zur Reife. Medienkonsum begleiten, über Geldausgaben in Apps und Plattformen sprechen und vereinbaren, dass Käufe nur nach Rücksprache erfolgen.

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Einstellungen Schritt für Schritt

Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.

Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.

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1 Inhalts-Kennzeichnungen filtern und Vorschaubilder weichzeichnen (Anzeigepräferenzen für Inhalte) Wichtig

Blendet Streams aus, die mit Kennzeichnungen wie Sexuelle Themen, Drogen und Rauschmittel, Gewaltdarstellungen, Glücksspiel, Spiele ab 18, derbe Sprache oder Politik markiert sind, und zeichnet Vorschaubilder weich. Wichtigster Inhalts-Schutz, den Twitch für Zuschauer anbietet.

Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes (Benutzername und Passwort) · Das korrekte Geburtsdatum des Kindes ist im Konto hinterlegt

  1. Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
  2. Öffne «Einstellungen»
  3. Wähle den Bereich «Anzeigepräferenzen für Inhalte»
  4. Stelle die Kategorien wie am Computer auf «Filtern»

So prüfst du es: Unter «Anzeigepräferenzen für Inhalte» stehen die gewählten Kategorien auf «Filtern»; entsprechend gekennzeichnete Streams werden ausgeblendet oder nur mit weichgezeichnetem Vorschaubild angezeigt.

Bei Konten mit Geburtsdatum unter 18 filtert Twitch die Kategorien Sexuelle Themen, Drogen, Gewaltdarstellungen und Glücksspiel standardmässig, deshalb unbedingt das korrekte Geburtsdatum des Kindes hinterlegen. Zwei grosse Lücken: Kanäle, denen das Kind folgt, sind von diesen Filtern ausgenommen, und die Kennzeichnungen beruhen auf Selbstauskunft der Streamer.

Quelle: help.twitch.tv geprüft 04.07.2026
2 Chat-Filter aktivieren (anstössige Sprache im Chat ausblenden) Wichtig

Blendet im Chat aller Kanäle Nachrichten mit Diskriminierung, sexuell expliziter Sprache, Feindseligkeit und vulgärer Sprache aus. Der Live-Chat ist auf Twitch das grösste Kontakt- und Inhaltsrisiko.

Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes

  1. Öffne einen Stream
  2. Tippe im Chat auf das Einstellungssymbol (Zahnrad oder ⋮ Drei-Punkte-Menü)
  3. Öffne die Chat-Einstellungen
  4. Wähle «Anstössige Sprache ausblenden»
  5. Aktiviere die Filterung
  6. Schalte alle vier Kategorien ein

So prüfst du es: In den Chat-Einstellungen sind alle vier Filter-Kategorien eingeschaltet; die Einstellung gilt danach kanalübergreifend.

Standardmässig sind laut verfügbaren Quellen die meisten Filter aktiv, der Filter für vulgäre Sprache jedoch nicht; einmal gesetzt, gilt die Einstellung kanalübergreifend. Die Filter arbeiten automatisch und erkennen nicht alles, besonders nicht in Sprach- und Videoinhalten des Streams selbst.

Quelle: safety.twitch.tv geprüft 04.07.2026
3 Flüsternachrichten (Whispers) von Fremden blockieren Wichtig

Verhindert private Direktnachrichten von Unbekannten an das Kind. Whispers sind der direkteste Weg, wie Fremde auf Twitch ungestört Kontakt aufnehmen können.

Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes

  1. Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
  2. Öffne die Account-Einstellungen
  3. Wähle «Sicherheit und Datenschutz»
  4. Aktiviere «Flüsternachrichten von Fremden blockieren»

So prüfst du es: Der Schalter bei «Flüsternachrichten von Fremden blockieren» steht auf Ein.

Als Fremde gelten alle, denen das Kind nicht folgt oder die es nicht abonniert hat. Achtung: Wem das Kind folgt, der ist kein Fremder mehr. Deshalb zusätzlich vereinbaren, wem es folgt, und mit dem Kind besprechen, dass es unangenehme Nachrichten sofort zeigt.

Quelle: help.twitch.tv geprüft 04.07.2026
4 Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren Wichtig

Schützt das Konto vor Übernahme durch Fremde. Twitch-Konten sind wegen verknüpfter Zahlungsdaten und der Reichweite ein beliebtes Ziel.

Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes mit bestätigter E-Mail-Adresse · Eine Telefonnummer für den SMS-Code

Web
  1. Melde dich im Browser auf twitch.tv an. Die Aktivierung funktioniert nur dort, nicht in der App
  2. Klicke oben rechts auf das Profilbild
  3. Öffne «Einstellungen»
  4. Wähle «Sicherheit und Datenschutz»
  5. Wähle im Abschnitt «Sicherheit» den Punkt «Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten»
  6. Gib eine Telefonnummer ein
  7. Bestätige den SMS-Code
  8. Verknüpfe danach wenn möglich eine Authentifizierungs-App per QR-Code

So prüfst du es: Bei der nächsten Anmeldung verlangt Twitch zusätzlich zum Passwort einen Bestätigungscode.

Voraussetzung ist eine bestätigte E-Mail-Adresse im Konto. Eine Authentifizierungs-App ist sicherer als der SMS-Code. Für ein Kind unter 16 sollte die E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Eltern hinterlegt sein, dann läuft die Kontowiederherstellung über die Eltern.

Quelle: help.twitch.tv geprüft 04.07.2026
5 Blockieren und Melden gemeinsam üben Wichtig

Das Kind soll unangenehme Nutzer selbst blockieren und Verstösse melden können, bevor eine schwierige Situation eintritt. Blockierte Nutzer können keine Whispers mehr senden und werden aus den Follower-Listen entfernt.

Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind Twitch nutzt, mit angemeldetem Konto

  1. Tippe im Chat auf den Nutzernamen
  2. Wähle über das Menü «Blockieren» oder «Melden»

So prüfst du es: Die blockierte Person kann keine Flüsternachrichten mehr senden und wird aus den Follower-Listen entfernt.

Mit dem Kind eine klare Abmachung treffen: erst Screenshot machen (Beweis), dann blockieren und melden, dann den Eltern zeigen. Bei strafbaren Inhalten (Drohungen, sexuelle Anmache) zusätzlich die Polizei oder eine Beratungsstelle wie Pro Juventute (Tel. 147) einbeziehen.

Quelle: help.twitch.tv geprüft 04.07.2026
6 Ausgaben absichern: keine Zahlungsmittel hinterlegen, Käufe auf Geräteebene sperren Wichtig

Twitch bietet keine Ausgabenlimits und keine Elternfreigabe für Käufe. Abos (Subs), Geschenk-Abos und Bits kosten echtes Geld und werden im Stream gezielt beworben. Der Schutz muss deshalb ausserhalb von Twitch eingerichtet werden.

Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes · Das Eltern-Konto der Apple-Familienfreigabe beziehungsweise von Google Family Link

  1. Hinterlege im Twitch-Konto des Kindes keine Kreditkarte und kein PayPal
  2. Öffne die Einstellungen und tippe auf «Familie»
  3. Wähle das Kind aus
  4. Aktiviere «Kauf anfragen»

So prüfst du es: Im Twitch-Konto ist keine Zahlungsmethode hinterlegt. Jeder Kauf über den App Store verlangt die Freigabe beziehungsweise Authentifizierung der Eltern. Das gilt auch für Bits in der Twitch-App.

Achtung Umgehungsweg: Käufe im Browser laufen an den App-Store-Sperren vorbei, sobald eine Zahlungsmethode im Twitch-Konto gespeichert ist. Auch ein mit Amazon Prime verknüpftes Konto ermöglicht Gratis-Abos, normalisiert aber das Abo-System. Regelmässig die Kaufhistorie und die Kreditkartenabrechnung prüfen.

Quelle: safety.twitch.tv geprüft 04.07.2026
7 Wenn das Kind selbst streamt: AutoMod und Chat-Beschränkungen im eigenen Kanal Wichtig

Filtert im Chat des eigenen Kanals riskante Nachrichten (Belästigung, sexuelle Inhalte, Hass, Beschimpfungen) vor der Veröffentlichung heraus, sodass sie erst von einem Moderator freigegeben werden müssen.

Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes · Eine erwachsene Vertrauensperson, die als Moderator eingetragen wird

Web
  1. Klicke auf twitch.tv auf das Profilbild
  2. Öffne das «Creator-Dashboard»
  3. Wähle links im Menü «Einstellungen», dann «Moderation»
  4. Aktiviere AutoMod und wähle einen Filterlevel. Für Kinder und Jugendliche eignet sich die höchste Stufe
  5. Verlange in den Moderationseinstellungen zusätzlich eine E-Mail- oder Telefonverifizierung für den Chat
  6. Blockiere Links
  7. Trage eine erwachsene Vertrauensperson als Moderator ein (Befehl «/mod Nutzername» im Chat)

So prüfst du es: In den Moderationseinstellungen ist AutoMod mit dem gewählten Filterlevel aktiv; riskante Chat-Nachrichten erscheinen erst nach Freigabe durch einen Moderator.

