Internet ab etwa 9 Jahren, aber begleitet; soziale Netzwerke ab etwa 12. Twitch kombiniert offenes Internet, Live-Inhalte und Chat mit Fremden und gehört damit zu den Angeboten, die erst ab dem AGB-Alter 13 und auch dann nur begleitet sinnvoll sind. Für jüngere Kinder höchstens einzelne Streams gemeinsam mit den Eltern anschauen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Twitch kindersicher einstellen
Livestreaming-Plattform, vor allem rund ums Gaming.
Worauf sich unsere Empfehlung stützt
Erwachsene sollen Kinder beim Erkunden digitaler Medien begleiten, gemeinsam Regeln vereinbaren und über Erlebtes sprechen. Bei Livestreaming besonders wichtig: Werbung und bezahlte Empfehlungen sind für Jugendliche oft schwer zu erkennen, und in Live-Chats tauchen trotz Richtlinien immer wieder unpassende Inhalte auf, bevor die Plattform eingreifen kann.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Das Anbieter-Mindestalter ist eine rechtliche Grenze, keine Empfehlung zur Reife. Medienkonsum begleiten, über Geldausgaben in Apps und Plattformen sprechen und vereinbaren, dass Käufe nur nach Rücksprache erfolgen.
Quelle nachlesen (öffnet in neuem Fenster)Einstellungen Schritt für Schritt
Wähle ein Alter als Orientierung. Die wichtigen Einstellungen rücken nach oben, weitere bleiben sichtbar.
Zur Orientierung für diese App. Die Einstellungsübersicht berücksichtigt zusätzlich Gerät und weitere Apps.
1 Inhalts-Kennzeichnungen filtern und Vorschaubilder weichzeichnen (Anzeigepräferenzen für Inhalte) Wichtig
Blendet Streams aus, die mit Kennzeichnungen wie Sexuelle Themen, Drogen und Rauschmittel, Gewaltdarstellungen, Glücksspiel, Spiele ab 18, derbe Sprache oder Politik markiert sind, und zeichnet Vorschaubilder weich. Wichtigster Inhalts-Schutz, den Twitch für Zuschauer anbietet.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes (Benutzername und Passwort) · Das korrekte Geburtsdatum des Kindes ist im Konto hinterlegt
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle den Bereich «Anzeigepräferenzen für Inhalte»
- Stelle die Kategorien wie am Computer auf «Filtern»
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle den Bereich «Anzeigepräferenzen für Inhalte»
- Stelle die Kategorien wie am Computer auf «Filtern»
- Melde dich auf twitch.tv mit dem Konto des Kindes an
- Klicke oben rechts auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Öffne den Bereich «Anzeigepräferenzen für Inhalte» (Content Display Preferences)
- Stelle für jede Kategorie («Sexuelle Themen», «Drogen», «Gewaltdarstellungen», «Glücksspiel» usw.) den Regler auf «Filtern»
- Lasse das Weichzeichnen von Vorschaubildern für sexuelle Themen aktiviert
So prüfst du es: Unter «Anzeigepräferenzen für Inhalte» stehen die gewählten Kategorien auf «Filtern»; entsprechend gekennzeichnete Streams werden ausgeblendet oder nur mit weichgezeichnetem Vorschaubild angezeigt.
Bei Konten mit Geburtsdatum unter 18 filtert Twitch die Kategorien Sexuelle Themen, Drogen, Gewaltdarstellungen und Glücksspiel standardmässig, deshalb unbedingt das korrekte Geburtsdatum des Kindes hinterlegen. Zwei grosse Lücken: Kanäle, denen das Kind folgt, sind von diesen Filtern ausgenommen, und die Kennzeichnungen beruhen auf Selbstauskunft der Streamer.
2 Chat-Filter aktivieren (anstössige Sprache im Chat ausblenden) Wichtig
Blendet im Chat aller Kanäle Nachrichten mit Diskriminierung, sexuell expliziter Sprache, Feindseligkeit und vulgärer Sprache aus. Der Live-Chat ist auf Twitch das grösste Kontakt- und Inhaltsrisiko.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes
- Öffne einen Stream
- Tippe im Chat auf das Einstellungssymbol (Zahnrad oder ⋮ Drei-Punkte-Menü)
- Öffne die Chat-Einstellungen
- Wähle «Anstössige Sprache ausblenden»
- Aktiviere die Filterung
- Schalte alle vier Kategorien ein
- Öffne einen Stream
- Tippe im Chat auf das Einstellungssymbol (Zahnrad oder ⋮ Drei-Punkte-Menü)
- Öffne die Chat-Einstellungen
- Wähle «Anstössige Sprache ausblenden»
- Aktiviere die Filterung
- Schalte alle vier Kategorien ein
- Öffne einen beliebigen Stream
- Klicke unten im Chat-Fenster auf die Chat-Einstellungen (Zahnrad)
- Wähle «Anstössige Sprache ausblenden» beziehungsweise den Chat-Filter
- Aktiviere die Filterung im Chat
- Schalte alle vier Kategorien ein: «Diskriminierung», «sexuell explizite Sprache», «Feindseligkeit» und «vulgäre Sprache»
So prüfst du es: In den Chat-Einstellungen sind alle vier Filter-Kategorien eingeschaltet; die Einstellung gilt danach kanalübergreifend.
Standardmässig sind laut verfügbaren Quellen die meisten Filter aktiv, der Filter für vulgäre Sprache jedoch nicht; einmal gesetzt, gilt die Einstellung kanalübergreifend. Die Filter arbeiten automatisch und erkennen nicht alles, besonders nicht in Sprach- und Videoinhalten des Streams selbst.
3 Flüsternachrichten (Whispers) von Fremden blockieren Wichtig
Verhindert private Direktnachrichten von Unbekannten an das Kind. Whispers sind der direkteste Weg, wie Fremde auf Twitch ungestört Kontakt aufnehmen können.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne die Account-Einstellungen
- Wähle «Sicherheit und Datenschutz»
- Aktiviere «Flüsternachrichten von Fremden blockieren»
- Tippe in der Twitch-App auf das Profilbild
- Öffne die Account-Einstellungen
- Wähle «Sicherheit und Datenschutz»
- Aktiviere «Flüsternachrichten von Fremden blockieren»
- Klicke auf twitch.tv oben rechts auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle den Reiter «Sicherheit und Datenschutz»
- Scrolle zum Abschnitt «Datenschutz»
- Aktiviere «Flüsternachrichten von Fremden blockieren»
So prüfst du es: Der Schalter bei «Flüsternachrichten von Fremden blockieren» steht auf Ein.
Als Fremde gelten alle, denen das Kind nicht folgt oder die es nicht abonniert hat. Achtung: Wem das Kind folgt, der ist kein Fremder mehr. Deshalb zusätzlich vereinbaren, wem es folgt, und mit dem Kind besprechen, dass es unangenehme Nachrichten sofort zeigt.
4 Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren Wichtig
Schützt das Konto vor Übernahme durch Fremde. Twitch-Konten sind wegen verknüpfter Zahlungsdaten und der Reichweite ein beliebtes Ziel.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes mit bestätigter E-Mail-Adresse · Eine Telefonnummer für den SMS-Code
- Melde dich im Browser auf twitch.tv an. Die Aktivierung funktioniert nur dort, nicht in der App
- Klicke oben rechts auf das Profilbild
- Öffne «Einstellungen»
- Wähle «Sicherheit und Datenschutz»
- Wähle im Abschnitt «Sicherheit» den Punkt «Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten»
- Gib eine Telefonnummer ein
- Bestätige den SMS-Code
- Verknüpfe danach wenn möglich eine Authentifizierungs-App per QR-Code
So prüfst du es: Bei der nächsten Anmeldung verlangt Twitch zusätzlich zum Passwort einen Bestätigungscode.
Voraussetzung ist eine bestätigte E-Mail-Adresse im Konto. Eine Authentifizierungs-App ist sicherer als der SMS-Code. Für ein Kind unter 16 sollte die E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Eltern hinterlegt sein, dann läuft die Kontowiederherstellung über die Eltern.