Selbst streamen heisst: Gesicht, Stimme, Zimmer und Reaktionen des Kindes gehen live und unumkehrbar ins Netz, laut AGB unter 18 nur unter Aufsicht der Eltern. Vorher gemeinsam festlegen: kein echter Name, keine Adresse oder Schule im Bild oder Gespräch, Streaming nur, wenn ein Elternteil erreichbar ist.

Quelle: help.twitch.tv geprüft 04.07.2026

Was ihr besprechen solltet

Live heisst ungefiltert
Anders als bei Videos kann bei Livestreams niemand vorher prüfen, was gleich passiert. Mit dem Kind besprechen, dass auch in harmlos wirkenden Streams plötzlich Gewalt, sexuelle Inhalte oder Beleidigungen auftauchen können, und vereinbaren, dass es dann den Stream verlässt und davon erzählt.
Über Geld reden: Subs, Bits und Spendendruck
Streamer bedanken sich persönlich für Abos und Bits, das fühlt sich für Kinder wie Freundschaft an und verführt zum Ausgeben. Klare Geldregeln vereinbaren: Käufe nur nach Rücksprache, nie mit der Karte der Eltern, und darüber sprechen, warum sich niemand Aufmerksamkeit kaufen muss.
Fremde im Chat und in Whispers
Im Chat und über private Flüsternachrichten können Fremde direkt Kontakt aufnehmen. Vereinbaren, dass das Kind keine persönlichen Daten (Name, Alter, Wohnort, Schule, andere Profile) teilt und Kontaktversuche sofort zeigt, ohne Angst vor einem Twitch-Verbot haben zu müssen.
Streamer sind keine Freunde und oft auch Werbung
Kinder bauen zu Streamern, die sie täglich sehen, echte Gefühle auf (parasoziale Beziehung). Gemeinsam einordnen: Der Streamer kennt das Kind nicht, und viele Empfehlungen im Stream sind bezahlte Werbung, auch wenn sie nicht so aussieht.
Selber streamen erst besprechen, dann entscheiden
Wenn das Kind selbst streamen will: gemeinsam klären, was live gehen darf (Gesicht? Stimme? Zimmer?), wer moderiert, und dass alles im Livestream sofort öffentlich und nicht rückholbar ist. Laut AGB ist Streamen ab 13 und unter 18 nur mit elterlicher Aufsicht erlaubt.

Gut zu wissen

Twitch hat keine echten Elternkontrollen
Es gibt keinen Kindermodus, keine Elternfreigabe, keine Zeitlimits und keine Ausgabenkontrolle durch Eltern. Alle Schutzeinstellungen sind normale Konto-Einstellungen, die das Kind selbst wieder ändern kann.
Was tun: Einstellungen gemeinsam mit dem Kind setzen und erklären statt heimlich konfigurieren. Zeitlimits und App-Sperren auf Geräteebene ergänzen (Apple Bildschirmzeit, Google Family Link), Kaufsperren im App Store setzen.
Inhalts-Kennzeichnungen beruhen auf Selbstauskunft
Streamer müssen heikle Inhalte selbst kennzeichnen (Sexuelle Themen, Gewalt, Glücksspiel usw.). Twitch prüft nicht jeden Stream, und live kann jederzeit etwas Ungekennzeichnetes passieren. Filter greifen also nur, wenn korrekt gekennzeichnet wurde.
Was tun: Filter trotzdem aktivieren (sie wirken bei den grossen, korrekt gekennzeichneten Kanälen), aber nicht als vollständigen Schutz verstehen. Mit dem Kind besprechen, was es bei unpassenden Live-Szenen tut.
Gefolgte Kanäle umgehen die Inhalts-Filter
Folgt das Kind einem Kanal, wird dessen Inhalt auch dann angezeigt, wenn er mit einer gefilterten Kennzeichnung versehen ist. Die Follower-Liste ist damit das eigentliche Einfallstor.
Was tun: Regelmässig gemeinsam die Liste der gefolgten Kanäle durchgehen und besprechen, warum das Kind ihnen folgt. Das ist wirksamer als jede technische Einstellung.
Subs, Bits und Spenden sind ein reales Kostenrisiko
Abos kosten monatlich Geld, Bits werden gegen Echtgeld gekauft, und Streamer bedanken sich live und persönlich, was gerade Kinder stark anspornt. Es sind Fälle dokumentiert, in denen Jugendliche hohe Summen ausgegeben haben. Twitch bietet keine elterliche Kaufkontrolle.
Was tun: Keine Zahlungsmittel im Twitch-Konto hinterlegen, Kauffreigaben im App Store aktivieren, Kreditkartenabrechnung im Blick behalten und Geldregeln vereinbaren.
Alterskontrolle praktisch wirkungslos, Aufsichtspflicht kaum bekannt
In der Schweiz fragt Twitch bei der Registrierung nur das Geburtsdatum ab. Strengere Altersprüfungen (Gesichts-Scan) gibt es bisher nur in Grossbritannien und Australien. Kaum bekannt: Laut AGB dürfen 13- bis 17-Jährige Twitch nur unter Aufsicht eines Elternteils nutzen.
Was tun: Das korrekte Geburtsdatum eintragen (dann greifen die Unter-18-Standardfilter) und die Aufsichtsrolle aktiv wahrnehmen: wissen, wem das Kind folgt und was es schaut.
Glücksspiel- und Casino-Streams
Auf Twitch gibt es eine eigene Glücksspiel-Kennzeichnung; Casino- und Slot-Streams erreichen ein junges Publikum und normalisieren Glücksspiel. Bei unter 18-Jährigen mit korrektem Geburtsdatum ist diese Kategorie standardmässig gefiltert.
Was tun: Filter für Glücksspiel aktiv lassen und mit Jugendlichen darüber sprechen, wie Streamer mit Glücksspiel-Inhalten Geld verdienen und warum die gezeigten Gewinne nicht real repräsentativ sind.

AGB und Rechtslage

Was der Anbieter vorgibt (AGB)

Regel des Anbieters, kein Gesetz

Twitch ist eine Livestreaming-Plattform, vor allem rund ums Gaming, dazu kommen Talk-Formate (Just Chatting), Musik und Kreatives. Zuschauen, Chatten, Folgen und eigenes Streamen sind ab 13 erlaubt; Minderjährige zwischen 13 und 18 dürfen den Dienst laut AGB nur unter Aufsicht eines Elternteils oder Vormunds nutzen, der die Bedingungen mitträgt. Inhalte laufen live und werden nicht vorab geprüft; Streamer müssen heikle Inhalte selbst mit Kennzeichnungen (Content Classification Labels) versehen. Twitch finanziert sich über Werbung und Zahlungen der Zuschauer an Streamer: kostenpflichtige Abos (Subs), Geschenk-Abos und die virtuelle Währung Bits. Elternkontrollen oder Ausgabenlimits bietet Twitch nicht an.

Was das Schweizer Recht sagt

Rechtslage Schweiz

Gesetzliches Mindestalter: Keines für die reine Nutzung. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für Twitch. Die 13 Jahre und die Aufsichtspflicht bis 18 stammen aus den Nutzungsbedingungen von Twitch, nicht aus Schweizer Recht.

Relevante Gesetze
  • JSFVG (Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele, in Kraft seit 1.1.2025): schreibt Alterskennzeichnung und Alterskontrolle für Filme und Videospiele vor, auch auf Plattformdiensten. Auf Twitch werden zwar Videospiele gezeigt, die selbst PEGI-Altersfreigaben tragen, die Livestreams darüber sind aber keine klassifizierten Werke; das JSFVG greift für das laufende Livestreaming-Angebot deshalb nur sehr eingeschränkt. Es zeigt aber die Richtung: altersgerechte Inhalte und technische Schutzmassnahmen.
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung, besonders relevant, weil Twitch Daten mit dem Amazon-Konzern teilt und Chat-Beiträge öffentlich sind.

Gesetz und Anbieter-AGB klar trennen: Das Mindestalter 13 und die Aufsichtsregel bis 18 sind Vorgaben von Twitch, kein Schweizer Gesetz. Weil Twitch keine Elternkontrollen anbietet, tragen den Jugendschutz hier fast vollständig die Zuschauer-Einstellungen (Inhalts-Filter, Chat-Filter, Whisper-Sperre) und die Begleitung durch die Eltern, ergänzt durch Schutzfunktionen auf Geräteebene.