5 Blockieren und Melden gemeinsam üben Wichtig
Das Kind soll unangenehme Nutzer selbst blockieren und Verstösse melden können, bevor eine schwierige Situation eintritt. Blockierte Nutzer können keine Whispers mehr senden und werden aus den Follower-Listen entfernt.
Das brauchst du: Das Gerät, auf dem das Kind Twitch nutzt, mit angemeldetem Konto
- Tippe im Chat auf den Nutzernamen
- Wähle über das Menü «Blockieren» oder «Melden»
- Tippe im Chat auf den Nutzernamen
- Wähle über das Menü «Blockieren» oder «Melden»
- Klicke im Chat auf den Nutzernamen der betreffenden Person
- Öffne im aufklappenden Fenster das Drei-Punkte-Menü (⋮ drei Punkte)
- Wähle «Blockieren»
- Wähle bei einem Verstoss zusätzlich «Melden» und gib die passende Kategorie an
- Nutze auf Kanalseiten für beides das Drei-Punkte-Menü unter dem Stream
So prüfst du es: Die blockierte Person kann keine Flüsternachrichten mehr senden und wird aus den Follower-Listen entfernt.
Mit dem Kind eine klare Abmachung treffen: erst Screenshot machen (Beweis), dann blockieren und melden, dann den Eltern zeigen. Bei strafbaren Inhalten (Drohungen, sexuelle Anmache) zusätzlich die Polizei oder eine Beratungsstelle wie Pro Juventute (Tel. 147) einbeziehen.
6 Ausgaben absichern: keine Zahlungsmittel hinterlegen, Käufe auf Geräteebene sperren Wichtig
Twitch bietet keine Ausgabenlimits und keine Elternfreigabe für Käufe. Abos (Subs), Geschenk-Abos und Bits kosten echtes Geld und werden im Stream gezielt beworben. Der Schutz muss deshalb ausserhalb von Twitch eingerichtet werden.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes · Das Eltern-Konto der Apple-Familienfreigabe beziehungsweise von Google Family Link
- Hinterlege im Twitch-Konto des Kindes keine Kreditkarte und kein PayPal
- Öffne die Einstellungen und tippe auf «Familie»
- Wähle das Kind aus
- Aktiviere «Kauf anfragen»
- Hinterlege im Twitch-Konto des Kindes keine Kreditkarte und kein PayPal
- Öffne den Google Play Store und tippe auf das Profilbild
- Wähle «Einstellungen»›«Authentifizierung»
- Stelle «Authentifizierung für Käufe erforderlich» auf «Bei jedem Kauf»
- Aktiviere bei einem über Family Link verwalteten Konto zusätzlich Kaufgenehmigungen für alle Inhalte
- Prüfe im Browser unter twitch.tv in den Einstellungen, ob Zahlungsmethoden hinterlegt sind
- Entferne hinterlegte Zahlungsmethoden
- Vereinbare mit dem Kind, dass Abos und Bits nur nach Rücksprache und nie mit fremden Karten gekauft werden
So prüfst du es: Im Twitch-Konto ist keine Zahlungsmethode hinterlegt. Jeder Kauf über den App Store verlangt die Freigabe beziehungsweise Authentifizierung der Eltern. Das gilt auch für Bits in der Twitch-App.
Achtung Umgehungsweg: Käufe im Browser laufen an den App-Store-Sperren vorbei, sobald eine Zahlungsmethode im Twitch-Konto gespeichert ist. Auch ein mit Amazon Prime verknüpftes Konto ermöglicht Gratis-Abos, normalisiert aber das Abo-System. Regelmässig die Kaufhistorie und die Kreditkartenabrechnung prüfen.
7 Wenn das Kind selbst streamt: AutoMod und Chat-Beschränkungen im eigenen Kanal Wichtig
Filtert im Chat des eigenen Kanals riskante Nachrichten (Belästigung, sexuelle Inhalte, Hass, Beschimpfungen) vor der Veröffentlichung heraus, sodass sie erst von einem Moderator freigegeben werden müssen.
Das brauchst du: Zugang zum Twitch-Konto des Kindes · Eine erwachsene Vertrauensperson, die als Moderator eingetragen wird
- Klicke auf twitch.tv auf das Profilbild
- Öffne das «Creator-Dashboard»
- Wähle links im Menü «Einstellungen», dann «Moderation»
- Aktiviere AutoMod und wähle einen Filterlevel. Für Kinder und Jugendliche eignet sich die höchste Stufe
- Verlange in den Moderationseinstellungen zusätzlich eine E-Mail- oder Telefonverifizierung für den Chat
- Blockiere Links
- Trage eine erwachsene Vertrauensperson als Moderator ein (Befehl «/mod Nutzername» im Chat)
So prüfst du es: In den Moderationseinstellungen ist AutoMod mit dem gewählten Filterlevel aktiv; riskante Chat-Nachrichten erscheinen erst nach Freigabe durch einen Moderator.
Selbst streamen heisst: Gesicht, Stimme, Zimmer und Reaktionen des Kindes gehen live und unumkehrbar ins Netz, laut AGB unter 18 nur unter Aufsicht der Eltern. Vorher gemeinsam festlegen: kein echter Name, keine Adresse oder Schule im Bild oder Gespräch, Streaming nur, wenn ein Elternteil erreichbar ist.
Was ihr besprechen solltet
Gut zu wissen
AGB und Rechtslage
Was der Anbieter vorgibt (AGB)
Regel des Anbieters, kein GesetzTwitch ist eine Livestreaming-Plattform, vor allem rund ums Gaming, dazu kommen Talk-Formate (Just Chatting), Musik und Kreatives. Zuschauen, Chatten, Folgen und eigenes Streamen sind ab 13 erlaubt; Minderjährige zwischen 13 und 18 dürfen den Dienst laut AGB nur unter Aufsicht eines Elternteils oder Vormunds nutzen, der die Bedingungen mitträgt. Inhalte laufen live und werden nicht vorab geprüft; Streamer müssen heikle Inhalte selbst mit Kennzeichnungen (Content Classification Labels) versehen. Twitch finanziert sich über Werbung und Zahlungen der Zuschauer an Streamer: kostenpflichtige Abos (Subs), Geschenk-Abos und die virtuelle Währung Bits. Elternkontrollen oder Ausgabenlimits bietet Twitch nicht an.
Was das Schweizer Recht sagt
Rechtslage SchweizGesetzliches Mindestalter: Keines für die reine Nutzung. In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Mindestalter für Twitch. Die 13 Jahre und die Aufsichtspflicht bis 18 stammen aus den Nutzungsbedingungen von Twitch, nicht aus Schweizer Recht.
- JSFVG (Bundesgesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele, in Kraft seit 1.1.2025): schreibt Alterskennzeichnung und Alterskontrolle für Filme und Videospiele vor, auch auf Plattformdiensten. Auf Twitch werden zwar Videospiele gezeigt, die selbst PEGI-Altersfreigaben tragen, die Livestreams darüber sind aber keine klassifizierten Werke; das JSFVG greift für das laufende Livestreaming-Angebot deshalb nur sehr eingeschränkt. Es zeigt aber die Richtung: altersgerechte Inhalte und technische Schutzmassnahmen.
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz, seit 2023): für die Bearbeitung von Personendaten bei der Nutzung, besonders relevant, weil Twitch Daten mit dem Amazon-Konzern teilt und Chat-Beiträge öffentlich sind.
Gesetz und Anbieter-AGB klar trennen: Das Mindestalter 13 und die Aufsichtsregel bis 18 sind Vorgaben von Twitch, kein Schweizer Gesetz. Weil Twitch keine Elternkontrollen anbietet, tragen den Jugendschutz hier fast vollständig die Zuschauer-Einstellungen (Inhalts-Filter, Chat-Filter, Whisper-Sperre) und die Begleitung durch die Eltern, ergänzt durch Schutzfunktionen auf Geräteebene.